Corona-Alarm im Kreishaus: viele leitende Mitarbeiter sofort in Quarantäne - Sitzung und Bildungsgipfel abgesagt
Holzmindener Landrat Schünemann an Covid 19 erkrankt

Holzminden (WB) -

Der Holzmindener Landrat Michael Schünemann ist an Covid-19 erkrankt. Das hat die Kreisverwaltung dem WESTFALEN-BLATT heute Vormittag bestätigt. In der Führungsebene der Kreisverwaltung hätte ein weiterer leitender Mitarbeiter ebenfalls Symptome einer Erkrankung mit dem Corona-Virus gezeigt. Sowohl der Landrat als auch ein Bereichsleiter seien inzwischen ganz klar positiv auf Covid 19 getestet worden, bestätigte Holzmindens Kreispressesprecher Peter Drews.

Dienstag, 17.11.2020, 12:13 Uhr aktualisiert: 17.11.2020, 14:10 Uhr
Holzmindens Landrat Michael Schünemann (rechts) im Lauf des Jahres bei einer Besprechung in Sachen Corona hier mit Dr. Ursula Schaper, Leiterin des Gesundheitsamtes, und Ulrike Everding, Leiterin der Einrichtung „Haus Charlotte“ in Stadtoldendorf.
Holzmindens Landrat Michael Schünemann (rechts) im Lauf des Jahres bei einer Besprechung in Sachen Corona hier mit Dr. Ursula Schaper, Leiterin des Gesundheitsamtes, und Ulrike Everding, Leiterin der Einrichtung „Haus Charlotte“ in Stadtoldendorf.

 

Das Kreisgesundheitsamt verfolgt zurzeit alle Kontakte seiner Führungsetage nach. Die 1. Kreisrätin und zwei Dezernentinnen, alle drei nahe Mitarbeiter des Landrates, haben sich sofort in „angeordnete Quarantäne“ begeben. Sie seien getestet worden, hätten aber keine Symptome. Auch Pressesprecher Peter Drews musste das Kreishaus am Montag verlassen und sich in häusliche Isolation begeben. Auch sein Corona-Test läuft. Eine Dezernentin habe die kommissarische Leitung im Haus übernommen.

Landrat Schünemann sei am Montagvormittag noch im Haus gewesen, habe einen Schnelltest gemacht und das endgültige positive Testergebnis dann am frühen Dienstagvormittag mitgeteilt bekommen. Er zeige inzwischen deutliche Symptome von Covid 19. Er sei am Montag nach dem ersten Test sofort nach Hause gefahren, so der Kreis.

Der für den heutigen Dienstag anberaumte Bildungs- und Betreuungsgipfel ist vom Kreis Holzminden abgesagt worden. Das Infektionsgeschehen im Kreishaus führt zu vielen Einschränkungen und Konsequenzen. Kreissprecher Drews kündigte an, dass man in dieser ungewöhnlichen Lage auf Homeoffice und Videobesprechungen ausweiche, damit könne aber in den nächsten beiden Wochen auch nicht alles geregelt werden. Auch Sitzungen ständen in Frage. Man müsse auch sehen, wer im Umfeld der Kreisspitze noch alles direkten Kontakt zu den beiden positiv getesteten Personen gehabt habe. In so einem Kreishaus gebe es viele Kontakte und Besuche. Das Gesundheitsamt ruft alle Personen an, die bei Terminen mit dem Landrat in den vergangenen Tagen dabei waren.

Der Landkreis Holzminden mit seinen 70.000 Einwohnern war im Vergleich zu vielen anderen Kreisen, so dem Hotspot-Nachbarkreis Northeim, mit sehr niedrigen Corona-Zahlen aufgefallen. Über das Wochenende waren nur drei neue positive Befunde für Getestete eingetroffen, dafür sind am Montag acht Personen als genesen aus der Quarantäne entlassen worden. Damit liegt die Anzahl akuter Fälle im Landkreis Holzminden bei 32.  Die Gesamtzahl der im Landkreis seit März laborbestätigten Infizierten liegt bei 209. 170 davon gelten als ehemals positiv getestet, sieben sind verstorben. In Quarantäne befinden sich im Moment 170 Personen. 

Die Sieben-Tages-Inzidenz für den Landkreis Holzminden beträgt laut Niedersächsischem Landesgesundheitsamtes aktuell 27,0 pro 100.000 Einwohner.

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