Aktionsbündnis „Höxter zeigt Flagge“ plant Protest gegen Auftritt von Björn Höcke (AfD)
Mehr als 500 Demonstranten am 5. Dezember erwartet

Höxter -

„Jedes Mal, wenn Ihr da seid, werden wir auch da sein. Das haben wir der AfD in Höxter versprochen“, sagt Loreen Lensdorf, SPD-Mitglied und Organisatorin einer Demonstration gegen den Auftritt des AfD-Rechtsaußen Björn Höcke in der Stadthalle Höxter am Samstag, 5. Dezember. Gemeinsam mit Franziska Münster, Jacqueline Grabosch und Tim Hartmann will sie all denen an diesem Tag ein Forum ermöglichen, die Flagge zeigen möchten für Toleranz und Demokratie.

Samstag, 28.11.2020, 13:16 Uhr aktualisiert: 28.11.2020, 13:18 Uhr
Schon im März vergangenen Jahres demonstrierten in Höxter viele Menschen gegen die AfD. Auch für den Höcke-Auftritt am Adventssamstag sind unterschiedliche Protestaktionen geplant.
Schon im März vergangenen Jahres demonstrierten in Höxter viele Menschen gegen die AfD. Auch für den Höcke-Auftritt am Adventssamstag sind unterschiedliche Protestaktionen geplant. Foto: Harald Iding

An zwei Veranstaltungsorten auf dem Höxteraner Wall, in der Nähe des Berliner Platzes, und einmal beim Parkplatz Luisenstraße, ebenfalls auf dem Wall, sind Versammlungen und Reden geplant. Franziska Münster: „Wir errichten provisorische Bühnen und Sprecher von Parteien und Organisationen werden Reden halten.“ Dabei sei es besonders wichtig, dass alle Teilnehmer sich an die Hygienevorschriften hielten. Ab 25 Menschen gelte Maskenpflicht. Nach zahlreichen Zusagen und Anfragen auch aus den Kreisen Herford, Bielefeld und Paderborn rechnen die Veranstalter mit zahlreichen Teilnehmern an beiden Veranstaltungsorten. „Wir werden Höcke zeigen, dass wir ihn hier in Höxter nicht haben wollen“, sagt Jacqueline Grabosch.

SPD, Grüne und Linke aber auch einzelne Teilnehmer der CDU und von Die Partei haben ihr Kommen bereits zugesagt. Auch „Omas gegen Rechts“ und der Verein „Welcome“ werden vor Ort sein, um gegen den Auftritt Höckes beim Jahresabschluss der AfD Höxter zu demonstrieren. „Höcke hat selbst in der AfD einen Sonderstatus, es ist doch bezeichnend, dass man ihn Faschist nennen darf“, sagt Franziska Münster. Dass ausgerechnet er eingeladen werde, auch wenn er kein AfD-Parteisprecher, sondern nur Landesvorsitzender in Thüringen sei, zeige, von welchem Schlag die AfD in Höxter sei.

Ganz viel Krach

Auf Sprechchöre und Gesang werde bei den Demos bewusst verzichtet. Dafür sollen Plakate und Taschenlampen und Gegenständen, die viel Krach machen, ein Zeichen gegen die AfD setzen. Angemeldet ist die Demonstration von 15 bis 18 Uhr. Wichtig sei, auch bei der Anreise auf die Hygieneregeln zu achten und zum Beispiel mit nicht mehr als Personen aus zwei Haushalten in einem Auto zu kommen, so die Veranstalter.

Weitere Gespräche mit Behörden

Noch in dieser Woche wird es weitere Gespräche zur Organisation der Demo geben. Eine Idee sei, Plakate mit Sprüchen in der Innenstadt zu verteilen, für alle die, die sich nicht trauen, an der Veranstaltung teilzunehmen. „Das ist aber noch nicht mit der Stadt Höxter abgesprochen“, sagt Jacqueline Grabosch. Um die ordnungsgemäße Durchführung der Protestaktion machen sich die Organisatorinnen dagegen keine Sorgen. „Es haben sich schon ganz viele Menschen gemeldet, die als Ordner fungieren und auch mit der Polizei haben wir das Konzept schon abgesprochen“, freut sich Franziska Münster über die zahlreichen Hilfsangebote.

Schon im Frühjahr war ein Auftritt Höckes in Höxter geplant, der dann wegen Corona abgesagt wurde . Gut eineinhalb Jahre ist es her, dass in Höxter 500 Menschen gegen die AfD-Spitzenkraft Beatrix von Storch auf die Straße gegangen sind. Auch dieser Protest wurde vom Aktionsbündnis „Höxter zeigt sich – Nie wieder Faschismus“ organisiert.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7698227?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516020%2F
Olaf Scholz rechnet mit zweiwöchiger Lockdown-Verlängerung
Vizekanzler Olaf Scholz rechnet mit einer Verschärfung der Corona-Maßnahmen am Dienstag.
Nachrichten-Ticker