Landkreis richtet in der Zeppelinstraße 6 in Holzminden vier Impfstraßen ein – Johanniter als Betreiber startklar
Corona-Impfzentrum ist einsatzbereit

Kreis Holzminden -

Draußen wird noch gehämmert, im Gebäude gibt es letzte Gespräche zu Sicherheit und Abläufen, ansonsten müssen nur noch ein paar Möbel aufgestellt und die Technik installiert werden: Das Impfzentrum des Landkreises Holzminden in der Holzmindener Zeppelinstraße 6 sei praktisch fertig., berichtet die Kreisverwaltung.

Montag, 21.12.2020, 02:32 Uhr aktualisiert: 21.12.2020, 02:40 Uhr
Nehmen das Impfzentrum in Holzminden in Betrieb: (von links) Landrat Michael Schünemann, Sebastian Multhoff (Geschäftsstellenleiter JUH Holzminden), Anja Mundhenke (Leiterin Rettungswache JUH Holzminden) und Dirk Hebeler, (Ortsbeauftragter der JUH Holzminden) vor den Impfräumen.
Nehmen das Impfzentrum in Holzminden in Betrieb: (von links) Landrat Michael Schünemann, Sebastian Multhoff (Geschäftsstellenleiter JUH Holzminden), Anja Mundhenke (Leiterin Rettungswache JUH Holzminden) und Dirk Hebeler, (Ortsbeauftragter der JUH Holzminden) vor den Impfräumen. Foto: Landkreis Holzminden

Dank einer pragmatischen und gelungenen Hand-in-Hand-Aktion des Vermieters, der Johanniter als die künftigen Betreiber und der zuständigen Verwaltungen von Kreis und Stadt ist innerhalb von drei Wochen ein betriebsbereites Zentrum mit vier Impfstrecken aus dem Boden gestampft worden. Bei einer letzten Begehung konnte sich Landrat Michael Schünemann jetzt davon überzeugen, dass es losgehen kann – wenn die Bundesregierung und das Land eine Regelung für die ärztlichen Dienste gefunden haben.

Im Eiltempo hat Vermieter Carl-Otto Künnecke neben vielen anderen baulichen Vorbereitungen zwei Türen einbauen lassen und entsprechende Strom- und Internetanschlüsse gelegt. Nachdem die Johanniter in einem Schnellvergabeverfahren als Betreiber feststanden, hatten sie die Messebaufirma Weber aus Delligsen mit der Gestaltung der Innenräume beauftragt.

Die Umsetzung erfolgte in kürzester Zeit. Jetzt stehen neben dem Empfang und einer Registrierung auch genügend Räume für den Wartebereich vor und nach der Impfung, für Ärzte und Personal sowie für die Impfung selbst fest. Sebastian Multhoff, Dienststellenleiter der Johanniter Unfallhilfe des Ortsverbandes Holzminden, ist sehr zufrieden. „Wir sind außerordentlich dankbar für die schnellen und unbürokratischen Entscheidungswege, mithilfe derer wir das hier in Rekordzeit auf die Beine haben stellen können“, erklärt Multhoff. Neben den zuständigen Bereichen der Kreisverwaltung lobt Multhoff auch Polizei und das städtische Bauamt sowie den Brandschutz. „Das ging alles Hand in Hand, sodass es eigentlich nur noch Kleinigkeiten in Bezug auf den Bau zu klären gibt“, ergänzt er.

Als Personal sind mittlerweile auch schon 18 Personen gefunden worden, hauptsächlich im Verwaltungsbereich. Weitere acht vor allem für den medizinischen werden noch benötigt. „Was derzeit fehlt, sind noch weitere Notfall- oder Rettungsassistenten, die auch impfen können“, ergänzt Anja Mundhenke, Holzmindener Rettungswachenleiterin und künftige Leiterin des Zentrums.

Betrieben werden soll das Impfzentrum in zwei Schichten. Was die Abläufe betrifft, sind schon die ersten Schulungen angelaufen und auch der Einsatz des mobilen Teams für Impfungen in Seniorenheimen und bei Pflegebedürftigen wird bereits geplant.

Ein letzter Knackpunkt ist die Besetzung des ärztlichen Leiters und der für die Impfvorgänge verantwortlichen Ärzte. Bisher ungeklärt ist dazu bisher, ob deren Verpflichtung auf Honorarbasis oder als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte erfolgen soll. Letzteres würde die Suche nach entsprechenden Kräften wohl erheblich erschweren, weil weder schon pensionierte Mediziner noch Ärzte mit einer eigenen Praxis dann für eine Rekrutierung in Frage kämen. „Die Vertreter der Landkreise haben in diesem Zusammenhang schon eindeutig über den Niedersächsischen Landkreistag Stellung bezogen und auf eine schnelle Entscheidung gedrungen“, stellt Landrat Michael Schünemann dazu klar. Die Koppelung mit der Sozialversicherungspflicht würde auch in Holzminden deutliche Probleme aufwerfen, obwohl sich auch hier einige pensionierte Ärzte sofort gemeldet hatten. Für eine weitere schnelle Umsetzung sei allerdings überhaupt eine klare Entscheidung notwendig.

Anmeldung und Terminvergaben werden nach Zulassung des Impfstoffes übrigens zentral vom Land gesteuert, weder der Landkreis noch die Leitung des Impfzentrums wird das in irgendeiner Weise beeinflussen können. Das bedeutet, dass nur wer ein Schreiben vom Land vorweisen kann, auch geimpft wird. „Es ist möglich, dass sich in den gesamten Abläufen dann in den ersten Wochen noch einiges einruckeln muss“, sind sich die Vertreter der Johanniter und der Landrat bei der Begehung einig. Doch das dürfte nur ein vorübergehendes Problem darstellen.

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