Welterbestätte profitiert von Fördergeldern von Bund und Land – Summen für den Brandschutz und für die Barrierefreiheit
Fünf Millionen Euro fließen nach Corvey

Höxter -

Für drei Millionen Euro sollen in Corvey das Dach des Konventsgebäudes sowie die Klostermauer saniert werden. In der Summe enthalten ist aber auch Geld für die Anschaffung neuer Brand- und Einbruchsschutztechnik für Ausstellungen und Exponate im Schloss.

Samstag, 16.01.2021, 07:12 Uhr aktualisiert: 16.01.2021, 07:20 Uhr
Der Johanneschor im Westwerk Corvey soll barrierefrei erschlossen werden. Dazu ist der Bau einer Treppenanlage und eines Aufzuges geplant. Dafür fließen zwei Millionen Euro Fördergeld.
Der Johanneschor im Westwerk Corvey soll barrierefrei erschlossen werden. Dazu ist der Bau einer Treppenanlage und eines Aufzuges geplant. Dafür fließen zwei Millionen Euro Fördergeld. Foto: Michael Robrecht

Hinzu kommen voraussichtlich zwei Millionen für die barrierefreie Erschließung des Westwerkes, insbesondere des Johanneschors, mit einer Treppenanlage und einem Aufzug.

MdL Matthias Goeken spricht von „einem Feuerwerk, das es nur einmal gibt“, das vor allem vor dem Hintergrund des anstehenden Jubiläums „1200 Jahre Corvey“ wichtig sei. In diesem Zusammenhang plant der renommierte Paderborner Kunsthistoriker Professor Christoph Stiegemann eine Jubiläumsausstellung, die auch im Schloss gezeigt werden soll.

Beginnend mit den Zerstörungen der karolingischen Basilika und der Konventsgebäude im Dreißigjährigen Krieg fächert der Ausstellungsmacher den barocken Wiederaufbau der Reichsabtei und die kirchliche Erneuerung im Corveyer Land bis zur Säkularisation 1803 auf. „Die Klosterkirche mit ihrer großartigen Ausstattung, aber auch Barockkirchen etwa in Bödexen oder Bruchhausen sind bis heute sichtbare Zeugen des ‚Goldenen Zeitalters‘, das Corvey nach dem Dreißigjährigen Krieg erlebte“, erläutert Professor Stiegemann, der bis September Leiter des Paderborner Diözesanmuseums war und sich in dieser Funktion als Ausstellungsmacher international einen Namen gemacht hat. Die Jubiläumsschau skizziert also auch Landesgeschichte und führt vor Augen, wie maßgeblich das Kloster Corvey die Region und die Menschen geprägt hat. „Eine Vielzahl bis heute lebendiger Gemeinden geht auf Gründungen Corveys zurück.“

Für die Benediktinerabtei selbst ist die Gründung bis auf den Tag genau überliefert: Am 25. September 822 trafen die Mönche aus Corbie am Weserbogen ein. Sie kamen aus Hethis, einem unwirtlichen Ort wahrscheinlich bei Neuhaus im Solling, wo eine erste Ansiedlung gescheitert war.

Wie am Mittwoch berichtet, fließen aus einem Bundesprogramm 1,5 Millionen Euro nach Corvey. Weitere 1,2 Millionen Euro trägt das Land. 300.000 Euro beträgt der Eigenanteil der Kulturkreis Corvey gGmbH.

Goeken ist zuversichtlich, dass die Förderung für die Barrierefreiheit des Westwerkes fließt. Die von der Kirchengemeinde angemieteten Räume des an die Südseite des Westwerks angrenzenden Ökonomiegebäudes kommen für den Einbau eines Aufzugs und einer doppelläufigen Treppenanlage in Frage. Ob sich der vordere Teil eignet oder eher die direkt daneben liegende ehemalige Tischlerei, soll eine Machbarkeitsstudie zeigen, die in Auftrag gegeben wurde. Die Verantwortlichen hoffen, dass das Projekt bis zum Jubiläum und der zeitgleich stattfindenden Landesgartenschau abgeschlossen ist. Goeken lobte auch die gute Zusammenarbeit mit dem Bundestagsabgeordneten Christian Haase und Regierungspräsidentin Judith Pirscher. Pirscher hatte Corvey im September besucht.

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