Fall Jugendamt Höxter und Missbrauch Lügde: Ermittlungsverfahren läuft
Anfangsverdacht auf Urkunden-Unterdrückung

Höxter -

Im Fall des hundertfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde gerät das Jugendamt im Kreis Höxter in den Mittelpunkt der Untersuchungen (wir berichteten). Der parlamentarische Untersuchungsausschuss im NRW-Landtag zum Fall Lügde hatte jetzt weitere Zeugen geladen: eine Mitarbeiterin des Jugendamtes und zwei Polizisten der Kreispolizei Höxter. Die 28-jährige Mitarbeiterin des Jugendamtes Höxter sagte, sie sei insgesamt nur drei Monate mit dem Fall befasst gewesen. Sie selbst habe in der Zeit ihrer Zuständigkeit keine Hinweise auf sexualisierte Gewalt bekommen.

Montag, 08.03.2021, 17:24 Uhr aktualisiert: 08.03.2021, 17:26 Uhr
Auf diesem Campingplatz wurden über Jahrzehnte Kinder sexuell missbraucht.
Auf diesem Campingplatz wurden über Jahrzehnte Kinder sexuell missbraucht. Foto: dpa

Oberstaatsanwalt Marco Wibbe aus Paderborn gab am Montag nun eine Erklärung dazu ab, wie die Strafverfolgungsbehörden mit dem Sachverhalt weiter umgehen: „Im Hinblick auf die Presseberichterstattung zu der Aussage einer Mitarbeiterin des Jugendamtes Höxter vor dem Lügde-Untersuchungsausschuss in Düsseldorf hatte die Staatsanwaltschaft Paderborn Vorermittlungen eingeleitet. In diesem Zusammenhang sind die entsprechenden Akten des Jugendamtes vom Kreis Höxter angefordert worden.“

Die Akten liegen in Paderborn inzwischen vor. Die Auswertung des Akteninhalts erfolge nunmehr in einem wegen des Anfangsverdachts der Urkundenunterdrückung eingeleiteten Ermittlungsverfahren. „Das Verfahren richtet sich gegen eine Beschäftigte des Kreises Höxter. Die Ermittlungen dauern an. Weitere Angaben können nicht gemacht werden. Mit einem Abschluss der Ermittlungen wird frühestens Ende April gerechnet“, erklärte Oberstaatsanwalt Marco Wibbe.

Der Missbrauchsfall Lügde hätte drei Jahre eher beendet werden können, wäre das Jugendamt des Kreises Höxter Hinweisen konsequenter nachgegangen. Das ist zumindest die Einschätzung einiger Landtagsabgeordneter nach der letzten Sitzung des Parlamentarischen Un­tersuchungsausschusses.

Im Jugendhilfeausschuss am Donnerstag hatte sich Landrat Michael Stickeln zu den Vorwürfen geäußert. Das Jugendamt räumte Fehler ein.

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