>

Mo., 25.04.2016

Modellsportclub Marienmünster feiert den Saisonauftakt mit dem traditionellen Anfliegen Flieger starten durch

Benedikt Steinecker ist Nachwuchspilot und hält hier seine Mustang, das Styropormodell eines Jagdfliegers aus dem 2. Weltkrieg.

Benedikt Steinecker ist Nachwuchspilot und hält hier seine Mustang, das Styropormodell eines Jagdfliegers aus dem 2. Weltkrieg. Foto: Iris Spieker-Siebrecht

Vörden (WB/iss). Konzentriert schaut Willi Middeke auf die Startbahn, wo gerade seine Cessna startet. Beim Saisonauftakt des Modellsportclubs Marienmünster am Flugplatz zwischen Vörden und Bredenborn hat er »Schleppdienst« und bringt mit seinem Motormodell die antriebslosen Segler in die Höhe.

Sein Motormodellflugzeug hat eine Spannweite von 2,90 Metern und einen 115 Kubikzentimeter-Motor. »Das ist schon eine kräftige Maschine«, erklärt Gerd Niemeier, Vorsitzender des Vereins. »Das Original ist eine Langstreckentransportmaschine, bei der es nicht auf Schnelligkeit, sondern auf Leistung ankommt.«

Das Modell orientiert sich möglichst nah an der »großen Schwester«, diese Bauweise nennen Modellsportler »scale«. Im Gegenzug dazu gibt es aber auch Flieger – oder Schiffe, Boote und Autos – die nur in der Micro-Welt existieren und dann mit besonderen Ausstattungen und Fertigkeiten auf den Spaß-Faktor setzen. So einen »bunten Vogel« hat auch Heinz Künneke dabei. Sein gelb und violett gestrichenes »Diablo-Team« ist ein Kunstflieger, der besonders für Loopings und andere Flugmanöver geeignet ist.

Segler nutzen den Aufwind

Ganz anders der große Segler von Sebastian Hecker – seine »Fox« zieht mit einer Spannweite von vier Metern majestätisch weite Kreise am Himmel. »Segler nutzen den Aufwind, wenn die Voraussetzungen stimmen, bis zu einer halben Stunde«, betont der junge Mann. Er ist über einen Schnuppertag im Ferienprogramm zum Modellfliegen gekommen und seit 18 Jahren dabei. »Wir bemühen uns sehr um die Jugendarbeit. Neben Schnuppertagen und besonders günstigen Beiträgen bieten wir gerade zu Beginn viele Hilfen und Unterstützung. Ein »Lehrer-Schüler-Angebot« helfe dabei, Pilot zu werden, erklärt Niemeier.

Jugendliche machen mit

Deshalb ist er stolz, dass zu den 55 Mitgliedern des Vereins sieben Jugendliche gehören. Einer davon ist Benedikt Steinecker mit seiner »Mustang«. Sie ist ein Modell eines Jagdfliegers aus dem zweiten Weltkrieg und aus Styropor. »Gerade für Anfänger sind solche Modelle ideal«, findet Niemeier. »Das monate- oder jahrelange Bauen mit Basalholz kann zu Beginn auch demotivierend sein – und so kann ein junger Pilot günstig und schnell durchstarten.«

Beim Modellsportclub Marienmünster ist die eingeschworenen Gemeinschaft offen für Neugierige. »Wir teilen nicht nur den Spaß am Bauen, Basteln und Fliegen, sondern wandern und feiern auch mal zusammen«, sagt der Vorsitzende. Gleich nebenan erleidet ein Helikopter eine Bruchlandung und einer seiner Rotoren zerbricht. »Das gehört dazu«, erklären die erfahrenen Modellpiloten gleichmütig. »Dann wird das eingepackt, in den Keller getragen und repariert.« Und irgendwann in den kommenden Wochen geht es erneut in die Lüfte.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3958251?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198395%2F2851045%2F