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Fr., 05.08.2016

WESTFALEN-BLATT erfüllt zwei Lesern einen Herzenswunsch Adrenalin-Kick auf dem Bilster Berg

Erinnerungsfoto mit (von links) Hans Gröne und Ehefrau Hannelore, Robin Hass, Mutter Dagmar und Freundin Katharina Kloppel.

Erinnerungsfoto mit (von links) Hans Gröne und Ehefrau Hannelore, Robin Hass, Mutter Dagmar und Freundin Katharina Kloppel. Foto: Ingo Schmitz

Von Ingo Schmitz

Marienmünster/Bad Driburg(WB). Die Rennstrecke Bilster Berg ist nichts für schwache Nerven. Erst recht nicht, wenn man in einem waschechten Rennwagen sitzt, und ein professioneller Rennfahrer das Steuer in der Hand und das Gaspedal am Fuß hat. Diesen Adrenalin-Kick hat das WESTFALEN-BLATT zwei Lesern bei der Aktion »70 Herzenswünsche« spendiert.

Die Bedingungen an diesem Sonntagmorgen sind optimal. Es ist sonnig und trocken. An die Ohren dringt ein betörender Motorensound. Einige Porsche GT3 drehen ihre Runden über den kniffligen Parcours, der zu den anspruchsvollsten in ganz Europa gehört. Hier gibt es keine langen Graden mit Höchstgeschwindigkeiten, sondern extreme Kurven, Wannen und Kuppen, bei denen man nicht weiß, was sich dahinter verbirgt. Robin Hass aus Halle grinst erwartungsvoll.

Auch Hans Gröne aus Marienmünster ist gut gelaunt. Trotzdem ist ihm eine gewisse Anspannung anzumerken. »Mein bisher größtes Erlebnis war ein Treffen mit Michael Schumacher an der Rennstrecke in Spa. Wir hatten damals VIP-Karten. Das hier heute könnte aber das Erlebnis von damals toppen«, meint der 62-jährige Sozialarbeiter des Kreises Höxter. Seiner Frau Hannelore hat er den Tag am Bilster Berg zu verdanken, die hatte die Bewerbung zum WESTFALEN-BLATT geschickt. Selbstverständlich ist sie nun mit dabei.

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»Es ist wirklich mein Herzenswunsch.«

Robin Hass

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»Es ist wirklich mein Herzenswunsch, mal in einem richtigen Rennauto zu sitzen«, meint Robin Hass. Er ist 19 Jahre alt und Motorsportbegeistert. Aktuell ist er im Bundesfreiwilligendienst tätig und das Budget ist schmal. Daher hat er sich bei der Gewinnaktion zum Verlagsjubiläum beworben. Nun steht er mit Freundin Katharina Kloppel, Mutter Dagmar und leicht erhöhtem Puls an der Rennstrecke.

Bevor die beiden WESTFALEN-BLATT-Gewinner in das so genannte Renn-Taxi einsteigen dürfen, werden sie mit einem Helm ausgestattet. Taxi? Na ja. Der weiße BMW mit dem riesigen Heckflügel hat eigentlich wenig gemeinsam mit den elfenbeinfarbenen Wagen, die man aus dem Straßenbild kennt. Am Steuer sitzt ei­ner der Mitgesellschafter des Bilster Bergs, Hans-Joachim Pillich. Er ist in der Bauphase Projektleiter gewesen und hat bis heute hier rund 15 000 Kilometer zurückgelegt. Das flößt zunächst Vertrauen ein.

Schweißtropfen auf der Stirn

Das Auto hat einen Käfig, zwei extreme Rennsitze, einen Feuerlöscher und einen Hauptstromschalter. Klimaanlage und Heizung gibt es allerdings nicht. Rund 60 Grad herrschen mitunter im Auto. Kein Wunder, dass die Schweißtropfen auf der Stirn stehen.

Wie wird es den WESTFALEN-BLATT-Gewinnern ergehen auf dieser Rennsport-Achterbahn, bei der das stärkste Gefälle 26 Prozent beträgt? »Es geht flott um die Ecken. Ich freue mich auf ein paar schnelle Runden«, sagt Pillich, während Robin Hass angegurtet wird. »Ich mich auch«, sagt Robin – noch grinsend. Und es geht los: Die Tür schließt sich und mit brachialem Klang geht der 2er BMW auf die Strecke. Immer wieder flitzt der BMW an der Start- und Zielgeraden vorbei. Für die gut vier Kilometer, die hier pro Runde zurückgelegt werden, braucht Pillich nicht viel mehr als den Streckenrekord. Und der liegt bei etwa einer Minute und 44 Sekunden. Soweit es Robin Hass möglich ist, winkt er aus dem Auto. Als der Wagen schließlich hält, grinst Robin nicht mehr.

Das geht in die Muskeln

Er strahlt – über das ganze Gesicht: »Das Auto, der Fahrer, die Strecke: Das ist echt unbeschreiblich. Dafür gibt es keine Worte.« Er muss Luft holen: »Außer vorbeifliegendes Grün und viele Autos, die wir überholt haben, habe ich nicht viel gesehen. Ich glaube, wir sind die Schnellsten hier«, sagt Robin, der Fahrer schmunzelt. Eine Unterhaltung sei nicht möglich gewesen: Dafür ist es einfach zu laut. Robin Hass: »Das geht richtig in den Bauch, in die Muskeln. Das hätte ich nie gedacht.« Immerhin: Festhalten muss man sich nicht. Das übernehmen Sitz und der Hosenträgergurt.

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»Ich dachte, meine Hose wäre voll. Es ist aber alles sauber geblieben.«

Hans Gröne

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Jetzt ist Hans Gröne an der Reihe. Auch Gröne ist tief beeindruckt, als er aussteigt. »Ich dachte, meine Hose wäre voll. Es ist aber alles sauber geblieben. Das war ein unglaubliches Erlebnis! Ich habe mich als erstes beim Fahrer bedankt. Er hat das richtig gut gemacht.« Dann gesteht er: »Ich muss erstmal Luft holen. Das ist echt extrem, ich bin richtig kaputt. Ich habe höllischen Respekt. Die Überholmanöver waren richtig gespenstisch. Ich war am Limit«, gibt der Mann zu.

Die beiden Gewinner sind schwer beeindruckt. Beim Abschied vom Bilster Berg sind Robin Hass und Hans Gröne sicher: Diesen Tag, an dem sich ihr Herzenswunsch erfüllt hat, werden sie nicht vergessen.

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