Do., 06.09.2018

Wirtschaftsinitiative im Kreis Höxter zieht positive Bilanz – neue Förderprojekte Stark, bereit und aktiv

Sie sind die »Brückenbauer« für die heimischen Betriebe (von links): Mark Becker aus Höxter (stellvertretender WIH-Vorsitzender), Innovationsmanagerin Imke Schlechter, Jürgen Spier (Steinheim, Vorsitzender der WIH), Johann-Friedrich von der Borch (Nieheim, WIH-Pressesprecher) und Diplom-Psychologin Petra Spier (WIH).

Sie sind die »Brückenbauer« für die heimischen Betriebe (von links): Mark Becker aus Höxter (stellvertretender WIH-Vorsitzender), Innovationsmanagerin Imke Schlechter, Jürgen Spier (Steinheim, Vorsitzender der WIH), Johann-Friedrich von der Borch (Nieheim, WIH-Pressesprecher) und Diplom-Psychologin Petra Spier (WIH). Foto: Harald Iding

Von Harald Iding

Höxter/Steinheim/Nieheim (WB). Während im neuen Konferenzraum der Firma Gebrüder Becker in Höxter Vertreter der Wirtschaftsinitiative (WIH) die durchweg positive Jahresbilanz für 2017 vorstellen, versüßen im Flur Arbeiter vergnügt ihre Mittagspause mit einem Spiel am Kickertisch. Zufriedene Mitarbeiter und Unternehmer, die über den Tellerrand schauen – das ist bezeichnend für die WIH.

»Stark, bereit und aktiv« – diese Kernaussagen kennzeichnen die Arbeitsweise einer Initiative, die sich vor allem als Netzwerkpartner versteht. »Wir wollen nicht missionieren, sondern die Betriebe und Verantwortlichen zueinander führen«, betonte Mark Becker (Vorstandsmitglied der WIH). Er engagiert sich auch im neuen »Netzwerkmanagement« über die Landesgrenzen hinaus mit Holzminden (Projektleiter ist Carl-Otto Künnecke als Vorsitzender der Initiative »Weserpulsar«).

Beide Initiativen diesseits und jenseits der Weser unterstützen jeweils mit einer Finanzspritze von 35.000 Euro mehrere Förderprojekte. Weil diese Zusammenarbeit zukunftsweisend ist, haben die Länder NRW und Niedersachsen jeweils weitere 100.000 Euro in den Fördertopf gesteckt. Mit diesen 270.000 Euro lässt sich viel bewegen – und davon profitieren gleich drei Projekte, wie Innovationsmanagerin Imke Schlechter und Diplom-Psychologin Petra Spier im Jahresausblick für 2018 dokumentierten.

Projekt 1: Ältere Mitarbeiter

Ziel des bis Anfang 2019 laufenden Förderprojektes »Arbeit alter(n)sgerecht gestalten« sei es, Firmen der Region darin zu unterstützen, die Potenziale älterer Mitarbeiter rechtzeitig zu erkennen und effektiv zu nutzen. Dabei steht fest: Mit einer älter werdenden Gesellschaft werden auch die Belegschaften in der Zukunft älter. Petra Spier: »Angesichts des in vielen Branchen erkennbaren Fachkräftemangels sind Unternehmen auf das Wissen und die Erfahrung älterer Mitarbeiter angewiesen.« Unternehmen sollten sich frühzeitig darum kümmern, die Gesundheit und Motivation ihrer Mitarbeiter zu erhalten.

Zukünftig würde es weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter geben. Mit dem Eintritt ins Rentenalter würde auch das geballte Wissen der Mitarbeiter für den Betrieb verloren gehen. Petra Spier: »Deswegen erarbeiten wir aktuell einen Praxisleitfaden. Das Interesse der Firmen ist groß.«

Projekt 2: Innovationsnetzwerk

Mit dem Förderprojekt »Innovationsnetzwerk« werden derzeit gleich sechs Teilprojekte in die Praxis umgesetzt. Es geht um die Netzwerke der »IT-Verantwortlichen«, der »Meister und Ausbilder« sowie der »Personalverantwortlichen«. Neben dem »Tag der offenen Betriebstür« (Höxter, Holzminden, Beverungen, Bevern) setzt man verstärkt auf die Jugendzukunftskonferenz. Schlechter: »Das Projekt ist gedacht für Jugendliche und hat das Ziel, die Region als attraktiven Lebens- und Arbeitsort darzustellen.« Man arbeite dabei eng mit dem »Zukunftszentrum Holzminden-Höxter« zusammen.

Projekt 3: Jugend und Schulen stärken

Und schließlich ist da noch das länderübergreifende Qualifizierungsnetzwerk Höxter-Holzminden, das ein Netzwerk für Jugendliche und Geflüchtete an den berufsbildenden Schulen Holzminden und Höxter werden soll. Schlechter: »Der Aufbau des Netzwerkes wird durch die Einstellung eines Qualifizierungskoordinators ermöglicht.«

An den könnten sich dann die Betriebe wenden, um Wünsche oder Anregungen direkt einfließen zu lassen. So können zum Beispiel in den Ferien oder am Nachmittag nach Schulschluss in den Schulräumen spezielle Förderprogramme für Interessierte starten.

Aktuell werde auf diese Weise fünf Teilnehmern in Extrastunden spezielle Fachbegriffe (Elektrotechnik) vermittelt. »Das Angebot kommt an«, zeigt sich Schlechter zufrieden. Der Berufseinstieg soll Jugendlichen und Geflüchteten mit Hilfe bedarfsorientierter, lokaler und ausbildungsergänzender Angebote erleichtert werden.

Spier: »Eine Frage der Unternehmenskultur«

Bei dem Förderprojekt »Länderübergreifendes Qualifizierungsnetzwerk Höxter-Holzminden« geht es weiterhin darum, die berufsbildenden Schulen Holzminden und Höxter zu stärken, den Berufseinstieg für Jugendliche zu erleichtern sowie ausbildungsunterstützende Maßnahmen und Weiterbildung für Firmen regional leicht zugänglich zu machen. Auf der nächsten WIH-Versammlung am Mittwoch, 12. September, wird um 18 Uhr in der Marcus-Klinik (Bad Driburg) den 72 Mitgliedern (Handwerks-und Industriebetriebe, Dienstleister, Kammern, Kommunen, Schulen und Verbände) und allen Interessierten die Erfolgsbilanz 2017 (mit 21 Veranstaltungen und mehr als 800 Teilnehmern) präsentiert.

WIH-Vorsitzender Jürgen Spier: »Unter unseren Mitgliedern herrscht keine Konkurrenz. Jeder sieht den Mehrwert der Projekte und tauscht sich gerne mit anderen aus. Das ist einfach eine Frage der Unternehmenskultur!«

Kommentar

Es gibt immer Ereignisse im Leben, die entscheidend sein können für die weitere Zukunft. So ein Datum ist der 20. Juni 2012, an die sich der Steinheimer Unternehmer Jürgen Spier heute noch gerne erinnert, als wenn es gestern gewesen wäre: An diesem Tag wurde die Wirtschaftsinitiative im Kreis Höxter als Verein gegründet.

Zu den ersten Aktiven und Befürwortern zählt seitdem Johann-Friedrich von der Borch aus Holzhausen, für den die Gründung im Rückblick eine »sehr kluge Entscheidung« gewesen ist. Eine Erfolgsgeschichte sei die WIH – und erste Früchte würden zum Vorschein kommen.

Das ist, gelinde gesagt, weit untertrieben. Denn inzwischen »besetzt« die Initiative, die mit ihren Mitgliedsunternehmen etwa 15.000 Arbeitnehmer vertritt, wichtige Themen wie Bildung, Fachkräftmangel und Wirtschaftskompetenz – mit eigenen Ideen, neuen Förderprojekten und einer äußerst fruchtbaren Netzwerkarbeit, die wohl nur Unternehmer »aus Fleisch und Blut«, stresserprobt, visionär und teamorientiert, ins Leben rufen und forcieren können. Sie setzen längst Maßstäbe – unabhängig und überparteilich.

Den Akteuren muss größter Respekt gezollt werden, wenn man sich die zahllosen Arbeitsfelder anschaut, wo sich Menschen aus der Region aus Verantwortung für die Region stark machen und bedarfsgerechte Maßnahmen entwickeln. Die Mitglieder, allen voran die »Macher« im Vorstand, investieren konsequent ihre Zeit und ihr Wissen in diese »Leistungs­lokomotive«, die sich WIH nennt, alles im Ehrenamt! Immer mehr »Zaungäste« in verantwortlichen Positionen des Kreises erleben diese Dynamik. Die WIH – sie entwickelt sich zur größten Bewegung der Region.   Harald Iding

 

 

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