Di., 11.09.2018

Martin Wagemann vom Regionalforstamt Hochstift schlägt Alarm – Fichten besonders betroffen »Attacke der Borkenkäfer«

Die Käfer ziehen unter der Rinde ihre »Bahnen«. Von außen merkt man den Bäumen den Befall zunächst nicht an. Vor allem Fichten seien davon betroffen – wie hier in Steinheim.

Die Käfer ziehen unter der Rinde ihre »Bahnen«. Von außen merkt man den Bäumen den Befall zunächst nicht an. Vor allem Fichten seien davon betroffen – wie hier in Steinheim. Foto: Harald Iding

Von Harald Iding

Steinheim/Brakel/Warburg (WB). Martin Wagemann vom Regionalforstamt Hochstift schlägt Alarm. Die Fichtenbestände in der Region seien bedroht. Nicht nur das Sturmtief »Friederike« habe ihnen zugesetzt – jetzt schlägt auch ein kleiner Käfer unter der Rinde zu.

Im Rahmen einer Begehung des Steinheimer Stadtwaldes hat der Waldexperte Wagemann die heimischen Politiker über das Ausmaß der bisherigen Zerstörungen informiert. Die Steinheimer zeigten sich geschockt. Nach dem schlimmen Sturm Anfang dieses Jahres und der lang anhaltenden Trockenheit der vergangenen Monate sieht Wagemann mit jedem Tag mehr Schäden auf die privaten Waldbesitzer und Kommunen zukommen – und das im ganzen Kreis Höxter. »Ich rechne damit, dass der Borkenkäferbefall bei den Fichten ähnlich hohe Schäden verursacht wie seinerzeit der Orkan Kyrill.« Wagemann spricht von einer »Attacke der Borkenkäfer«. Es würde sicher mehrere Jahrzehnte dauern, bis die aktuellen Schäden in den Wäldern aufgearbeitet und die Aufforstung erfolgt sei und schließlich Wirkung zeige. »Wir müssen dabei unbedingt auf Mischbestände achten. Das hat uns der letzte Sturm auch gelehrt«, sagte Wagemann dieser Zeitung.

Wie das WESTFALEN-BLATT bereits Anfang September veröffentlicht hat, hätten sich die Käfer zunächst auf das Totholz gestürzt , von dem nach Friederike ja immer noch jede Menge da ist. Seit Wochen befielen sie nun auch stehende Bäume, in der Regel Fichten.

Martin Wagemann (2. von rechts) vom Regionalforstamt informiert im Steinheimer Stadtwald die Kommunalpolitiker über das enorme Ausmaß der Schäden durch das Sturmtief und die aktuelle Borkenkäferplage. Foto: Harald Iding

Der Waldbauernverband rät zu mehreren Schritten, die jedoch angesichts der gewaltigen Holzmengen nicht flächendeckend gegangen werden können. Totes und be­fallenes Holz so schnell wie möglich aus den Wäldern holen, die Stämme umgehend verar­beiten oder zumindest entrinden und dort lagern, wo kein Wald in der Nähe ist. Ultima ratio ist der Einsatz von Pestiziden, das sogenannte Begiften. Martin Wagemann: »Auch wir ziehen die letzte aller Möglichkeiten in Betracht. Aber eigentlich nur als absolute Notbremse, denn wir tragen ja alle für den Wald und die vielen Tiere eine hohe Verantwortung!«

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