Mi., 12.09.2018

Azubi-Serie: Max Müller (19) lernt Dachdecker und ist von seinem Weg überzeugt Der Nagel sitzt

Nur für den Fototermin schaut Dachdeckermeister Jörg Rauscher seinem Auszubildenden Max Müller über die Schulter, während der eine Hausfassade in Würgassen mit Schiefer bekleidet. Der 19-Jährige ist im zweiten Ausbildungsjahr.

Nur für den Fototermin schaut Dachdeckermeister Jörg Rauscher seinem Auszubildenden Max Müller über die Schulter, während der eine Hausfassade in Würgassen mit Schiefer bekleidet. Der 19-Jährige ist im zweiten Ausbildungsjahr. Foto: Alexandra Rüther

Von Alexandra Rüther

Beverungen (WB). Er hat bereits einen kalten Winter und einen extrem heißen Sommer hinter sich. Aber Max Müller ist immer noch überzeugt davon, dass es die richtige Entscheidung war, den Beruf des Dachdeckers zu erlernen.

2017 hatte Max Müller aus Höxter sein Abitur in der Tasche. »Und ich hatte keine Lust, weiter die Schulbank zu drücken beziehungsweise zu studieren«, sagt der 19-Jährige. Weil er bereits in den Schulferien Erfahrungen in dem Beruf gesammelt hatte, war die Entscheidung für ihn naheliegend, Dachdecker zu werden. »Und ich bereue nichts. Klar – der Somer war schon heftig, aber mit Pausen im Schatten und viel Wasser haben wir es ja alle überstanden.«

Dass man jeden Tag etwas schafft – im wahrsten Sinne des Wortes – das gefällt dem jungen Mann so gut an dem Beruf. So wie die Fassade eines Einfamilienhauses in Würgassen, die er zusammen mit Kollegen gerade mit einer Wärmedämmung versieht und mit Schieferplatten bekleidet. »Ich persönlich finde es optisch ansprechend. Am Ende des Tages sehe ich, was ich geschafft und geschaffen habe. Und wenn die Kunden mit der Arbeit zufrieden sind, dann bin ich es auch«, sagt Müller.

Meisterschule möglich

Was er nach der Ausbildung machen wird, weiß Max noch nicht. »Ich kann mir aber vorstellen, noch zwei, drei Gesellenjahre dranzuhängen, bevor ich dann auf die Meisterschule gehe. Dazu rät auch sein Chef Jörg Rauscher. »Wer nach der Ausbildung erst noch Praxiserfahrung sammelt, hat es später leichter als die, die direkt durchmarschieren.« Die hätten zwar den Meisterbrief in der Tasche, sagt Rauscher, aber nicht unbedingt »meisterliche Fähigkeiten«.

Job auf den Dächern der Region

Aus Arbeitgeber-Sicht sieht er das Problem auf die Betriebe zukommen, »dass wir die Aufträge eines Tages nicht mehr abarbeiten können, weil uns das Personal fehlt – und zwar nicht nur in der Menge, sondern auch in der Qualität«. Denn die Bewerbungen und Anfragen, die er bekommt, würden nicht nur weniger, sondern auch schlechter. Rauscher profitiert von den guten Kontakten zu ehemaligen Auszubildenden, die bei ihm wiederum für Nachwuchs sorgen. »Grundsätzlich ist es schwer, die Leute davon zu überzeugen, dass ein handwerklicher Beruf zufriedenstellend ist.« Rauscher appelliert in dem Zusammenhang auch an Eltern, ihre Kinder nicht »händeringend Richtung Studium zu treiben, weil sie meinen, es sei das Beste für sie«.

Für Max Müller war es das nicht. Er ist glücklich mit seinem Job auf den Dächern der Region. Auch deshalb, weil ihm nach der Ausbildung immer noch sehr viele Wege offen stehen.

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