Do., 20.12.2018

Unternehmen Sewikom zieht positives Zwischenfazit zum Breitbandausbau im Kreis Datenautobahn verläuft unter der Erde

Bei Marienmünster-Bredenborn sind aktuell weitere Leerrohre verlegt worden – der Breitbandausbau im Kreisgebiet schreitet voran.

Bei Marienmünster-Bredenborn sind aktuell weitere Leerrohre verlegt worden – der Breitbandausbau im Kreisgebiet schreitet voran. Foto: Dennis Pape

Von Dennis Pape

Kreis Höxter (WB). An Straßenrändern und Feldwegen wird derzeit im gesamten Kreis Höxter gebuddelt – verlegt werden hier Leerrohre für das neue Glasfasernetz, das ab Mitte 2019 für eine 98-prozentige Abdeckung mit Hochgeschwindigkeitsinternet sorgen soll. Sewikom-Geschäftsführer Kai-Timo Wilke betont: »Wir liegen im Zeitplan.«

Wilke nahm gestern unter anderem an einer »Baustelle« in Marienmünster zwischen Bredenborn und Vörden die Fortschritte der Arbeiten in Augenschein. An einem Feldweg wurden die Leerrohre etwa 60 Zentimeter unter der Erde verlegt – zum Teil muss jedoch deutlich tiefer gegraben werden. »Die Verlegung der Rohre ist nicht nur mit einem großen Aufwand, sondern auch mit einem gewissen Risiko verbunden. Das Erdreich ist ja nicht frei. Hier verlaufen unzählige Leitungen und Rohre. Deshalb sind wir froh, dass die Zusammenarbeit mit den Kommunen bestens funktioniert und wir alle Pläne zur Verfügung haben«, sagt der Sewikom-Chef.

Glasfaserkabel

Durch die Leerrohre, die derzeit im gesamten Kreisgebiet verlegt werden oder schon verlegt worden sind, werden die eigentlichen Glasfaserkabel anschließend per Druckluft eingeblasen. Diese führen zu den einzelnen Verteilern in den Ortschaften und von dort geht es geht es mit den kupfernen Telekom-Kabeln in die Haushalte – die sollen von 2019 an mit bis zu 100 Mbit pro Sekunde versorgt werden. Doch warum verlaufen nicht auch die letzten Meter der Telekom vom Verteiler zum Hausanschluss per Glasfaser? Wilke: »Dazu ein Vergleich: Früher gab es nur einen Brunnen im Ort, dann kam irgendwann die zentrale Wasserleitung – ein großer Fortschritt. Auf diesem Weg befinden wir uns derzeit auch in Sachen Internet.« Der Weg für Glasfaserkabel bis in alle Haushalte sei nicht verschlossen. Doch niemand wisse, wohin sich die Technik in Zeiten von 5G-Mobilfunknetzen wirklich bewegen werde. Fakt sei: Der Breitbandausbau sei ein großer für den Kreis Höxter und bedeute eine ebenso große Verantwortung für das Unternehmen Sewikom aus Beverungen. »Wir sind in ganz Westfalen der erste ländliche Raum, der sich in Sachen Breitbandausbau bereits im Durchführungsprozess befindet«, so Wilke.

Engagement vieler Partner

Ohne das Engagement vieler Partner sei dies jedoch nach Angaben des Geschäftsführers und Firmengründers von Sewikom nicht möglich: »Man blickt schon mit etwas Stolz auf das, was sich derzeit hier im Kreis Höxter entwickelt. Besonders stolz bin ich aber auf das, was unser Team derzeit leistet. Die Zusammenarbeit mit den Städten, dem Kreis und der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung ist bestens – dies ist die Grundlage dafür, dass wir dieses Projekt umsetzen können.

Der Breitbandausbau im Kreis Höxter unter dem Titel »hxnext« wird über die Städte mit zehn Millionen Euro gefördert, der Eigenanteil von Sewikom liege bei etwa 20 Prozent. »Ohne diese Förderung wäre das Projekt nicht wirtschaftlich gewesen – denn im ländlichen Raum müssen extrem viele Kilometer für vergleichsweise weniger Haushalte überbrückt werden«, sagt der Geschäftsführer. Ursprünglich seien 250 Kilometer Leerrohr und Glasfaserkabel für schnelles Internet in den bislang 94 unterversorgten Dörfern vorgesehen gewesen – mittlerweile sind 300 Kilometer geplant. »Wir wollen alle Höfe mitnehmen, die Interesse an der Breitbandanbindung haben. Unsere Trassen sind zudem insofern optimiert worden, dass genügend Redundanz eingeplant ist.« Bis Ende Juni 2019 soll der Breitbandausbau geschafft sein – dann kann fast überall (98 Prozent des Kreisgebietes) mit 50 MBit/s gesurft werden – in den meisten Fällen sind sogar 100 MBit/s verfügbar.

Pflügen, Fräsen und Baggern

Stand Mittwoch, 20. Dezember, hat Sewikom mit zum Teil eigenen Pflügen, Fräsen und Baggern sowie Subunternehmen aus der Region 210 Kilometer verlegt. In den Städten Warburg, Willebadessen, Borgentreich und Beverungen fehlen nur noch weniger Meter und auch in Steinheim, Nieheim und Marienmünster sei man fortgeschritten. Neben mehr als 30 Bauarbeitern betreuen auch acht Mitarbeiter am Firmensitz in Beverungen das aufwendige Projekt.

»Ende Juni 2019 alle Dörfer vernetzt«

Sollte das Wetter auch im Winter mitspielen, werden Ende Juni alle Dörfer vernetzt sein, im zweiten Schritt sollen die Gewerbegebiete bis Ende 2019 angeschlossen werden. Wo es bereits Glasfaser gibt, schließt Sewikom Mietverträge mit den Betreibern ab. Die neuen Anschlüsse können bereits gebucht werden, freigeschaltet werden sie zum Abschluss des kreisweiten Ausbaus. Angestrebt werde, die Freischaltung in allen Bereichen zeitgleich zu bewältigen – eine weitere große Herausforderung zum Abschluss.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6270609?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851045%2F