So., 10.03.2019

Abfallmengenbilanz liegt vor – 22.000 Kleinanlieferer pro Jahr in Wehrden Jeder Bürger produziert 354 Kilo Müll

Frank Wittrock (45) aus Brenkhausen hat am Freitag seinen Elektroschrott in Wehrden entsorgt. Er gehört zu 22.000 Kleinanlieferern, die jedes Jahr zur Abfallentsorgungsanlage kommen, um dort Abfall abzugeben. Darüber hinaus gibt es dezentrale Wertstoffsammlungen.

Frank Wittrock (45) aus Brenkhausen hat am Freitag seinen Elektroschrott in Wehrden entsorgt. Er gehört zu 22.000 Kleinanlieferern, die jedes Jahr zur Abfallentsorgungsanlage kommen, um dort Abfall abzugeben. Darüber hinaus gibt es dezentrale Wertstoffsammlungen. Foto: Harald Iding

Höxter (WB/thö). Frank Wittrock hat seinen Dachboden entrümpelt. Jetzt steht der 45-Jährige Brenkhäuser auf dem Gelände der Abfallentsorgungsanlage und sortiert seine alten Lampen, Staubsauger und Audiokabel in den Container für Elektroschrott. Wittrock ist einer von rund 22.000 Kleinanlieferern jährlich, die freitags und samstags nach Wehrden kommen.

Diese Zahl hat Josef Weskamp, bei der Kreisverwaltung zuständig für Deponien und Abfallentsorgungsanlagen, am Donnerstagabend im Umweltausschuss genannt. Demnach seien in Wehrden im vergangenen Jahr 556 Tonnen Restmüll angeliefert worden. Hinzu kamen knapp 60 Tonnen Elektroschrott, 564 Tonnen Holz und 69 Tonnen Metall. Die Kunden in Wehrden kämen aus dem Bereich Höxter und Beverungen. Zugenommen hätten Anlieferungen aus dem Raum Brakel und auch aus dem Warburger Land.

Wertstoffe

Der weitaus größte Teil an Wertstoffen wird nach Angaben des Kreises aber während der dezentralen Sammlungen in den zehn Städten des Kreises angenommen. Dabei kamen 2018 988 Tonnen Elektronikschrott, 1523 Tonnen Holz und 163 Tonnen Metall zusammen. Seit fünf Jahren gibt es im Kreis auch Elektrokleingerätecontainer, in denen 2018 226 Tonnen ausgediente Geräte gesammelt wurden.

Restmüll

Im Kreis Höxter sind im vergangenen Jahr etwa 14.000 Tonnen Restmüll aus privaten Haushalten angefallen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert fast konstant geblieben. Weil in Wehrden außer bei Bauschutt seit einigen Jahren keine Deponierung mehr stattfindet, ist der größte Teil dieses Mülls in der Verbrennungsanlage in Hameln gelandet. Dort wurden aus dem Kreis Höxter 13.751 Tonnen Haus- und Sperrmüll, 10.780 Tonnen Gewerbeabfall und 324 Tonnen Klärschlamm zur Verbrennung angeliefert. Ein deutlich geringerer Teil ging in die Müllverbrennungsanlage nach Bielefeld (33 Tonnen Haus- und Sperrmüll, 5670 Tonnen Gewerbeabfall und 103 Tonnen Klärschlamm).

Klärschlamm

Der dort entsorgte Klärschlamm stammt aus den Kläranlagen in Höxter und Warburg. »Klärschlamm aus den anderen Kläranlagen im Kreis Höxter kann noch auf landwirtschaftlichen Flächen entsorgt werden«, berichtete Fachbereichsleiter Michael Werner im Ausschuss. Derzeit planten 70 Kommunen in OWL an einer gemeinsamen Klärschlammverbrennungsanlage, weil durch die neue Dünge- und die neue Klärschlammverordnung eine landwirtschaftliche Verwertung schwieriger werde.

Bioabfall

Mit 18.450 Tonnen sind im vergangenen Jahr rund 1400 Tonnen weniger Biomüll angefallen als noch 2017. Den Rückgang führt Josef Weskamp auf den heißen Sommer zurück. »Bei den Lebensmittelabfällen hat sich nichts verändert, aber es fehlen Rasenschnitte, die sonst über die grüne Tonne entsorgt wurden«, sagte Weskamp.

Müllaufkommen pro Kopf

Im Kreis Höxter hat jeder Einwohner im vergangenen Jahr 354 Kilogramm Müll produziert, das sind 16 Kilo weniger als 2017. Der Rückgang ist auch hier im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass wegen des trockenen Sommers weniger Bioabfall (2018: 129 Kilo, 2017: 138 Kilo) und Strauchwerk (2018: 6,8 Kilo, 2017: 14,9 Kilo) angefallen ist. Darüber hinaus wurden mit 98 Kilo im Jahresvergleich rund 1,2 Kilo mehr Restabfall pro Einwohner produziert. Zurückgegangen ist der Anteil des so genannten Problemabfalls, der beispielsweise bei Schadstoffsammlungen abgegeben werden (2018: 370 Gramm, 2017: 420 Gramm). Um rund ein Kilo auf 67,5 Kilogramm ist das Papiermüllaufkommen pro Kopf gesunken. Über den gelben Sack entsorgte jeder Kreisbewohner 2018 28 Kilogramm (2017: 27 Kilo).

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