Di., 26.03.2019

»backCUP«: Bäckereien im Kreis Höxter bieten wiederverwendbare Pfandbecher an Eine Alternative zum Wegwerf-Becher

Der neue wiederverwendbare »To Go«-Becher kommt an – auch Stefan und Denise (hier in Höxter) nutzen diese Möglichkeit.  

Der neue wiederverwendbare »To Go«-Becher kommt an – auch Stefan und Denise (hier in Höxter) nutzen diese Möglichkeit.   Foto: Harald Iding

Höxter (sti/yan). »Mehrweg statt Müll« – unter diesem Motto ist gestern »backCUP«, das neue Becher-Pfandsystem im Kreis Höxter an den Start gegangen. Zahlreiche Bäckereien haben die Aktion gemeinsam entwickelt und bieten in ihren Filialen nun Kaffee in einer Alternative zum Wegwerf-Becher aus Pappe an.

Bei den Passanten in der Höxteraner Innenstadt kommen die Mehrweg-Becher gut an. »Die Aktion ist super, weil generell zu viel Müll produziert wird. Die Becher sind da perfekt«, sagt Tanja Beynon aus Bad Driburg. Auch Anne Hermanns ist zufrieden mit den umweltfreundlichen Bechern. »Ich finde es sinnvoll, dass wiederverwendbare Becher verkauft werden. Endlich wird etwas getan«, beschreibt die Verkäuferin in einer Westbomke-Filiale.

Landrat Friedhelm Spieker zeigte sich von den neuen Bechern bei deren Vorstellung begeistert. »Der ›backCUP‹ ist eine hervorragende Aktion und ein tolles Angebot an die Kunden. Sie haben durch den Becher einen Mehrwert und können einen Beitrag zur Abfallvermeidung leisten«, so Spieker.

Die neuen Becher gibt es in zwei Farbvariationen: weiß mit schwarzem Aufdruck und schwarz mit weißem Aufdruck. Rund um den Schriftzug »backCUP – to go & zurück« sind die Becher mit regionalen Motiven verziert, wie dem Weltkulturerbe Corvey oder dem Desenberg. Gestaltet wurden Logo, Becher und weiteres Werbematerial von der Designerin Barbara Fien aus Höxter.

Von Bäckereien entwickelt

Der »backCUP« sei aus nachwachsenden Rohstoffen und natürlich vorkommenden Mineralien hergestellt und im Gegensatz zu den meisten Einwegbechern bruch-, kratz- und stoßfest, hieß es in einer Mitteilung.

Entwickelt wurde das Pfandbechersystem von den Bäckereien Engel, Goeken backen, Kromes Backstube und der Bäckerei Westbomke. Unterstützt wurden sie dabei von der Abteilung Umweltschutz und Abfallwirtschaft des Kreises Höxter.

»Wir freuen uns sehr, dass die Idee bereits auf ein tolles Echo gestoßen ist und wir weitere Partner gewinnen konnten«, sagt Martina Krog, Klimaschutzbeauftragte des Kreises Höxter, die das Projekt maßgeblich mitbegleitet. So werden auch die Bäckereien Henke aus Hohenwepel und Bielemeier aus Bruchhausen sowie der Dorfladen Dringenberg den »backCUP« anbieten.

Aufkleber im Schaufenster

In den Verkaufsstellen aller teilnehmenden Bäckereien erhalten die Kunden den neuen Becher gegen einen Pfandbetrag von zwei Euro. Wenn sie den benutzten Becher in einer teilnehmenden Bäckerei wieder abgeben, erhalten sie dort ihr Pfand zurück. Die gebrauchten Becher werden dann vor Ort gereinigt.

»Jede Verkaufsstelle, die den ›backCUP‹ anbietet und zurücknimmt, ist mit einem Aufkleber im Schaufenster gekennzeichnet. Um zusätzlich auf die Aktion aufmerksam zu machen, werben die Bäckereien mit speziell gedruckten Brötchentüten für den Mehrwegbecher«, erklärt Martina Krog.

Gedeckelt

Wenn der Kunde einen Deckel wünscht, wird aktuell noch ein Einwegdeckel aus Kunststoff angeboten. »Es wird aber auch bald einen Mehrwegdeckel sowie einen Verschlussbügel geben«, erklären die Bäckereien. »Diese werden vom Kunden einmalig gekauft und können dann immer wieder benutzt werden. Anders als die Becher können sie nicht in den Verkaufsstellen gereinigt werden.«

Die Deckel waren auch einer der Kritikpunkte der Höxteraner. »Die Aktion ist sehr gut, aber meiner Meinung nach sollten die Deckel auch recycelbar sein«, meinte beispielsweise Mirjam Sandfort.

Damit das System im Kreis Höxter funktioniert, soll es noch ausgebaut werden. »Unser gemeinsames Ziel ist es, den Pfandbecher auch überregional zu etablieren«, so die Projektbeteiligten. »Wir wünschen uns ein dichtes Netz an Verkaufs- und Rückgabestellen.«

Interessierte Anbieter von To-go-Getränken erhalten bei der Klimaschutzbeauftragten Martina Krog unter Telefon 05271/9654219 oder per E-Mail an backcup@kreis-hoexter.de weitere Informationen.

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