Mo., 15.04.2019

Feuerwehrsportler beim Boston-Marathon gestartet – Polizei verbietet Montur Schmidt kämpft sich durch den Regen

Mathias Schmidt ist im Sportlerdorf kurz vor dem Start angekommen – er läuft im Shirt mit Botschaft statt Feuerwehrmontur.

Mathias Schmidt ist im Sportlerdorf kurz vor dem Start angekommen – er läuft im Shirt mit Botschaft statt Feuerwehrmontur.

Boston/Bredenborn (WB/dp). Feuerwehrsportler Mathias Schmidt ist beim Boston-Marathon gestartet. Bei starkem Regen musste der Bredenborner jedoch auf seine Feuerwehruniform und sein Atemschutzgerät verzichten. Die Polizei hatte es schlussendlich nach langem Hoffen doch verboten.

»Ich habe unglaublich viel Rückhalt erfahren – viele Amerikaner sind von der Idee, in Feuerwehrmontur für unheilbar kranke Kinder zu laufen, sehr angetan. Deshalb haben am Ende alle Instanzen mein Vorhaben genehmigt – außer die Polizei«, sagte Schmidt in einem Telefonat mit dem WESTFALEN-BLATT kurz vor dem Start.

Schmidt hat sich deshalb mit einem zuvor bereits gefertigten Shirt auf die 42-Kilometer-Strecke gemacht. Darauf stand auf Deutsch und Englisch: »Ich laufe für an Duchenne erkrankte Kinder. Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.«

Große Hilfsbereitschaft

Schmidt hatte in den vergangenen Tagen keine Gelegenheit ausgelassen, um sein großes Ziel – den Start beim Marathon in Feuerwehrausrüstung – doch noch in die Tat umzusetzen. Große Unterstützung erfuhr er dabei einmal mehr von seinen Freunden der Feuerwehr in Hull. Auf der Halbinsel nahe Boston hatte er sein Lager aufgeschlagen und sich schnell einen Namen gemacht. »Die Jungs haben alles erdenkliche versucht. Diese Hilfsbereitschaft werde ich nie vergessen. Feuerwehrchef Dan hatte ihn gestern morgen um kurz nach 7 Uhr Ortszeit abgeholt und zur Fähre nach Boston gebracht.

Einige Familienmitglieder sind mit Schmidt anschließend in die Stadt gefahren, um ihm noch einmal alles Gute zu wünschen – dann ging es mit dem Bus in ein eigens errichtetes Dorf für die Sportler in der Nähe des Starts. Im Camp angekommen, sind Schmidt noch einmal die Dimensionen dieses traditionsreichen Laufes klar geworden. »Es ist der blanke Wahnsinn – 30.000 Läufer auf einen Haufen. Da wird einem noch mal so richtig bewusst, dass man Teil von etwas ganz Großem ist.«

Wenig Schlaf vor dem Start

Im Sportlerdorf hatten sich viele mit Regenponchos eingedeckt, Schmidt hatte dagegen seine »Firefighters-OWL«-Fahne dabei, die er im Ziel hochhalten wollte. »Hier regnet es Bindfäden – ich hoffe, dass ich die 42 Kilometer nicht schwimmend zurücklegen muss«, sagte Schmidt lachend, um dann doch wieder ernst zu werden: »Ich habe heute Nacht nicht gut geschlafen, weil ich so langsam doch etwas aufgeregt bin. Ich hoffe einfach, dass die Höhenmeter im Weserbergland mich gut auf die Strecke vorbereitet haben – und ab jetzt gebe ich alles für die kranken Kinder, die es wirklich verdient und nötig haben«, sagte der Bredenborner kurz vor dem Start.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6546202?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851045%2F