Di., 16.04.2019

Feuerwehrsportler absolviert Boston-Marathon für kranke Kinder Mathias Schmidt hat es geschafft

Überglücklich kommt Mathias Schmidt im Ziel in Boston an.

Überglücklich kommt Mathias Schmidt im Ziel in Boston an. Foto: privat

Von Dennis Pape

Boston (WB). »Es ist einfach unglaublich – ich bin überglücklich.« Feuerwehrsportler Mathias Schmidt aus Bredenborn ist beim Boston-Marathon in einer Zeit von unter viereinhalb Stunden ins Ziel gekommen.

Wenige Minuten nach seinem Zieleinlauf verkündete Schmidt bereits die frohe Botschaft um kurz nach 22 Uhr am Telefon im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT – seine unbändige Freude war tausende Kilometer von Boston bis in den Kreis Höxter durch die Leitung förmlich zu spüren.

» Dass ich für kranke Kinder laufe , setzt bei mir immer wieder ungeahnte Kräfte frei. Es ist unglaublich, was man bewegen kann, wenn man mit voller Power auf ein Ziel hinarbeitet und das dann auch nicht aus den Augen verliert«, sagte er und fügte anschließend mit einem Lachen hinzu: »Heute Abend gönne ich mir ein dickes Steak und ein großes Bier.«

Jubel vom Seitenrand

Schmidt läuft seit Jahren für den Verein »Aktion Benni und Co.« und sammelt damit Spenden für Kinder, die an der unheilbaren Muskelkrankheit Duchenne erkrankt sind. Dies macht er eigentlich immer in bis zu 25 Kilogramm schwerer Feuerwehrausrüstung – sein Vorhaben ist in Boston jedoch von der US-Polizei in letzter Sekunde aus Angst vor Terror gestoppt worden .

»Das hat mich schon sehr geärgert und das hatte ich immer mal wieder im Kopf. Aber auch ohne meine Klamotte haben mich sehr viele Menschen am Rand erkannt und mir zugejubelt – unter anderem eine komplette Mädchen-Schule und auch viele Feuerwehrleute am Rand der Strecke.

Es ist der Wahnsinn, wie viel Unterstützung ich von der Seite bekommen habe.« Schmidt trug anstelle seiner Ausrüstung ein T-Shirt mit der Aufschrift: »Ich laufe für an Duchenne erkrankte Kinder. Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.«

Dabei hatte er auch seine »Firefighters-OWL«-Fahne, an der ihn viele als Feuerwehrmann erkannt haben – und die werden in Amerika bekanntlich verehrt. »Wäre ich in Uniform gelaufen, hätte ich so viele Selfies machen müssen, dass ich nie ins Ziel gekommen wäre«, scherzte Schmidt nach dem Lauf.

Das Ziel vor Augen

Schmidt musste auf der 42 Kilometer langen Strecke – er ist übrigens zum ersten Mal überhaupt diese Distanz gelaufen – mit zum Teil starken Regengüssen und vielen Steigungen kämpfen. »Bei Kilometer 15 hatte ich erste Zweifel – aber ich habe mich zurückgekämpft und durchgehalten. Nach etwa 39 Kilometern ist es wieder angefangen zu regnen, aber da hatte ich das Ziel bereits sinnbildlich vor Augen. Da konnte mich nichts mehr aufhalten.«

Schmidt hatte im Training in der Heimat nicht mehr als 30 Kilometer pro Strecke absolviert. Um so größer war der Stolz nach dem ersten Marathon: »Und dann ist es auch noch der berühmteste weltweit – einfach nur großartig«, sagte er.

Und dann – typisch Schmidt – zog er sich zunächst auf der Toilette eines Schnellimbisses um und machte sich anschließend zu Fuß auf den Weg zur Fähre, die ihn von Boston nach Hull bringt, wo er sein Lager aufgeschlagen hat. Als wenn seine Füße ihn nicht schon genug getragen hätten. Aber Schmidt hat halt bereits das nächste Ziel vor Augen – auch wenn es dieses Mal »nur« ein dickes Steak und ein großes Bier ist.

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