OWL-Integrationskongress mit Staatssekretärin Serap Güler und 380 Gästen
»Ländlicher Raum ist ein Vorbild«

Marienmünster (WB). Zuwanderung ist eine Herausforderung für den ländlichen Raum – aber auch eine große Chance. Das ist der Tenor beim OWL-Integrationskongress gewesen. Der hat zum ersten Mal im Kreis Höxter stattgefunden – 380 geladene Gäste aus ganz Ostwestfalen-Lippe hatten sich auf den Weg nach Marienmünster gemacht. Dabei war auch Serap Güler (CDU), Staatssekretärin für Integration im Land NRW.

Freitag, 24.05.2019, 11:10 Uhr aktualisiert: 24.05.2019, 11:12 Uhr
Hauptakteure beim Kongress (von links): Frank Spannuth (Bezirksregierung), Janine Leifert (Initiative für Beschäftigung), Frithjof Ehlers (BAMF), Prof. Dr. Ahmet Toprak (Fachhochschule Dortmund), Prof. Dr. Andreas Zick (Uni Bielefeld), Kreisdirektor Klaus Schumacher, Staatssekretärin Serap Güler, Dominic Gehle (Kreis Höxter) und Filiz Elüstü (Leiterin KI Kreis Höxter). Foto: Dennis Pape
Hauptakteure beim Kongress (von links): Frank Spannuth (Bezirksregierung), Janine Leifert (Initiative für Beschäftigung), Frithjof Ehlers (BAMF), Prof. Dr. Ahmet Toprak (Fachhochschule Dortmund), Prof. Dr. Andreas Zick (Uni Bielefeld), Kreisdirektor Klaus Schumacher, Staatssekretärin Serap Güler, Dominic Gehle (Kreis Höxter) und Filiz Elüstü (Leiterin KI Kreis Höxter). Foto: Dennis Pape

Wie steht es um die Integration im ländlichen Raum? Wie können Zugewanderte am besten in Dörfern, Städten, in Vereine und in den Arbeitsmarkt integriert werden? Wie kann der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden? Um diese und andere Fragen drehte sich der 9. OWL-Integrationskongress mit Vertretern aus vielen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Sozialverbänden und Verwaltung. Der Kongress wurde federführend vom Kommunalen Integrationszentrum (KI) Kreis Höxter organisiert – in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Bezirksregierung Detmold sowie der Initiative für Beschäftigung OWL.

Vertreter aus vielen gesellschaftlichen Bereichen

NRW-Staatssekretärin Serap Güler betonte bei ihrer Ansprache in den Räumlichkeiten der Kulturstiftung Marienmünster an der Abtei: »Integration ist eine Herausforderung – das geht nicht ohne Probleme. Doch gerade der ländliche Raum steht in vielen Bereichen für gelungene Integration. Vielfalt ist eine Bereicherung, aber nicht immer einfach. Wichtig ist, dass wir uns alle jeden Tag Gedanken machen, wie Integration gelingt.« Dem Integrationsministerium NRW sei durchaus bewusst, dass es besonders in den ländlichen Regionen wie dem Kreis Höxter viele Akteure gibt, die diesen Gedanken leben. »Die politische Ebene ist in Sachen Integration wichtig – und hier wurde in der Vergangenheit viel zu viel vernachlässigt. Wir können und müssen noch viel von den Menschen im Ländlichen lernen. Hier ist der gesellschaftliche Zusammenhalt deutlich ausgeprägter als beispielsweise in der Großstadt.« Der gute Ruf des Kommunalen Integrationszentrums im Kreis Höxter eile diesem beispielsweise auch bis Düsseldorf voraus. Serap Güler betonte auch, dass bei der Integration die seit Jahrzehnten in Deutschland lebenden Menschen nicht vergessen werden dürften. Und weiter: »Wir müssen besser erklären, wer zu uns passt und wer nicht. Rassismus und Diskriminierung dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.«

Sprache ist für Integration unerlässlich

Kreisdirektor Klaus Schumacher brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass der Kongress zum ersten Mal im Kreis abgehalten wurde und richtete das Wort an alle Gäste: »Durch ihre tägliche Arbeit machen Sie sich hervorragend um das Zusammenleben in der Region Ostwestfalen verdient.« Bei einer von der freien Journalistin Melike Yasaroglu moderierten Gesprächsrunde betonte Michael Stickeln (Warburg) als Sprecher der Bürgermeister im Kreis Höxter: »Weder in Warburg – dort gab es 2015 bis zu 624 Flüchtlinge – noch im gesamten Kreis Höxter hätten wir es geschafft, wenn es nicht so viele Unterstützer vor Ort gegeben hätte. Die Region hat bewiesen, dass sie tolerant ist.« Frank Spannuth, Integrationsbeauftragter bei der Bezirksregierung Detmold, vertrat Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl. Er sagte: »Sprache ist für Integration unerlässlich. Viele Zuwanderer gehen in die großen Städte, weil sie dort unter sich nicht einmal deutsch lernen müssen. Diejenigen, die sich auf den ländlichen Raum einlassen, profitieren dagegen langfristig von einer offenen Gesellschaft. Die wiederum kann beispielsweise in Facharbeitern oder einer höheren Anzahl an Kindern für die ländlichen Schulen ihre Chancen sehen.«

Integration in Deutschland ist besser als ihr Ruf

Im Verlauf des Kongresses in Marienmünster gab es verschiedene Vorträge und Diskussionsrunden zu den Themen »Die Integration in Deutschland ist besser als ihr Ruf: zwei Blickwinkel«, »Lebenswelten im ländlichen Raum« sowie »Heimisch und doch fremd?!«. Anschließend gab es in acht so genannten »Landcafés« die Möglichkeit zur Diskussion mit Fachleuten. Begleitet wurde der Kongress bereits im Vorfeld von Angeboten der Kulturstiftung Marienmünster sowie gestern von Aeham Ahmad (Pianist aus den Trümmern) und dem interkulturellen Chor Höxter. Am Abend schloss sich ein öffentlicher Bürgerdialog mit Serap Güler an.

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