Wirtschaftsinitiative im Kreis Höxter (WIH) ruft Denkfabrik ins Leben
Junge Leute starten »Reise nach morgen«

Kreis Höxter (WB). »Reise nach morgen – wie wir in 2030 im Kreis Höxter leben werden«: Diese Vision entwerfen 30 junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren Ende Oktober in anderthalb Tagen »Klausur« auf dem Bilster Berg. Den Anstoß zu dieser Denkfabrik gibt die Wirtschaftsinitiative im Kreis Höxter (WIH).

Samstag, 28.09.2019, 06:00 Uhr
Stellen die Kampagne »Superheldenausbildung« und die Zukunftskonferenz für den Kreis Höxter vor: Johann-Friedrich von der Borch, Jürgen Spier, Mark Becker (Vorstand WIH), Petra Spier (Verein Natur und Technik), Imke Müller-Stauch (Innovationsmanagerin) und Michael Meier (Vorstand WIH). Bei der Zukunftswerkstatt möchten die WIH, die Wirtschaftsjunioren Paderborn-Höxter und der Verein »Natur und Technik« zusammen mit den jungen Teilnehmern »Zukunft verstehen und Perspektiven gestalten, weiterdenken und konkretisieren«. Foto: Sabine Robrecht
Stellen die Kampagne »Superheldenausbildung« und die Zukunftskonferenz für den Kreis Höxter vor: Johann-Friedrich von der Borch, Jürgen Spier, Mark Becker (Vorstand WIH), Petra Spier (Verein Natur und Technik), Imke Müller-Stauch (Innovationsmanagerin) und Michael Meier (Vorstand WIH). Bei der Zukunftswerkstatt möchten die WIH, die Wirtschaftsjunioren Paderborn-Höxter und der Verein »Natur und Technik« zusammen mit den jungen Teilnehmern »Zukunft verstehen und Perspektiven gestalten, weiterdenken und konkretisieren«. Foto: Sabine Robrecht

Die Angebote der Wirtschaftsinitiative (WIH) in Bildern

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Der Verein mit seinen 70 Mitgliedern aus heimischen Unternehmen, Kommunen und Bildungsträgern hat sich im Schulterschluss mit »Weserpulsar«, dem Pendant auf Holzmindener Seite, die Fachkräftesicherung für die Region auf die Fahnen geschrieben. Das umfassende Angebotsspektrum richtet sich an eine breite Zielgruppe vom Schüler und Auszubildenden bis hin zur gestandenen Fachkraft mit Berufserfahrung. Sie alle möchten die Ehrenamtlichen der WIH für die heimischen Unternehmen gewinnen beziehungsweise halten. »Alle Veranstaltungen dienen dazu, Menschen zu motivieren. Wir wollen anstoßen, zusammenführen und Netzwerke knüpfen«, brachte Vorstandsmitglied Johann-Friedrich von der Borch am Freitag bei der Jahresbilanz der WIH die Intention der vielen Projekte auf den Punkt.

Dabei gehe es auch darum, Informationen etwa über Karrieremöglichkeiten mit der dualen Ausbildung an die richtigen Zielgruppen zu bringen, erläuterte Innovationsmanagerin Imke Müller-Stauch bei der Vorstellung einer neuen Kampagne, der »Superhelden«-Offensive. Dem Namen der Aktion entsprechend lädt die Online-Plattform junge Menschen ein, den Superhelden – sprich eine besondere Begabung – in sich zu entdecken. »Jeder hat eine Superkraft.« Über dieses Talent eröffnen sich Berufswege, die es auf der Webseite www.superheldenausbildung.de zu entdecken gibt.

Instagram-Storys: Azubis erzählen aus ihrem Alltag

Parallel werden die Social-Media-Kanäle Facebook und Instagram bespielt: Dienstags wird ein Auszubildender vorgestellt, mittwochs erzählt dieser Azubi in einer Instagram-Story aus seinem Berufsalltag und donnerstags können die Follower dem oder derjenigen dann Fragen stellen. Die Freitage werden zum Fact-Friday«. »Die Resonanz ist schon sehr gut«, zieht Imke Müller-Stauch ein erstes Fazit. Auf der Webseite komplettieren bald Praktikums- und Ausbildungsplätze das Portal. Mit Plakaten und Flyern für Eltern und Schüler wird auch auf analogem Weg für die »Superhelden« geworben.

Innovationsnetzwerk: Förderung für die nächsten drei Jahre gesichert

Das federführende Innovationsnetzwerk mit Imke Müller-Stauch an der Spitze ist für die nächsten drei Jahre in seinem Fortbestand gesichert. Die Länder NRW und Niedersachsen haben eine Folgeförderung für diesen Zeitraum zugesichert. WIH und »Weserpulsar« übernehmen die Kofinanzierung. Bei der Regionalkonferenz am Dienstag, 26. November, 13 bis 17 Uhr, im Berufskolleg in Höxter können also für die nächsten drei Jahre Perspektiven entwickelt werden.

Tag der offenen Betriebstür ist ein Erfolgsformat

Das Innovationsnetzwerk führt IT-Verantwortliche, Personalchefs, Meister und Ausbilder sowie Gründer und Nachfolger jeweils zu regelmäßigen Treffen zusammen und betreut den federführend vom Kreis Höxter organisierten »Tag der offenen Betriebstür« mit. »Im vergangenen Jahr haben wir 1000 Schüler und Eltern erreicht. Das zeigt die Attraktivität und die Sinnhaftigkeit dieses Formats«, verweist der stellvertretende WIH-Vorsitzende Mark Becker auf den Erfolg. »Der Tag bringt Eltern und Schüler mit den Betrieben zusammen«, unterstreicht Vorsitzender Jürgen Spier den lohnenden Effekt.

Backstage-Ausbildung und MINT-Erlebnistag

Weil 70 bis 80 Prozent der Jobs im Kreis Höxter dem MINT-Bereich zuzuordnen seien, so Jürgen Spier, kümmert sich die Wirtschaftsinitiative gezielt um die MINT-Förderung. Hier arbeitet die WIH eng mit dem Verein für Natur und Technik zusammen. Eine der gemeinsamen Initiativen, die Backstage-Ausbildung, »wird in Zusammenarbeit mit dem Kreis im Frühjahr 2020 wieder laufen«, kündigt Petra Spier, Vorsitzende des Vereins Natur und Technik, an. Das Mentoring-Programm ermöglicht es Schülern, zusammen mit einem Auszubildenden ein Berufsfeld vertieft zu erkunden. Beim MINT-Erlebnistag am 16. November im Berufskolleg Kreis Höxter in Brakel »stellen Unternehmen der WIH wieder gerne aus und laden zum Experimentieren ein«.

Qualifizierungsnetzwerk hat sich bewährt

Auf weitere Erfolgsformate wie das Team-Training für Azubis, den Azubi-Begrüßungstag, das Fahrsicherheitstraining, die Seminare für Fach- und Führungskräfte und die Studienfahrten für Schüler und Auszubildende blickten die WIH-Verantwortlichen in ihrer Jahresbilanz ebenfalls zurück. Bewährt habe sich auch das länderübergreifende Qualifizierungsnetzwerk.

»Triff Entscheider aus der Wirtschaft«

Nachhaltige Ergebnisse erhofft sich die WIH von der Zukunftskonferenz am 24. und 25. Oktober auf dem Bilster Berg. Die 30 eingeladenen Schüler, Studenten, Azubis und Fachkräfte arbeiten mit dem Beratungsunternehmen Unity aus Paderborn zusammen und entwerfen mittels Szenario-Technik ein Zukunftsbild für Mobilität, Gesundheit, Schule und Wirtschaft. »Wenn wir es schaffen wollen, junge Leute in der Region zu halten, müssen wir sie zu Wort kommen lassen«, sagte Johann-Friedrich von der Borch. Wegen der professionellen Steuerung »erwarten wir verwertbare Ergebnisse«, prognostizierte Jürgen Spier. Ein WIH-Stammtisch für Schüler und Studenten unter dem Leitwort »Triff Entscheider aus der Wirtschaft« am Samstag, 9. November, 9.30 Uhr, im Berufskolleg Höxter rundet die neuen Formate ab. Die WIH bringt in lockerer Runde Unternehmer, Hochschulvertreter und junge Leute an einen Tisch.

Kommentar

Angesichts der Informationsflut im digitalen Zeitalter sieht man zuweilen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Entsprechend wissen junge Menschen und auch ihre Eltern oft nicht, dass spannende Unternehmen im Kreis Höxter ansässig sind und dass die duale Ausbildung attraktive Berufswege eröffnet. Die »Superhelden«-Offensive des Innovationsnetzwerks ist eine richtige und erfolgversprechende Kampagne zur Bewusstseinsbildung. Dass die WIH zusätzlich noch in eine Denkfabrik mit jungen Leuten investiert, zeigt eindrucksvoll, wie sehr sich die Ehrenamtlichen dieses Vereins für die Zukunft der Region verantwortlich fühlen. Die WIH schultert ein riesiges Angebotspensum, das der Wirtschaft und mithin dem Kreis Höxter zugutekommen wird. Denn ohne die Fachkräfte, die der Verein halten und gewinnen will, ist kein Staat zu machen. Sabine Robrecht

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