Erfolgreiche Fortsetzung der Auktion zugunsten des Forums Anja Niedringhaus
Kunst für den guten Zweck

Marienmünster (WB). »Zum ersten, zum zweiten und zum dritten – verkauft an die Nummer 69.« Auktionator Hans Hermann Jansen hatte zwar keinen echten Auktionshammer zur Verfügung, schloss aber jeden Verkauf am Samstagabend mit einem stilechten leisen Glockenschlag ab. Insgesamt 81 Exponate waren im Konzertsaal der Abtei Marienmünster zur Versteigerung ausgestellt und spülten am Ende des Abends 5300 Euro in die Kassen des Forums Anja Niedringhaus.

Dienstag, 29.10.2019, 02:41 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 08:14 Uhr
Christine Longère, Vorsitzende des Forums Anja Niedringhaus, hat die Gäste in Marienmünster begrüßt. Foto: Greta Wiedemeier
Christine Longère, Vorsitzende des Forums Anja Niedringhaus, hat die Gäste in Marienmünster begrüßt. Foto: Greta Wiedemeier

Die Auktion in Marienmünster stellte die Fortsetzung der Auftaktveranstaltung im Dezember vorigen Jahres dar: 50 Werke waren damals im historischen Rathaus in Höxter erfolgreich versteigert worden, für die restlichen 60 fehlte die Zeit. »In der Zwischenzeit sind noch 21 weitere Bilder gespendet worden«, erklärten die Organisatoren, warum nun erneut über 80 Bilder für die Auktion zur Verfügung standen. Der im Februar 2017 gegründete Verein »Forum Anja Niedringhaus« (FAN) hat sich zum Ziel gesetzt, ein der 2014 in Afghanistan ermordeten Fotografin gewidmetes Museum auf einer Teilfläche des Tilly-Hauses in Höxter aufzubauen. Die bei der Auktion eingenommenen Gelder werden diesem Projekt zu Gute kommen.

Ehemalige Kollegen spenden

Besonders freuten die Verantwortlichen des FAN sich über die Spenden von Thomas Tippe aus Hamburg und Guillaume Briquet aus Genf, die Kollegen und Freunde von Niedringhaus waren. Währen Tippe auch selbst bei der Versteigerung anwesend war, musste Briquet wenige Tage zuvor zu einem Einsatz nach Syrien aufbrechen. Eine Fotografie des Genfer Künstlers war es dann auch, die das Höchstgebot des Tages erreichte: 500 Euro zahlte eine Interessentin aus der Schweiz, die die Möglichkeit des Online-Bieterformulars wahrgenommen hatte.

James-Bilder sind der Renner

Auch wenn die Auktion anfangs nur schleppend lief: Spätestens bei dem guten Dutzend an Aquarellen des Malers James Donnachie, der vielen Höxteranern auch persönlich bekannt war, ging ein angeregtes Murmeln durch die Menge und die Bieterkärtchen schnellten in die Höhe. Der Verein Stellwerk Corvey hatte sich entschieden, die Werke aus dem Nachlass des Künstlers zu spenden (diese Zeitung berichtete) und traf damit offenbar einen Nerv. Besonders die regionalen Höxteraner Motive, die etwa das Schloss Corvey oder die Weser zeigten, stießen auf Interesse bei den 50 kunst- und kulturinteressierten Besuchern. Und wenn dann doch einmal ein Werk keine Nachfrage erzielte, entschloss Auktionator Jansen sich ab und an spontan selbst, es in seine private Kunstsammlung mit aufzunehmen. Insgesamt fanden mit 40 der insgesamt 81 angebotenen Exponate gut die Hälfte einen neuen Besitzer.

Regionale Künstler

Kaltglaszeichnungen, Ikonen, Tuschezeichnungen, Holzschnitte und Fotografien wurden noch während der Veranstaltung sicher verpackt und konnten direkt mitgenommen werden. Zwischen den mehr als 50 Künstlern waren viele regionale Vertreter, aber auch solche wie Barbara Beisinghoff, die bereits Ausstellungen bis hin nach Amerika vorweisen kann. »Ich bin zum ersten Mal auf einer Auktion und wurde eigentlich nur mitgeschleppt«, gab Zuschauerin Katrin Filker aus Warburg schmunzelnd zu. Sie sei von der Idee dahinter aber sehr begeistert und finde es auch überaus interessant, eine Versteigerung einmal live mitzuerleben. Angereist war sie gemeinsam mit Jörg Birkholz. »Ich interessiere mich auch privat sehr für Kunst und habe mich vorher genau informiert, was hier heute angeboten wird«, erzählte er. Damit war er nicht allein: Viele Besucher hätten sich im Vorhinein schon ein Kunstwerk ausgeguckt und seien speziell für ihren jeweiligen Wunsch hier, erzählte Silja Polzin (zweite Vorsitzende FAN) von ihren Beobachtungen.

Interesse an Versteigerungen ist groß

Und auch wenn die Mindestgebote nicht in jedem Fall übertroffen werden konnten und die Interessierten im Konzertsaal sich nur selten ein so spannendes Wettbieten lieferten wie es regelmäßig im traditionsreichen Auktionshaus Sotheby’s in den großen Metropolen der Fall ist – die Auktion bewies, dass auch im ländlichen Raum das Interesse an Versteigerungen dieser Art vorhanden ist und die Kreisbewohner gerne bereit sind, das Projekt zu Ehren der Fotojournalistin zu unterstützen.

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