Vereinswünsche in Höhe von 1,5 Millionen Euro – interfraktioneller Austausch
Sportstätten auf dem Prüfstand

Marienmünster (WB). Die Sportvereine im Stadtgebiet Marienmünster haben ihre Wunschlisten für Sanierungsmaßnahmen an den sieben Sportstätten eingereicht. Das Gesamtvolumen beträgt etwa 1,5 Millionen Euro und übersteigt damit das Budget der Verwaltung deutlich.

Freitag, 20.12.2019, 07:15 Uhr aktualisiert: 20.12.2019, 07:30 Uhr
Der Sportplatz in Vörden ist marode – ob er eine Zukunft hat, muss die Politik entscheiden. Foto: Harald Iding
Der Sportplatz in Vörden ist marode – ob er eine Zukunft hat, muss die Politik entscheiden. Foto: Harald Iding

„Wir haben ganz sicher einen Unterhaltungsstau“, sagt Bauamtsleiter Stefan Niemann und betont: „Bevor die Politik keine Entscheidung zum Sportstätten-Entwicklungskonzept getroffen hat, wäre es unverantwortlich, kostenintensive Maßnahmen zu planen.“ Besagte Politik hält sich zunächst aber noch bedeckt, lediglich Helmut Lensdorf (SPD) positioniert sich.

Der Sachverhalt in Marienmünster ist einfach und doch durch unterschiedliche Befindlichkeiten in den einzelnen Ortschaften kompliziert – zwei voneinander unabhängige Gutachten vom Stuttgarter Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung sowie von der Gemeindeprüfungsanstalt haben deutlich gemacht, dass die Hälfte der Sportplätze in der kleinen Stadt Marienmünster rechnerisch nicht erforderlich sei.

Rat soll Entscheidung treffen

Politik und Verwaltung hatten daher in einem ersten Schritt den Vereinen die Möglichkeit gelassen, untereinander einen Konsens zu finden, wie die Entwicklung der Sportstätten im Stadtgebiet in einem realistischen Kostenrahmen laufen könnte – ohne Erfolg.

Bürgermeister Robert Klocke brachte es am Donnerstag im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT auf den Punkt: „Da sich die Vereine nicht auf eine gemeinsame Lösung einigen konnten, hat nun der Rat die Aufgabe, eine Entscheidung zu treffen. Diese wird den Ratsmitgliedern nicht leichtfallen – denn der Steuerzahler wird mit der Erfüllung aller Wünsche nicht einverstanden sein, die Vereine mit einer Ablehnung ihrer Wünsche auch nicht. Die im nächsten Jahr anstehende Kommunalwahl ist dabei nicht gerade hilfreich.“

Fraktionen äußern sich kaum

Nach Informationen dieser Zeitung hatten sich die Fraktionsspitzen am Mittwochabend gemeinsam mit der Verwaltung zu diesem Thema ausgetauscht. Lediglich Helmut Lensdorf (SPD) wurde nach dem Treffen konkreter, betonte aber auch, dass eine Abstimmung in der Fraktion noch ausstehe und er lediglich seine Gedankengänge darstellen könne.

Er meinte: „Sieben Sportstätten sind augenscheinlich zu viele. Deshalb muss geschaut werden, welche Orte vernachlässigt werden könnten oder hauptsächlich in Eigeninitiative weiter betrieben werden. Da es in Vörden sinnvolles Bauland für die Entwicklung unserer Stadt im Umfeld des Sportplatzes gibt, könnte dieser nicht mehr unterhalten werden, aber zumindest bestehen bleiben. Vörden würde auch durch die Turnhalle und das Bad ein Sportstandort bleiben, für die Grundschule könnte es in der Nähe eine Grünanlage geben. Die Standorte Bredenborn und Kollerbeck könnten gut erhalten und weiterentwickelt werden.“

Joseph Büker (CDU) war am Tag danach für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, Josef Wolff (UWG) betonte derweil: „Wir wollen noch einmal mit den Vereinen Rücksprache halten – alles andere würde in der Situation nur Schaden anrichten.“ Elmar Stricker (WGB) bat um Zeit: „Eine so wichtige Angelegenheit darf nicht ohne weitere Beratungen über das Knie gebrochen werden.“

Die Zeichen verdichten sich, dass die Sportstättenentwicklung in der Ratssitzung im Januar zum Thema werden könnte – vielleicht mit einer Entscheidung.

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