Entlang der Bundesstraße 239 stehen am frühen Abend viele Trecker auf Brücken
Stiller Protest der Landwirte

Marienmünster/Steinheim (WB). Der 56-jährige Georg Menke versteht die Welt nicht mehr. Seit rund 400 Jahren gäbe es schon den Hof in Löwendorf. „Und so lange haben meine Familie und die vorherigen Generationen im Einklang mit der Natur die Ackerflächen bewirtschaft und uns im Betrieb um Rinder gekümmert. Nun will man uns und unsere Arbeit massiv reglementieren“, moniert der Vollerwerbslandwirt.

Dienstag, 14.01.2020, 21:30 Uhr
„Trecker-Demo“: Auf den Brücken entlang der B 239 haben am frühen Dienstagabend heimische Landwirt „still protestiert“. Foto: Harald Iding
„Trecker-Demo“: Auf den Brücken entlang der B 239 haben am frühen Dienstagabend heimische Landwirt „still protestiert“. Foto: Harald Iding

Menke gehörte am Dienstag zu den mehr als ein Dutzend Kollegen, die mit ihren Treckern für rund 90 Minuten am Abend entlang der Bundesstraße 239 zwischen Höxter und Steinheim mit einem „stillen Protest“ auf die Initiative „Land schafft Verbindung“ und die Protestbewegung gegen die neue Düngeverordnung aufmerksam machen wollten. Die Aktion lief bundesweit.

Es wurde kein Verkehr behindert oder ausgebremst – im Gegenteil: Während die Trecker auf den ­Brücken standen, hupten viele Berufspendler auf der B 239 immer wieder aus Solidarität. Der Widerstand richtet sich gegen die von der EU-Kommission geplante Verschärfung der Verordnung. Vielmehr sollte man eine sach- und fachgerechte Verordnung schaffen – so ihr Appell.

Es gehe auch um die Zukunft der nachfolgenden Generationen. Nadine Menke, 23 Jahre alt, ist gelernte Landwirtin und besucht gerade die Fachschule für Agrarwirtschaft in Herford. Sie möchte später den Familienbetrieb Menke gerne übernehmen: „Ich habe aber Angst davor, dass die Landwirtschaft immer mehr in eine Enge gedrückt wird – und wir irgendwann den Betrieb vielleicht schließen müssen. Dabei liebe ich meinen Beruf doch!“

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