57-Jähriger aus Bredenborn lehnt Prüfung einer vorzeitigen Entlassung ab - 1991 zwei Polizeibeamte auf Sollingparkplatz ermordet
Polizistenmörder Dietmar J. will Gefängnis nicht verlassen

Höxter/Bredenborn (WB). Polizistenmörder Dietmar J. bleibt weiter im Gefängnis. Er hat eine Prüfung einer vorzeitigen Haftentlassung abgelehnt und will die Haftanstalt nicht verlassen. Christina Pannek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, berichtete am Freitag auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES, dass laut Gesetz alle zwei Jahre die Verlängerung der Haft mit Sicherheitsverwahrung überprüft werden müsse. Das gehe aber nur, wenn der Verurteilte dem ausdrücklich zustimme. Das habe Dietmar J. – anders als vor zwei Jahren – diesmal abgelehnt. Also werde es keine Prüfung geben.

Freitag, 17.01.2020, 17:30 Uhr aktualisiert: 17.01.2020, 17:44 Uhr
In diesem Wohnhaus in Bredenborn hat Dietmar J. mit seinen Brüdern gelebt. Das Foto zeigt die Stürmung 1991 durch das Sondereinsatzkommando der Polizei.Foto: WB-Archiv
In diesem Wohnhaus in Bredenborn hat Dietmar J. mit seinen Brüdern gelebt. Das Foto zeigt die Stürmung 1991 durch das Sondereinsatzkommando der Polizei.

Vorzeitige Entlassung im Jahr 2018 abgelehnt

Polizistenmord: Dietmar J. will in Haft bleiben

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  • Foto: WB-Archiv, M. Robrecht, dpa
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Anfang Januar wollte die Strafvollstreckungskammer, wie 2018, das Vorliegen der Voraussetzungen für eine vorzeitige Entlassung prüfen. Ein Göttinger Gericht hatte 2018 durch Beschluss jedoch eine vorzeitige Entlassung abgelehnt, weil die Voraussetzungen nicht vorliegen. Wie eine Prüfung in diesem Jahr ausgegangen wäre und ob J. dann auf freien Fuß gekommen wäre, das ist jetzt keine Frage mehr.

Mord galt als einer spektakulärsten Anschläge auf Polizisten

Der bloße Gedanke, dass Dietmar J. aus Bredenborn (heute 57), der mit Hilfe seiner beiden jüngeren Brüder am 12. Oktober 1991 auf einem Solling-Waldparkplatz bei Boffzen die Polizeibeamten Andreas Wilkending aus Holzminden (damals 34 Jahre) und Jörg Lorkowski (damals 30) aus Lüchtringen erschossen und die Leichen auf dem Truppenübungsplatz Senne vergraben hatte , freikommt, lässt vielen Menschen im Kreis Höxter erschauern.

Bei schlechter Prognose noch viele Jahre Haft

Der Mord galt als einer der spektakulärsten Anschläge auf Polizisten, hatte eine der größten Fahndungsaktionen und Schlagzeilen zur Folge. Bei schlechter Prognose kann J. noch viele Jahre in seiner Zelle – in Celle und zeitweise auch in Rosdorf bei Göttingen - verbringen. 2018 war ein kriminalprognostisches Gutachten über ihn erstellt worden. Das diente der Strafvollstreckungskammer Göttingen 2018 als Entscheidungsgrundlage. Das Gutachten hat auch heute noch Bedeutung.

Kommentare

Andreas Giese  schrieb: 18.01.2020 12:56
Sie sollten sich lieber fragen, EditJü, ob Ihnen die Bedingungen der Sicherheitsverwahrung geläufig sind. Bei bestimmten Straftätern ordnet das Gericht neben der Strafe die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung an. Die Sicherungsverwahrung ist rechtlich nicht als Strafe einzuordnen, sie ist eine sogenannte "Maßregel der Besserung und Sicherung" Ihr Zweck ist es, gefährliche Täter zu bessern und die Allgemeinheit zu schützen. So sieht es das Gesetz vor, so haben sich alle daran zu halten. Daraus aber zu folgern, der Staat sei nur noch für die Verbrecher da, ist Mumpitz.
EdithJü  schrieb: 17.01.2020 21:22
was ist Sicherheitsverwahrung überhaupt wert ?
warum gibt es das Urteil Sicherheitsverwahrung lebenslänglich ? Verurteilte damit bekommen Freigänge, werden vorzeitig entlassen ? Sind wir wirklich nur noch ein Staat für die Verbrecher, nicht für die Opfer ? Ich frage mich schon seit langer Zeit ob die Richter Angst haben ?
2 Kommentare
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