Pfiffige Ideen für mehr Lust aufs Land – „LEADER-Zukunftswerkstätten Ländlicher Raum“ kommt in Fahrt
Kino und Dorfladen für mehr Lust aufs Land

Höxter (WB). Dorfkino in Vörden, Gymnastikgruppe für Männer in Daseburg, Begegnungs- und Bewegungspark in Kollerbeck oder ein möglicher Dorfladen in Welda: Das sind nur einige von insgesamt 40 Ideen, welche die „Zukunftswerkstätten Ländlicher Raum“ der katholischen Landvolkshochschule Hardehausen gemeinsam mit Bürgern vieler Ortschaften auf den Weg bringen.

Mittwoch, 29.01.2020, 09:21 Uhr aktualisiert: 29.01.2020, 09:30 Uhr
Bernhard Eder und Stephan Kreye leiten das Leader geförderte Projekt bis Ende 2021. Foto: Frank Grawe
Bernhard Eder und Stephan Kreye leiten das Leader geförderte Projekt bis Ende 2021. Foto: Frank Grawe

„Unser Projekt, das Dorfleben zukunftsfähiger zu machen, hat in den vergangenen Jahren richtig an Fahrt aufgenommen“, freut sich Bernhard Eder von der Landvolkshochschule Hardehausen, der gemeinsam mit seinem Kollegen Stephan Kreye das von Leader geförderte Projekt der „Zukunftswerkstätten“ leitet.

18 Dörfer aus den Kommunen Warburg, Marienmünster, Beverungen und Nieheim beteiligen sich inzwischen an dieser Ideenschmiede, die davon lebt, dass die Menschen ehrenamtlich vor Ort konkret etwas tun wollen, um ihr Wohn- und Lebensumfeld angesichts des demografischen Wandels und der Folgen attraktiver und interessanter zu machen.

„Unsere Aufgabe besteht nicht darin, den Dorfbewohnern irgendwelche Konzepte aufs Auge zu drücken oder überzustülpen, sondern Ideen und Möglichkeiten in ihrer Umsetzung fachlich und methodisch zu begleiten“, erläutert der für das Projekt eingestellte Referent Bernhard Eder. Bei den „Zukunftswerkstätten“ werde in allen Altersgruppen intensiv mit Feuereifer diskutiert.

Trotz der infrastrukturellen Defizite, unter denen viele Dörfer leiden, befänden sich die Bewohner nicht im Zustand einer „Problemtrance“, sondern seien mit Elan und Leidenschaft dabei, etwas verändern zu wollen, sagt Eder, der die einzelnen Dörfer betreut.

Interesse über Vereine hinaus

Der konkreten Ideenschmiede vorangegangen war in jedem Ort eine Fragenbogenaktion, welche Themen wie Infrastruktur, Nahversorgung, Freizeit, Sport und Kultur sowie ehrenamtliches Engagement in den einzelnen Dörfern aufgriff. Die daraus folgende Schwächen-Stärken-Analyse machte das Potenzial der einzelnen Dörfer deutlich.

Bei den weiteren Info-Veranstaltungen stellte sich dann heraus, wie viele Menschen unterschiedlichen Alters sich für Innovationen in den Orten interessieren und sich bereit erklärten, diese aktiv mitgestalten zu wollen. „Darunter auch viele, die sich bislang nicht ehrenamtlich engagiert haben und sogar welche, die neu ins Dorf zugezogen sind“, erklären die beiden Projektleiter.

Und das bedeute auch, dass nicht mehr nur die Vereine in den Dörfern das „Geselligkeitsmonopol“ haben. „Die Realität sieht inzwischen anders aus“, erklärt Bernhard Eder. Die Dörfer seien vielfältiger, pluralistischer geworden.

Infrastuktur soll verbessert werden

Die „Wunschliste“ umfasst auch Ideen zur Verbesserung der Infrastruktur: Dazu gehören häufig nicht-kommerzielle Treffpunkte und Begegnungsstätten, eine schönere Gestaltung der Grünanlagen im öffentlichen Raum, bessere Nahversorgung durch einen Dorfladen, Fahrgemeinschaften für einen Einkaufsbummel und nachhaltige Integration der Neuzugezogenen. Stets geht es darum, die Dörfer attraktiver zu machen.

Gemeinsam mit den Akteuren der Dörfer wollen Bernhard Eder und Stephan Kreye den Projektideen den Weg ebnen, um sie künftig konkret werden zu lassen.

In dem Projekt „Zukunftswerkstätten“ soll in den nächsten zwei Jahren ein Netzwerk für ehrenamtliches Engagement im Kreis Höxter entstehen, damit sich die einzelnen Orte untereinander in ihren Erfahrungen austauschen können.

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