Kreis, Städte und Polizei stellen sich für Ausgangsbeschränkungen auf
Ortsvorsteher kontrollieren in Nieheim

Kreis Höxter  (WB). Ausgangssperren oder Ausgangsbeschränkungen in Zeiten von Corona: Der Kreis Höxter und die Städte befinden sich in Alarmbereitschaft und sind für den Fall der Fälle vorbereitet. Die Polizei wird an diesem Wochenende verstärkte Präsenz zeigen. Die Zahl der behördlich registrierten Corona-Infizierten ist im Kreis Höxter unterdessen gestern auf 16 angewachsen.

Samstag, 21.03.2020, 07:55 Uhr aktualisiert: 21.03.2020, 12:28 Uhr
Freitagmittag um 14 Uhr in der Innenstadt von Höxter: Die City ist fast menschenleer. Die Geschäfte sind bis auf wenige Ausnahmen geschlossen. Die Bürger bleiben zuhause. Höxter steht symbolisch für die Lage in allen Städten des Kreises Höxter. Foto: Jürgen Drüke
Freitagmittag um 14 Uhr in der Innenstadt von Höxter: Die City ist fast menschenleer. Die Geschäfte sind bis auf wenige Ausnahmen geschlossen. Die Bürger bleiben zuhause. Höxter steht symbolisch für die Lage in allen Städten des Kreises Höxter. Foto: Jürgen Drüke

Die Kommunen haben Krisenstäbe eingerichtet und Allgemeinverfügungen erlassen. In einer Videobotschaft an die Bürger der Stadt Höxter teilte Höxters Bürgermeister Alexander Fischer am Freitagnachmittag mit, dass er die Bezirksverwaltungsstellenleiter angewiesen habe, alle öffentlichen Gebäude zu schließen. „Zudem haben wir einige Mitarbeiter mit Unabkömmlichkeits-Bescheinigungen ausgestattet. So wollen wir die sogenannte kritische Infrastruktur wie die Energieversorgung, die Wasserentsorgung, die Versorgung mit Lebensmitteln und ­Hygiene aufrechterhalten und gewährleisten“, sieht der Höxteraner Ordnungsdezernent Stefan Fellmann die Kreisstadt gut aufgestellt und vorbereitet. Die Stadt Willebadessen hat wiederum Arbeitgeber dazu aufgerufen, für ihre Mitarbeiter Passierscheine auszufüllen. Damit könne im Falle einer Ausgangssperre nachgewiesen werden, dass man sich auf dem Arbeitsweg befinde.

Die Polizeikommissare Fynn Lindheim und Franziska Seck appellieren an die Bürger.

Die Polizeikommissare Fynn Lindheim und Franziska Seck appellieren an die Bürger. Foto: Jürgen Drüke

In Nieheim werden an diesem Wochenende sogar Bezirksverwaltungsstellenleiter patrouillieren, um Versammlungen oder private Feiern zu unterbinden. In einem persönlichen Schreiben bedankt sich Bürgermeister Rainer Vidal bei den Bezirksverwaltungsstellenleitern für die Unterstützung und bittet um „gelegentliche Inaugenscheinnahme“ der neuralgischen Treffpunkte in den jeweiligen Ortschaften – Spiel-, Bolz-, Sportplätze und Schutzhütten sollen beobachtet werden.

In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Halten Sie bitte Augen und Ohren offen, falls es in ihrer Umgebung zu Versammlungen kommen sollte. Dazu gehören ausdrücklich auch Feiern ­oder Feste im privaten Rahmen und in Privathäusern, die über den Kreis der dort regelmäßig wohnenden Menschen hinausgehen.“ Diese Zusammenkünfte seien mit der Allgemeinverfügung der Stadt Nieheim vom 18. März untersagt.

Ordnungsamt vor Ort

Die Bezirksverwaltungsstellenleiter sollen betreffende Personen freundlich ansprechen und darum bitten, den Ort und die Feier zu verlassen oder die Versammlung aufzulösen. Alle darüber hinaus gehenden Maßnahmen würde das Ordnungsamt durchsetzen. Vidal erwähnt in dem Schreiben, ihm sei zu Ohren gekommen, dass im Bereich der Kernstadt an diesem Wochenende eine Grillparty geplant sei. „Da fehlt offensichtlich jede Sensibilität zu der momentanen Situation“, appelliert der erste Bürger insbesondere an die Vernunft und das Einsehen der Altersgruppe der 16- bis 25-Jährigen.

„Eine Ausgangssperre muss kommen, um die Menschen zu schützen“, plädiert Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln für eine einschneidende Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus in Deutschland. „Die einzig richtige Entscheidung“, sagt Stickeln.

„Unser Krisenstab um Leiter Gerhard Handermann steht in ständigem Kontakt und ist auf alles vorbereitet“, sagte Kreissprecher Thomas Fuest. „Wir werden verstärkte Präsenz zeigen, flexibel reagieren und da sein, wenn wir angefordert und gebraucht werden“, stellte wiederum Jörg Niggemann, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, heraus.

#StayAtHome-Kampagne

Die Polizei beteiligt sich zudem mit einem Beitrag an der #StayAtHome Kampagne: „Wir bleiben für Sie da! Bleiben Sie für uns daheim.“ Mit diesem Slogan appellieren die Polizistinnen und Polizisten sowie Krankenpfleger und Ärzte an die Vernunft der Bevölkerung, am besten einfach zu Hause zu bleiben.

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