Löschgruppenfahrzeug für Katastrophenschutz in Löwendorf übergeben
Bund stärkt Ehrenamt

Marienmünster-Löwendorf (WB). Als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk schon im Sommer bezeichnete Marienmünsters Bürgermeister Robert Klocke die Übergabe eines neuen Löschgruppenfahrzeuges für den Katastrophenschutz in einem kleinen Kreis von Gästen an die Löschgruppe Löwendorf.

Dienstag, 30.06.2020, 04:39 Uhr aktualisiert: 30.06.2020, 05:00 Uhr
In Löwendorf ist das Einsatzfahrzeug übergeben worden (von links): Thomas Krämer, Mathias Kämpfer, Rudolf Lüke, Pastor Marcus Falke-Böhne, Christian Haase, Bürgermeister Robert Klocke, Josef Suermann, Josef Welling, Elmar Meyer, Wilfried Meyer und Jan Giefers. Foto: Heinz Wilfert
In Löwendorf ist das Einsatzfahrzeug übergeben worden (von links): Thomas Krämer, Mathias Kämpfer, Rudolf Lüke, Pastor Marcus Falke-Böhne, Christian Haase, Bürgermeister Robert Klocke, Josef Suermann, Josef Welling, Elmar Meyer, Wilfried Meyer und Jan Giefers. Foto: Heinz Wilfert

Die Besonderheit: das Fahrzeug steht für ganz normale Einsätzen zur Verfügung. Es wurde aber vom Bund gestellt, in dessen Besitz es auch bleibt. Damit soll der Katastrophenschutz bei Großschadenslagen und bei überörtlichen Einsätzen gestärkt werden.

Das neunsitzige und allradgetriebene Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz mit der technischen Bezeichnung LF-KatS, Fahrgestell Mercedes Benz Atego 1327 AF 4x4, Gesamtgewicht 13,5 Tonnen, einem Hubraum von 7698 Kubikzentimetern und einer Wat-Tiefe von 60 Zentimetern, verfügt über eine Motorisierung von 272 PS, einen 1000-Liter Löschwassertank, der sich bestens zur Dekontaminierung eigne, zwei Pumpen, vier Atemschutzgeräten, 120 Liter Schaummittel, C-Schläuche und 600 Meter B-Schläuche sowie einem Stromerzeuger samt Lichtmast. „Das Fahrzeug bietet so eine Ergänzung zum vorhandenen Fuhrpark, erscheint jedoch nicht im Brandschutzbedarfsplan“, erklärte der stellvertretende Wehrführer Josef Welling.

Dimensionen

„Da sind schon Dimensionen“, sagte Bürgermeister Robert Klocke fast ehrfürchtig. Der Standort Löwendorf bot sich einsatztechnisch angesichts der Nähe zur Bundesstraße 239 an. Die 22 Feuerwehrkräfte der Löschgruppe Löwendorf-Hohehaus müssten sich aber auch auf überregionale bis landesweite Einsätze einstellen, die längere Zeit dauern können. Mit der Technik des neuen Fahrzeugs haben sich die Einsatzkräfte schon vertraut gemacht. In Gruppen folgt jetzt noch eine Intensivausbildung.

Der Bürgermeister lobte die Feuerwehren der Stadt, die alle hoch motiviert seien und sich in der kleinsten Stadt des Kreises Höxter nicht verstecken müssten. Der Rat der Stadt Marienmünster hatte erst jüngst eine Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Löwendorf beschlossen und dafür die höchste Priorität eingeräumt. Die Kosten belaufen sich auf 540.000 Euro inklusive einer öffentlichen Förderung. Damit kann auch das derzeit in Hohehaus stationierte Einsatzfahrzeug wieder zurück nach Löwendorf verlegt werden.

Verdient

Das neue KatS-Löschgruppenfahrzeug ist nach Beverungen und Höxter bereits das dritte, das im Kreis übergeben wurde. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Haase hatte sich für deren Stationierung stark gemacht. „Im Kreis wird von den gut ausgebildeten Feuerwehren hervorragende Arbeit zum Schutz und zur Sicherheit der Bürger geleistet – sie haben es deshalb verdient“, so Christian Haase. Gerade die Corona-Krise habe gezeigt, wie gut es sei, insbesondere auf zivile Einheiten zurückgreifen zu können. „Der Katastrophenschutz braucht keine warmen Worte, sondern schnelle Taten und die erforderliche Technik“, sagte Haase.

Die Segnung vollzog Pastor Marcus Falke-Böhne, der die Erwartung auf schnelle Hilfe mit dem Wunsch verband, dass alle Einsatzkräfte immer wohlbehalten und sicher zurückkehrten. Kreisbrandmeister Rudolf Lüke freute sich, dass der Bund ein ganzes Bündel von Maßnahmen auf den Weg bringe und so vor allem die Bezirkseinheiten für ABC-Lagen, bei Hochwasser oder Waldbränden gefördert werden. Von den KatS-Fahrzeugen (Stückpreis etwa 220.000 Euro) seien 300 angeschafft worden, für deren Verteilung in Nordrhein-Westfalen die Zuständigkeit bei den Bezirksregierungen liegt. Im Kreis Höxter ist noch ein weiteres KatS vorgesehen, das nach Warburg gehen soll. Auch das Land Nordrhein-Westfalen plane weitere Investitionen in Fahrzeuge, so Lüke.

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