SPD-Kandidatin Sybille Mocker-Schmidt will Bürgermeisterin in Marienmünster werden
Familien im Fokus

Marienmünster (WB). Sybille Mocker-Schmidt (32) ist ein echter Familienmensch – zum Interview auf dem Abenteuerspielsplatz in Vörden hat sie ihre vier Kinder mitgebracht. Und sollte die SPD-Kandidatin im September zur neuen Bürgermeisterin in Marienmünster gewählt werden, möchte sie unter anderem Politik für Familien in ihrer Heimat machen.

Freitag, 14.08.2020, 17:06 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 17:14 Uhr
Sybille Mocker-Schmidt möchte in Marienmünster als Bürgermeisterin unter anderem auch Politik für junge Familien machen. Foto: Dennis Pape
Sybille Mocker-Schmidt möchte in Marienmünster als Bürgermeisterin unter anderem auch Politik für junge Familien machen. Foto: Dennis Pape

„Hier bin ich gerne, hier blüht das Leben“, sagt die Vördenerin, während sie von einem schattigen Plätzchen unter einem Baum den Kindern beim Spielen zuschaut. Familienpolitik sei für sie eines der wichtigsten Themen in Marienmünster, meint sie: „Deshalb bin ich bereits in jungen Jahren in den Stadtrat gekommen – viele Politiker sind mittlerweile angesichts ihres Alters zu weit weg von diesem Thema.“ Dass in ihrer Heimatstadt jedes Kind einen Platz in der Grundschule oder im Kinderkarten finde, sei bemerkenswert – und dennoch gebe es noch viel zu tun: „Es gibt beispielsweise keine Tagespflegepersonen in Marienmünster. Das muss sich ändern“, betont sie. Außerdem bräuchte man genügend Bauland und eine entsprechende Infrastruktur, beispielsweise Sportstätten und Spielplätze. „Darüber hinaus haben die Schulwege noch Ausbaupotenzial – nicht alle sind sicher.“

„Marienmünster ist meine Heimat“

Seit 2010 lebt Sybille Mocker-Schmidt mit ihrem Mann Volker, den Kindern Diana (11), Leonard (8), Gesa (5) und Vincent (2) sowie Labrador Artus in Vörden. Geboren ist sie 1988 in Gelsenkirchen, aufgewachsen in Bochum. Im Fernstudium studierte sie Politik- und Verwaltungswissenschaft, angestellt ist sie bei der Agentur für Arbeit. Bereits im Ruhrgebiet entwickelte sie politisches Interesse. Helmut Lensdorf entdeckte das Talent und unterstützte ihre Kandidatur für den Stadtrat 2014. „Marienmünster ist mittlerweile meine Heimat, für die ich mich sehr gerne einsetze“, betont sie.

Neben der Familie zählt Mocker-Schmidt unter anderem das Wandern zu ihren Hobbys. „Wir haben hier viele wunderschöne Strecken in der herrlichen Natur.“ Außerdem hat sich die Familie im Frühjahr Hühner angeschafft. Und wenn die junge Mutter noch ein wenig Zeit findet, liest sie auch einmal ein gutes Buch.

Ganzheitlicher denken

So gerne Sybille Mocker-Schmidt in Marienmünster lebt – sie muss auch feststellen, „dass die Strukturen in den Ortschaften festgefahren sind. Wir müssen ganzheitlicher denken – denn wir sind ein Marienmünster.“ Deshalb brauche es nach Meinung der Kandidatin mehr Projekte, die alle Ortschaften vereinen. „Es könnte in Zukunft zum Beispiel einen Festausschuss mit Vertretern aus allen Ortschaften geben, die Veranstaltungen für die ganze Stadt planen. Das könnte vielleicht ein Weihnachtsmarkt sein, der jedes Jahr in einem anderen Ort stattfindet“, erläutert sie.

Als Bürgermeisterin möchte sich die 32-Jährige auch dafür einsetzen, ein Konzept gegen den Leerstand zu entwickeln. „Wir brauchen einen konkreten Plan, wie wir Häuser an den Mann bringen oder daraus beispielsweise städtischen Wohnraum machen können. Auch Ferienwohnungen wären eine Option“, sagt sie. Außerdem müssten Eigentümer verpflichtet werden, Häuser nicht zu „Schrottimmobilien“ verkommen zu lassen. Da dürften keine Kosten für die Stadt entstehen.

Investitionen

Ebenfalls möchte die SPD-Kandidatin im Rahmen der Möglichkeiten weitere Investitionen in die Zukunft der Stadt vorantreiben: „Hier geht es nicht nur um Sportstätten, sondern zum Beispiel auch um die so wichtigen Dorfgemeinschaftshäuser. Die müssen alle in einem guten Zustand gehalten werden. Wenn wir regelmäßig investieren, vermeiden wir auf Dauer Großbaustellen. Das kann in Zusammenarbeit mit dem Ehrenamt funktionieren, das eine echte Stütze in der Stadt Marienmünster ist.“

Im Bereich Freizeit/Tourismus strebt Sybille Mocker-Schmidt eine Zusammenarbeit mit Nachbarstädten an, um Attraktionen zu bündeln und besser zu vermarkten. Außerdem müssten die Gewerbegebiete erweitert werden. „Es gab Anträge von Unternehmen, die versandet sind – das darf in Zukunft nicht mehr passieren. Weitere Firmen sorgen für mehr Arbeitsplätze und mehr Gewerbesteuereinnahmen“, betont sie. Die Kandidatin möchte mit ihren Maßnahmen dafür sorgen, dem Bevölkerungsschwund entgegen zu wirken, und Marienmünster für Zuzüge attraktiver machen.

Laut Mocker-Schmidt sei es an der Zeit, dass eine Bürgermeisterin in das Rathaus einzieht: „Als Frau hat man durchaus einen anderen Blickwinkel auf Themen – unter anderem auch auf die Familie“, betont sie und blickt glücklich auf ihre vier kleinen „Wahlhelfer“, die sich an ihrem Lieblingsplatz – dem Abenteuerspielplatz in Vörden – vergnügen.

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