Grundschule Marienmünster stellt Geräte kostenfrei zur Verfügung
Jedes Kind bekommt ein Tablet

Marienmünster (WB). Als erste Schule in der Region stellt die Grundschule Marienmünster jedem einzelnen Kind kostenlos ein eigenes Tablet zur Verfügung. Möglich machen das Projekt nicht nur Fördergelder, sondern auch einige Spenden und die Lokalpolitik, die dafür einen jährlichen Posten im Haushalt beschlossen hat.

Dienstag, 22.09.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 22.09.2020, 15:30 Uhr
Schulleiter Nicolay Loges freut sich darüber, dass jedes Kind ein mobiles Gerät mit Tastatur und Stift erhält. Foto: Dennis Pape
Schulleiter Nicolay Loges freut sich darüber, dass jedes Kind ein mobiles Gerät mit Tastatur und Stift erhält. Foto: Dennis Pape

Spätestens nach den Herbstferien soll jedes Kind an der Grundschule mit einem eigenen Tablet ausgestattet sein, wie Schulleiter Nicolay Loges bestätigt. Was den Eltern die Anschaffung kostet? Nichts! „Nicht alle Familien in Deutschland können sich ein Tablet erlauben. Wir sind aber der Auffassung, das jedes Kind das gleiche Recht hat“, erläutert Loges seine Beweggründe und ergänzt: „Das Tablet wird bald ein täglicher Gegenstand sein wie das Etui – und diesen Schritt zur Normalität im Umgang mit digitalen Medien wollen wir jetzt sofort gehen.“

Viele Spenden

Im ersten Jahr sind für die Anschaffung der Geräte für 167 Schüler 42.000 Euro benötigt worden. Neben Fördergeldern seitens des Landes hat der Stadtrat 6000 Euro zur Verfügung gestellt. „In Zukunft will die Politik darüber hinaus einen Posten mit 15.000 Euro in den Haushalt einstellen, um den neuen Standard auch halten zu können – das ist extrem wichtig“, so Loges, der sich aktiv auf die Suche nach weiteren Unterstützern gemacht hatte. Mit Erfolg: 5000 Euro hat der Förderverein der Grundschule gespendet, weitere Mittel konnte Loges beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und in der lokalen Industrie auftreiben. „Dank unserer starken Partner und der vorzüglichen Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung können wir fortan einen noch deutlich größeren Fokus auf die Medienkompetenz unserer Kinder legen“, sagt der Schulleiter.

Da selbst modernste Geräte alleine nicht reichen würden, ist im gesamten Schulgebäude eine neue IT-Struktur aufgebaut worden. „So sind wir bestens aufgestellt, digitale Medien immer mehr in den Unterricht einfließen lassen zu können. Wir wollen das Thema in Zukunft auch Schritt für Schritt in das Leitbild unserer Schule einbauen“, erklärt Nicolay Loges. Präsenzlernen, kollaboratives Arbeiten, digitale Mindmaps – mit den Tablets sei noch deutlich mehr möglich als das in den ersten Corona-Monaten praktizierte „Homeschooling“. Die Kinder sollen selbst Medienprodukte gestalten oder lernen, zu recherchieren. „Es geht auch darum, Kindern früh zu zeigen, dass ein Tablet nicht zum ‚Daddeln‘ da ist – sondern, dass es ein Werkzeug ist.“ Die nötigen Strukturen wurden in Zusammenarbeit mit dem Medienzentrum des Kreises aufgelegt. Die gute Zusammenarbeit mit IT-Experte Jannis Teßmer trage Früchte, sagt Loges. Die Lehrer seien zudem motiviert, sich in das Thema Mediendidaktik intensiv einzuarbeiten.

Chancengleichheit

Sonja Daldrup, Vorsitzende des Förderverein der Grundschule Marienmünster, ist über die Entwicklung sehr erfreut und betont: „Wir finden es wichtig, dass durch die Ausstattung aller Schüler mit den Endgeräten eine Chancengleichheit erreicht wird.“ Schulamtsleiter Josef Suermann wiederum erklärt: „Sollte es wieder dazu kommen, dass Schüler zu Hause unterrichtet werden müssen, ist unsere Schule für das ‚Homeschooling‘ bestens vorbereitet. Ich bin froh, dass wir ein so engagiertes Kollegium haben, das die Riesenschritte in Richtung Digitalisierung der Schule mitgeht. Den Spendern, dem Förderverein und dem Rat danke ich dafür, dass sie die finanziellen Voraussetzungen geschaffen haben.“

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