Josef Suermann gewinnt Stichwahl in Marienmünster gegen Kai Schöttler (CDU)
Erfahrung setzt sich durch

Marienmünster (WB). Josef Suermann (57) ist neuer Bürgermeister in Marienmünster – der Einzelbewerber hat sich am Sonntag bei der Stichwahl gegen seinen Mitbewerber Kai Schöttler (31, CDU) mit 55,55 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Der Unions-Kandidat holte dementsprechend beachtliche 44,45 Prozent. Mit Suermann wird nun am 1. November der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters der neue Chef im Rathaus in Vörden.

Sonntag, 27.09.2020, 21:15 Uhr aktualisiert: 27.09.2020, 22:02 Uhr
Der neue Bürgermeister Marienmünsters freut sich gemeinsam mit seiner Familie über den Sieg in der Stichwahl: Die ersten Glückwünsche nahm Josef Suermann von seiner Frau Ulrike sowie den Kindern Lisa und Lukas entgegen. Foto: Dennis Pape
Der neue Bürgermeister Marienmünsters freut sich gemeinsam mit seiner Familie über den Sieg in der Stichwahl: Die ersten Glückwünsche nahm Josef Suermann von seiner Frau Ulrike sowie den Kindern Lisa und Lukas entgegen. Foto: Dennis Pape

Erleichterter Suermann

„Ich bin einfach nur erleichtert – mir fällt ein großer Stein vom Herzen“, sagte Suermann im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT in der Aula der Grundschule, nachdem er zunächst seiner Familie in die Arme gefallen und anschließend von vielen Unterstützern coronakonform beglückwünscht worden war. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung als Bürgermeister und werde alles daran setzen, auch mit meinem Mitbewerber als Kämmerer der Stadt sowie der CDU gut zusammenzuarbeiten. Dafür sind wir alle Profis genug“, sagte Suermann, der sich bei allen Wählern und Unterstützern bedankte: „Man darf nicht vergessen, dass ich auch gegen die stärkste Partei in Marienmünster angetreten bin. Jetzt gilt es, gemeinsam für Marienmünster alles zu geben.“ Suermann lebt mit seiner Familie in Höxter. Sein Herz hänge aber an der Stadt Marienmünster, für die er seit bereits 29 Jahren im Rathaus arbeitet – das hatte er im Vorfeld immer wieder betont.

Der neue Bürgermeister hatte sich die Entscheidung, ob er sich zur Wahl stellt, dennoch lange Zeit nicht leicht gemacht. „Jetzt bin ich froh, dass ich es gemacht habe“, sagte Suermann mit einem Augenzwinkern: „Ausschlaggebend waren nicht zuletzt die große Unterstützung in der Familie, in der Verwaltung und von vielen Bürgern.“

Klocke gratuliert als erster

Einer der ersten Gratulanten war Noch-Bürgermeister Robert Klocke: „Sachlichkeit und Fachkompetenz haben augenscheinlich einen höheren Stellenwert als Getöse bei Facebook. Josef und ich haben elf Jahre bestens zusammengearbeitet und viele gute Projekte wie die Entwicklung der Grundschule angestoßen. Ich bin überzeugt, dass er Marienmünster in dieser Form weiterentwickeln, aber auch einiges Neues einbringen wird.“

Schöttler will es noch mal probieren

Im Lager der CDU wiederum hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. Kai Schöttler sprach von einem „engagierten Wahlkampf mit einem starken Team“ und freute sich nach eigenem Bekunden auch über das starke Ergebnis mit 86,4 Prozent in seinem Heimatort Altenbergen. Man müsse sicherlich eine Analyse betreiben – in erste Linie möchte er aber mit voller Kraft in die Zukunft blicken. Er verriet auch: „Ich werde mich zu gegebener Zeit bestimmt noch einmal zur Wahl stellen. Jetzt gehen wir als CDU aber erst einmal hoch motiviert in die nächste Legislaturperiode.“ Mit seinem Mitbewerber Suermann werde er als Kämmerer der Stadt Marienmünster auf professioneller Basis zusammenarbeiten, bekräftigte er.

Kleine Parteien zufrieden

Zufrieden präsentierten sich wiederum die drei Parteien, die Suermann im Wahlkampf unterstützt oder empfohlen haben. „Wir sind superglücklich. Josef Suermann wird den neuen, bunten Rat perfekt führen – er ist das Beste, was Marienmünster passieren konnte“, sagte Jutta Fritzsche von den Grünen. Josef Wolff (UWG) betonte: „Ich freue mich riesig. Ich weiß, dass er sowohl die Geschicke im Rathaus als auch im Rat perfekt leiten wird. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“ Elmar Stricker (WGB) gratulierte Suermann ebenfalls in der Grundschulaula und sagte anschließend dem WESTFALEN-BLATT: „Die Freude im WGB-Lager ist groß. Wir setzen auf eine Zukunftsorientierte Zusammenarbeit mit Josef Suermann und allen anderen Parteien im Rat. Ich bin mehr als optimistisch, dass wir in der neuen Konstellation viele innovative Projekte anstoßen können.“

Im ersten Wahlgang am 13. September holte Suermann 47,40 Prozent, Schöttler 38,90 und Sybille Mocker-Schmidt (SPD) 13,71 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag im ersten Durchgang bei starken 71,41 Prozent, bei der Stichwahl noch bei 65,12.

Ein Kommentar von Dennis Pape

Der Wahlkampf war intensiv – doch jetzt geht die Arbeit erst richtig los. Marienmünster setzt mehrheitlich auf einen Bürgermeister, der sich in erster Linie durch Erfahrung und Sachlichkeit auszeichnet. Das wiederum könnte auch Suermanns großes Plus in der Zusammenarbeit mit seinem Konkurrenten und Kollegen – Stadtkämmerer Kai Schöttler – sowie der CDU sein.

Beide Seiten haben im Wahlkampf betont, dass sie das Beste für Marienmünster wollen. Das wiederum müssen sie nun sowohl in der Verwaltung als auch in der Ratsarbeit mit dem durch die Grünen deutlich bunter gewordenen Stadtparlament unter Beweis stellen. Wahlkampf war gestern: Jetzt gilt es, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und Marienmünster zukunftsfähig aufzustellen.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7605306?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851045%2F
Brandsatz vor Tönnies-Villa: Paar festgenommen
An dieser Zufahrt zum Anwesen der Familie Tönnies wurden die verdächtigen Gegenstände gefunden. Foto: Christian Althoff
Nachrichten-Ticker