Hochwasserschutz: Erste Maßnahme in Bredenborn beginnt kommende Woche
Wirtschaftsweg wird tiefer gelegt

Marienmünster/Bredenborn (WB). Eine wichtige Maßnahme gegen Hochwasser beginnt in der kommenden Woche in Bredenborn: Oberhalb des Südrings wird der Wirtschaftsweg abgesenkt, über den im Mai 2018 derart große Wassermassen geflossen sind, dass Häuser geflutet wurden. Außerdem sind weitere Maßnahmen im gesamten Stadtgebiet vorgesehen.

Freitag, 16.10.2020, 06:00 Uhr
Der Wirtschaftsweg oberhalb des Südrings soll abgesenkt werden. Im Mai 2018 wurde er überflutet (kleines Bild). Foto: Dennis Pape
Der Wirtschaftsweg oberhalb des Südrings soll abgesenkt werden. Im Mai 2018 wurde er überflutet (kleines Bild). Foto: Dennis Pape

In Bredenborn erinnern sich viele noch mit einem unguten Gefühl an die Nacht im Mai 2018 zurück, in der ungeheuerliche Wassermassen Richtung Wohnhäuser gespült worden waren. Besonders schlimm getroffen hatte es die Familie Risse, deren Erdgeschoss und anschließend auch der Keller geflutet wurde – damit soll nun Schluss sein: Der westliche Teil des Wirtschaftsweges entlang der Häuser Südring 9 bis 19 wird nach Beschluss des Bauausschusses von kommender Woche an um etwa 50 Zentimeter abgesenkt. Um etwa 20 Zentimeter niedriger soll darüber hinaus der östliche Bereich des Weges (Hausnummern 22 bis 30) werden.

Das Wohnzimmer im Haus der Familie Risse im Mai 2018: Im Keller stand das Wasser sogar fast bis zur Decke.

Das Wohnzimmer im Haus der Familie Risse im Mai 2018: Im Keller stand das Wasser sogar fast bis zur Decke.

Laut Klaus Hasenbein vom städtischen Bauamt sei im Rahmen einer studentischen Arbeit der Hochschule OWL für Starkregenereignisse wie 2018 ein Rückhaltevolumen mit einem Fassungsvermögen von etwa 400 Kubikmetern errechnet worden. Eines der drei Konzepte aus einer Bachelorarbeit sehe eine teilweise Tieferlegung des Wirtschaftsweges um 50 Zentimeter vor – unter Berücksichtigung einer gesonderten Modellierung bei der Feldauffahrt gegenüber dem Einmündungsbereich zum Südring. Es könnte damit ein Retentionsvolumen von etwa 500 Kubikmeter entstehen. Für die Kanaleinläufe an den Übergängen zum Heideweg und zur Marienstraße sei die Ausstattung mit einem Geröllfang vorgesehen. „Erste Kostenschätzungen beliefen sich auf 130.000 Euro, wir können die Maßnahme nun jedoch schon für 75.000 Euro durchführen und haben so noch mehr Spielraum für die Optimierung von Schächten in anderen Ortschaften“, so Hasenbein.

Neumodellierung des Weges ist erster Schritt

Mit Blick auf die Feldauffahrt erklärt Hasenbein, dass sich die Stadt mit den Bewirtschaftern im Rahmen der Umsetzung austauschen werde. Erste Gespräche mit einem der Pächter seien bereits geführt worden, weitere sollen folgen. Eine Verschlechterung der Situation im Unterdorf dürfe und werde laut Hasenbein durch die Maßnahmen nicht eintreten. Es würde lediglich der erste Wasserschwall von den Feldern abgefangen und zurückgehalten. Die Ableitung erfolge unverändert.

Gespräche mit der Eigentümerin des Grundstücks östlich des Wirtschaftsweges mit dem Ziel der Errichtung eines Rückhaltebeckens gebe es laut Bauamtsleiter Stefan Niemann noch nicht. „Der erste Schritt ist die Neumodellierung des Weges, ohne die die Wassermassen ohnehin nicht bis zu einem potenziellen Rückhaltebecken gelangen könnten. Der geschaffene Retentionsstauraum auf dem Wirtschaftsweg wird zunächst erprobt, weitere Maßnahmen zur Rückhaltung von Niederschlagswasser könnten mittelfristig auf diese Lösung aufgebaut werden. Erst dann sind auch Grundstücksverhandlungen sinnvoll“, so Niemann.

Kritische Punkte in fast jedem Dorf

Entgegen erster Überlegungen wird die Notwendigkeit von Hochwasserschutzmaßnahmen nun im gesamten Stadtgebiet geprüft. „Mit Ausnahme einer Ortschaft sind mir aus den vergangenen Jahren in jedem Dorf kritische Punkte bekannt – deshalb analysieren wir in ganz Marienmünster“, betont Klaus Hasenbein. Er sei in Gesprächen mit der Kommunalagentur und habe größtenteils die erforderlichen Daten für eine Bewertung zusammengestellt. Vorrangig solle nicht der schnelle Abfluss über die Gräben der Stadt verfolgt werden, sondern die Rückhaltung der Wassermassen in lokalen Becken – zur Förderung eines gedrosselten Ablaufs von auftretenden Niederschlagsmengen. Einige Einlaufbauwerke könnten noch in diesem Jahr erneuert werden, spätestens jedoch Anfang 2021.

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