Eigentümer möchte Gebäude in der Königstraße abreißen – Rat muss Unterschutzstellung beschließen
Bauernhaus hat Denkmalwert

Marienmünster-Bredenborn (WB). Das historische ortsbildprägende Fachwerkhaus mit angrenzendem Anbau an der Königstraße 23 in Bredenborn beschäftigt zurzeit die kommunalpolitischen Gremien.

Samstag, 17.10.2020, 01:04 Uhr aktualisiert: 17.10.2020, 02:10 Uhr
Das Bauernhaus an der Königstraße in Bredenborn beschäftigt die politischen Gremien. Der Rat wird in einer seiner nächsten Sitzungen über die Unterschutzstellung des ortsbildprägenden, mehr als 200 Jahre alten Fachwerkgebäudes beraten. Foto: Dennis Pape
Das Bauernhaus an der Königstraße in Bredenborn beschäftigt die politischen Gremien. Der Rat wird in einer seiner nächsten Sitzungen über die Unterschutzstellung des ortsbildprägenden, mehr als 200 Jahre alten Fachwerkgebäudes beraten. Foto: Dennis Pape

Der Bauausschuss Marienmünster hat in seiner jüngsten Sitzung über die Unterschutzstellung großer Teile des Gebäudekomplexes beraten. Das letzte Wort hat der Rat in einer seiner nächsten Sitzungen.

LWL-Gutachten liegt vor

In den Fokus geraten ist das Objekt mit seinen markanten Backsteingefachen und dem großen Deelentor, weil der Eigentümer vor hat, es abzureißen. Bei Bauten wie diesem ist die Stadtverwaltung entsprechend der Denkmalgesetzgebung gehalten, das Haus zunächst vorläufig unter Schutz zu stellen, um einen möglichen Denkmalwert zu prüfen. „Das haben wir getan“, sagt Bauamtsleiter Stefan Niemann. Wie üblich hat er für die Begutachtung des Bauernhauses nahe der Kirche in Bredenborn den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) eingeschaltet. Nach einem Ortstermin erarbeiteten die Fachleute eine Expertise.

Fischgrätmuster selten

In dem Kurzgutachten sind sie zu dem Schluss gekommen, dass für das Haupthaus von 1806 mit Ausrichtung nach Norden inklusive angrenzendem östlichem Stallgebäude sowie für den südwestlichen Anbau des Wohntrakts Denkmalwert bestehe. Ein weiteres Stallgebäude hinter dem angebauten Wohntrakt müsse nicht unter Denkmalschutz gestellt werden, informiert Bauamtsleiter Stefan Niemann, der mit dem Eigentümer im Gespräch ist.

Das seit langem leeerstehende Fachwerkhaus hat eine Besonderheit, die der Bauamtsleiter aus der näheren Umgebung nicht kennt: „Die Gefache sind im Fischgrätmuster gestaltet“, verweist Niemann auf ein weithin selten anzutreffendes Detail der mit Backsteinen ausgemauerten Fachwerkfassade des Deelengebäudes. Die hellen Mörtelfugen unterstreichen das elegante Erscheinungsbild des Musters.

Der Zustand sei äußerlich nach Augenschein relativ gut, so Stefan Niemann. Die Schäden drinnen beurteilt der Baufachmann als in gewissem Maße reparabel.

Zweistufiges Verfahren

Der Rat wird nun in einer der nächsten Sitzungen den Verwaltungsvorschlag auf den Tisch bekommen, den Großteil des Gebäudekomplexes endgültig unter Denkmalschutz zu stellen. Damit ist der erste Schritt des zweistufigen denkmalrechtlichen Verfahrens abgeschlossen. „In einem zweiten Schritt wird dann überlegt, was man mit dem Gebäude macht“, erläutert der Bauamtsleiter. Bei dieser Abwägung könne am Ende theoretisch sogar herauskommen, dass das Gebäude trotz Unterschutzstellung abgerissen wird. Dazu müssten allerdings treffliche Begründungen vorgelegt werden, zu denen unter anderem die wirtschaftliche Unzumutbarkeit einer Sanierung gehöre. Die finanzielle Belastung des Eigentümers ist im Bauausschuss immer wieder zur Sprache gekommen. Sie werde in der zweiten Stufe des Verfahrens, wenn es um die Zukunft des Objekts geht, Berücksichtigung finden, erläutert der Bauamtsleiter.

Der Wunsch des Eigentümers, das Haus abzureißen, stehe nach wie vor im Raum. Von heute auf morgen wolle er aber nicht tätig werden, informiert Stefan Niemann. „Es geht um eine mittelfristige Planung.“ Der Zeitfaktor sei im Moment also nicht das Problem. „Ich denke, wir werden uns ein dreiviertel Jahr mit dem Thema beschäftigen.“ Eine Aufgabe werde auf jeden Fall darin bestehen, den Denkmalwert dieses mehr als 200 Jahre alten Bauernhauses für die Nachwelt zu dokumentieren.

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