Eigentümer will Objekt in der Bredenborner Königstraße abreißen
Haus soll Denkmal werden

Marienmünster-Bredenborn (WB/dp) -

Das Fachwerkhaus in der Königstraße 23 in Bredenborn soll in die Denkmalliste der Stadt Marienmünster eingetragen werden. Das wird die Verwaltung dem Hauptausschuss, der in Corona-Zeiten den Stadtrat ersetzt, an diesem Mittwochabend als Beschluss vorschlagen. Der Eigentümer möchte das Gebäude derweil eigentlich abreißen lassen.

Mittwoch, 02.12.2020, 06:02 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 10:32 Uhr
Das Fachwerkhaus in der Königstraße 23 in Bredenborn wird aller Voraussicht nach dauerhaft unter Schutz gestellt.
Das Fachwerkhaus in der Königstraße 23 in Bredenborn wird aller Voraussicht nach dauerhaft unter Schutz gestellt. Foto: Dennis Pape

Hintergrund: Bereits im vergangenen Jahr war eine Voranfrage zum Abriss von Teilen des Fachwerkhauses gestellt worden. Die Stadt hatte darauf hin Kontakt mit dem Eigentümer aufgenommen, da der „Verlust denkmalwerter Substanz zu befürchten“ war, heißt es in einer Sitzungsvorlage. Im Januar wurde das Fachwerkhaus nach Denkmalschutzgesetz NRW dann vorläufig unter Schutz gestellt – mit der Begründung, dass das Objekt geeignet ist, Entwicklungen der landwirtschaftlichen Arbeits- und Produktionsverhältnisse zu bezeugen. Zusammen mit den benachbarten Objekten setzte es einen wichtigen Akzent im Ortsbild.

Denkmalpflegerisches Interesse

An seiner Erhaltung und Nutzung bestehe insbesondere unter wirtschafts- und sozialgeschichtlichen sowie städtebaulichen Gesichtspunkten ein denkmalpflegerisches Interesse. Auch das Denkmalfachamt „LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen“ bescheinigt die Denkmaleigenschaft in einem Gutachten. Die vorläufige Unterschutzstellung verliere jedoch laut Stadt nach sechs Monaten ihre Wirksamkeit, wenn das endgültige Verfahren zur Eintragung in die Denkmalliste nicht eingeleitet wird. Diese Einleitung erfolgte im Juli. Der Rechtsbeistand des Eigentümers wiederum befürchtet, dass bei den notwendigen Sanierungsarbeiten eine Denkmalkopie angefertigt würde und deshalb die Denkmaleigenschaft spätestens dann verloren ginge – diese Argumentation wurde mittlerweile vom LWL widerlegt.

Zweistufiges Verfahren

„Angesichts des zweistufigen Verfahrens kann die Politik das Objekt eigentlich nur als Denkmal anerkennen – darum geht es zunächst. Das schließt einen Abriss noch nicht generell aus. Für diesen müsste der Eigentümer jedoch stichhaltige Argumente liefern“, so Bauamtsleiter Stefan Niemann im WB-Gespräch.

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