Fraktionen sprechen sich für kostspielige, aber nachhaltige Lösung in der Grundschule Marienmünster aus
2,4 Grad im Klassenraum: Lüftungsanlage soll integriert werden

Marienmünster -

Die Grundschule Marienmünster in Vörden erhält nach dem Willen der Politik für die Zeit der Corona-Pandemie keine mobilen Luftfilteranlagen – es soll nachhaltiger gedacht werden: Die Verwaltung wurde damit beauftragt, sich mit der Installation einer Be- und Entlüftungsanlage zu beschäftigen, die fest in das ältere Gebäude integriert werden soll. Das werde teurer als mobile Anlagen, sich in Zukunft jedoch rentieren.

Freitag, 04.12.2020, 05:52 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 06:05 Uhr
Der ältere Teil der Grundschule Marienmünster soll nun auch mit einer dezentralen Lüftung ausgestattet werden.
Der ältere Teil der Grundschule Marienmünster soll nun auch mit einer dezentralen Lüftung ausgestattet werden. Foto: Grundschule

 

Der Hauptausschuss, der in Corona-Zeiten anstelle des Rates Beschlüsse fasst, beschloss einstimmig, dass die Stadt die Kosten für den Einbau einer dezentralen Lüftungsanlage kalkulieren und Mittel dafür in den Haushalt einstellen soll. Die Kalkulation soll wiederum dem Bauausschuss vorgelegt werden. Dies betrifft jedoch nur den älteren Gebäudeteil der Grundschule – der neuere ist bereits mit einer dezentralen Lösung ausgestattet. Ein weiterer Aspekt des Beschlusses ist die Anschaffung von CO2-Messgeräten für alle Klassenräume der Schule.

Schulleiter Nicolay Loges stellte in der Sitzung am Mittwochabend deutlich klar, dass Lüften mittels einer Öffnung der Fenster in der kalten Jahreszeit im älteren Gebäude keine Dauerlösung sein könne: „Ich persönlich werde die Verantwortung für die Gesundheit der Kinder in diesem Fall ablehnen. Es ist mein innerstes Anliegen in meiner nun sechsjährigen Tätigkeit als Schulleiter, hier die bestmögliche Lösung zu finden. Ich bin so emotional, weil ich weiß, wie viel daran hängt.“ Loges untermauerte diese Worte mit einem eigens angefertigten Lüftungsprotokoll – einer Analyse, die das Problem verdeutlichen konnte. Demnach wurden die Temperaturen am 25. und 30. November jeweils von 8.15 bis 11.45 Uhr im Raum EG05 (Außenseite nach Süden, innen grenzt die Aula an) gemessen. „Das Thermometer lag dabei auf einem Tisch im Klassenraum genau mittig zwischen Fensterfront und der gegenüberliegenden Innenwand. Für die Tests wurde außerdem die automatische Heizsperre bei geöffnetem Fenster aufgehoben – es wurde also dauerhaft auf 23 Grad geheizt“, so Loges.

Nach der Pause besonders kalt

Am ersten Testtag mit einer morgendlichen Außentemperatur von sechs Grad lag der Höchstwert nach einer Lüftung um 11.20 Uhr bei 14,6 Grad, der niedrigste Wert nach dem Öffnen der Fenster wurde um 10.55 Uhr mit 11,7 Grad erreicht. Noch deutlich kälter wurde es am zweiten Testtag, der um 8 Uhr bei minus vier Grad Außentemperatur begann. Hier kühlte sich der Raum zu Schulbeginn innerhalb von fünf Minuten von 21,5 auf 4,9 Grad herunter. Am wärmsten blieb es nach einer fünfminütigen Lüftung um 11.45 Uhr mit 8,3 Grad, der kälteste Wert wurde nach Ende der großen Pause erreicht: Die Schüler begannen die Unterrichtsstunde um 10.25 Uhr bei einer Raumtemperatur von nur noch 2,4 Grad. „Wir haben uns sowohl bei den Tests auch als im Schulalltag genau an die Vorgaben bezüglich der Lüftungsintervalle und -zeiten gehalten“, untermauerte Loges.

Dezentral

Vertreter der Fraktionen bezeichneten die Zahlen als „beeindruckend“, stellten aber – ebenso wie die Verwaltung – klar, dass mobile Luftfilteranlagen nicht nachhaltig seien und auch bei deren Einsatz das Lüften per Fensteröffnung weiterhin unabdingbar sei. „Geräuschbelastung und Wartungskosten sind weitere Argumente, die dagegen sprechen“, sagte Josef Wolff von der UWG. Markus Wellbrink (WGB) brachte die dezentralen Zu- und Abluft-Anlagen ins Spiel, für die sich Politik und Bürgermeister Josef Suermann anschließend einstimmig aussprachen. „Stark, dass die Politik dieses Problem sehr ernst nimmt und sich sofort an die Arbeit macht. Die Investition – es könnten bis zu 60.000 Euro werden – wird sich durch Einsparungen bei Heizkosten auf Dauer amortisieren“, so Loges.

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