Umbau des St.-Nikolaus-Hospitals angelaufen
Millioneninvestition bringt Altenheim auf modernen Stand

Nieheim (WB). Das St.-Nikolaus-Hospital Nieheim soll innerhalb von zwei Jahren nach Umbau und Totalsanierung in einen Neubauzustand gebracht werden. Die ersten Bautrupps sind bereits angerückt und die Abbrucharbeiten an den Fassaden angelaufen.Die Baumaßnahme wurde gestern von der Kirchengemeinde als Bauherrin vorgestelllt. Der zuständigen Bauausschuss des Kirchenvorstands, die Architektin und der Projektsteuerer erläuterten das Konzept.

Freitag, 24.04.2015, 18:03 Uhr aktualisiert: 28.04.2015, 19:26 Uhr
Umbau des St.-Nikolaus-Hospitals angelaufen : Millioneninvestition bringt Altenheim auf modernen Stand
Die Baumaßnahme für das St.-Nikolaus-Hospital Nieheim wurde mit dem innovativen Konzept von der Kirchengemeinde als Bauherrin, dem Bauausschuss des Kirchenvorstands, der Architektin und dem Projektsteuerer vorgestellt (von links): Júlio Martins, Architektin Eva Matern, Dietmar Müller, Pfarrer Heribert Ester, Projektsteuerer Dr. Patrick Rüggeberg, Carmen Leßmann, Maria Hansmann, Stephanie Klein, Johannes Kröling, Stephanie Heinekamp, Walter Rieks, Maria Willeke, Rainer Vidal und Juri Flick. Foto: Heinz Wilfert

Mit der Maßnahme soll das bestehende Seniorenzentrum aus dem Jahr 1974 an zeitgemäße Wohn- und Pflegestandards angepasst werden. Vorgesehen ist, die Wohnbereiche auf den verschiedenen Hausebenen in Gruppen zu gliedern. Ein von Individualität geprägtes Konzept werde erstellt: durch überschaubare Wohn- und Hausgemeinschaften mit jeweils eigenen Gemeinschaftsflächen aus einem kombinierten Koch-, Ess und Aufenthaltsbereich sowie einem separaten Wohnbereich. Ungeklärt sei noch, was in den Räumlichkeiten des ehemaligen Physio-Vita-Therapiezentrums geschehen wird.

»Wir bauen praktisch bis auf Rohbauzustand zurück«, erklärte Eva Matern (Paderborn) die Dimension des Bauprojekts. Die Architektin ist zuversichtlich, die auf sieben Millionen veranschlagten Baukosten und den Zeitpunkt der auf März 2017 terminierten Fertigstellung einhalten zu können. Daran ist auch Dr. Patrick Rüggeberg (Helmus Ingenieure) als Baubetreuer und Projektsteurer beteiligt. Stephanie Heinekamp vom Caritas-Diözesanverband ist dem Kreis Höxter sehr dankbar, denn von der Baugenehmigungsbörde kam stets volle Unterstützung.

Von der Einhaltung aller Vorgaben geht das Bauausschuss-Mitglied Walter Rieks aus: »Wir haben eine sehr erfahrene Architektin, die mit solch großen Projekten umzugehen weiß.« Das gesamte Gebäude werde energetisch saniert. Die alten kaum oder gar nicht gedämmten Fassaden würden entfernt und durch hoch wärmegedämmte Holzrahmenbauelemente mit Wärmedämmerbundsystem und Kunststofffenster ersetzt. Auf den neuesten Stand würden auch die Anlagen für Heizung, Lüftung und Sanitär gebracht.

Nach dem Umbau stehen 52 Einzel- und 12 Doppelzimmer zur Verfügung. Die Zahl der vollstationären Betten wird (inklusive zehn eingestreuter Kurzzeitpflegplätze) von 90 auf 76 reduziert. Konzeptionell soll eine Quartierbildung in Angriff genommen werden.

Die Fertigstellung des jetzt begonnenen Abschnitts wird im September 2015 erwartet. Der zweite Bauabschnitt beginnt im Oktober. Daran schließt sich Bauabschnitt drei von April 2016 bis März 2017 an. Der Umbau für das St.-Nikolaus-Hospital ergab sich zwingend aus dem neuen Wohn- und Teilhabegesetz. Denn die Genehmigung für den Betrieb der Einrichtung wäre 2018 abgelaufen, weil der Gesetzgeber einen 80-prozentigen Anteil von Einzelzimmern und ein Wohngruppenkonzept fordert. Doch auch die Bausubstanz des 40 Jahre alten Gebäudes war dringend sanierungsbedürftig.

Über die Modernisierung freut ich Bürgermeister Rainer Vidal, weil das St.-Nikolaus-Hospital eine wichtige Einrichtung für Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt und der größte Arbeitgeber in Nieheim ist.

 Der Umbau ist neben dem laufenden Betrieb mit Unannehmlichkeiten verbunden. Doch das Haus war zuletzt nicht mehr voll belegt. Und die verbliebenen Bewohner zeigen Verständnis, wie Maria Hansmann, die Vorsitzende des Bewohnerrats: »Der Baulärm stört mich nicht. Daran sieht man nämlich, dass im Haus was los ist.« Die 88-Jährige freut sich mit den übrigen Bewohner schon auf die schönen neuen Zimmer, die nach und nach bezogen werden können. Im Foyer hängen Informationen, die den Fortschritt aufzeigen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3214002?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851053%2F
Geburtstagsfeier: Fast 1000 Schüler und Lehrer in Quarantäne
Nach der Familienfeier steigen die Coronazahlen weiter. Aktuell sind zehn Schulen betroffen. Foto: Bernhard Pierel
Nachrichten-Ticker