Mo., 20.11.2017

Bürgerinitiative aus Nieheim wehrt sich gegen Pläne der »Bilster Berg«-Betreiber in Bad Driburg – erstmalig Aufkleber gedruckt »Mehr Lärm ist unzumutbar«

Mit neuen Aufklebern möchte der Vorstand der Bürgerinitiative »Ruhe am Bilster Berg« einer Anhebung der Immissionswerte am Messpunkt 12 in Nieheim widersprechen (von links): Damiane Spier, Annette Cabron, Ulrich Kros und Heike Spier

Mit neuen Aufklebern möchte der Vorstand der Bürgerinitiative »Ruhe am Bilster Berg« einer Anhebung der Immissionswerte am Messpunkt 12 in Nieheim widersprechen (von links): Damiane Spier, Annette Cabron, Ulrich Kros und Heike Spier Foto: Heinz Wilfert

Von Heinz Wilfert

Nieheim/Bad Driburg (WB). »Es reicht«, sagt Dr. Ulrich Kros aus Nieheim, Vorsitzender der Bürgerinitiative »Ruhe am Bilster Berg«, zu den neuen Plänen der Betreiber der Autotest- und Präsentationsstrecke »Bilster Berg«, die Lärmwerte zu lockern.

Weder wolle man den Betrieb dort aufhalten, noch gehe es der Bürgerinitiative um ein »Ja« oder »Nein« zur Strecke. Kros: »Es geht ausschließlich darum, dass den Bürgern der umliegenden Gemeinden keine weiteren Lärmbelästigungen zumutbar sind.«

Die beantragte Änderung umfasst die immissionsschutzrechtliche Einstufung des Immissionspunktes 12 und somit die Anhebung des Immissionswertes von 45 dB (A) auf 50 dB (A), die Erhöhung der Immissions-Referenzwerte zur Kernbetriebszeit um 4 dB (A) sowie die geänderte Beurteilung der angrenzenden Gebiete – eine schwierige Gemengelage im Sinne der TA Lärm.

Messpunkt am Nieheimer Hospital

Es handelt sich bei diesem Messpunkt um den Standort am St.-Nikolaus-Hospital. Der Rennstreckenbetreiber ziele auf diesen Immissionspunkt ab, weil er das Lärmkontingent bislang am stärksten reglementiere.

Änderungen des Betriebes außerhalb der Kernbetriebszeit (an Werktagen von 8 bis 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 13 Uhr und von 14.30 bis 20 Uhr) sowie bauliche Änderungen seien im Zusammenhang mit der beantragten Änderung nicht vorgesehen. Die Genehmigungsbehörde hatte allerdings entschieden, dass für die Änderung des Vorhabens eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist.

Pläne liegen in Rathäusern aus

Im Verfahren um den Antrag vom 24. Mai bei der Immissionsschutzbehörde Kreis Höxter läuft derzeit die Auslegung der Pläne beim Kreis Höxter sowie in den beiden Rathäusern Bad Driburg und Nieheim.

Noch bis zum Montag, 4. Dezember, könnten dort die Antragsunterlagen des »Bilster Berg Drive Ressort« eingesehen und bis zum 4. Januar 2018 Einwände bei den Behörden eingereicht werden.

Erörterungstermin im Februar

Die BI will möglichst viele Bürger vor dem am 15. Februar geplanten Erörterungstermin (voraussichtlich im großen Sitzungssaal des Bad Driburg Rathaus) dazu bringen, ihre Einwendungen gegen die Planungen schriftlich vorzubringen. Dafür bietet sie ihre Hilfe mit Musterbriefen an, die unter der Email-Adresse »ig.bb.ev@gmail.com« abgerufen werden können. Die Renn- und Teststrecke befindet sich auf dem Bad Driburger Stadtgebiet.

Der Nieheimer Rat hat sich bereits einstimmig gegen eine Anhebung der Lärmwerte ausgesprochen, die insbesondere an den Wochenenden sehr belastend seien. »Zuletzt haben wird das am Reformationsfeiertag beobachtet«, so Kros, der auch darauf verweist, dass es im Rat Bad Driburg ebenfalls eine mehrheitliche Ablehnung gegen die »Bilster Berg Pläne« gab. »Wir müssen die Fachbehörde beim Kreis davon überzeugen, dass es nicht um physikalische Werte, sondern um den Schutz der Menschen geht«, betonte Kros mit seinem Vorstand.

BI will Messung vor Ort

Schon seit langem werde von der BI darauf gedrängt, von offizieller Seite den Lärmpegel vor Ort zu messen und nicht nur mathematisch zu berechnen. »Wir erwarten vom Landrat ein gleich großes Verständnis wie er es gegenüber anderen Bürgerinitiativen gezeigt hat«, erklärte der Vorstand der BI. Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat die Bürgerinitiative jetzt Aufkleber herausgegeben, die ab sofort bei den Vorstandsmitgliedern zu erhalten sind.

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