Wertvollster Baum des Hochstift wechselt für 5783 Euro den Besitzer
Sturm legt Schmuckstücke frei

Nieheim (WB). Das wertvollste Holz aus dem gesamten Hochstift liegt momentan auf einem Nieheimer Lagerplatz – und das ist zum Teil auch Orkantief Friederike geschuldet. Das Regionalforstamt Hochstift und der Landesverband Lippe haben trotz widriger Witterungsbedingungen zahlreiche Schmuckstücke für eine Submission zusammengetragen.

Dienstag, 27.03.2018, 11:20 Uhr aktualisiert: 27.03.2018, 11:22 Uhr
Förster Fabian Treyse (Zweite von links) hat den seltenen Riegelwuchs am Bergahorn bemerkt. Dabei sind Hochstift-Forstamtsleiter Roland Schockemöhle (links), Hans-Ulrich Braun (rechts) vom Landesverband Lippe und Koordinatorin Imke Lampe. Foto: Sarah Schünemann
Förster Fabian Treyse (Zweite von links) hat den seltenen Riegelwuchs am Bergahorn bemerkt. Dabei sind Hochstift-Forstamtsleiter Roland Schockemöhle (links), Hans-Ulrich Braun (rechts) vom Landesverband Lippe und Koordinatorin Imke Lampe. Foto: Sarah Schünemann

Holz für Möbel und Treppen

Vor allem zahlreiche Eichen gibt es in diesem Jahr wieder auf dem Gelände in der Nähe von Nieheim. »Der Markt läuft einfach sehr gut. Das Holz ist als Material für Möbel und Treppen besonders beliebt«, erklärt Forstamtsleiter Roland Schockemöhle. Unter den insgesamt 1200 Kubikmetern Holz befinden sich aber auch viele weitere Arten wie Eschen, Ahorn und sogar ein Mammutbaum. Das sind zwar deutlich weniger als in den letzten Jahren, für die gegebenen Wetterverhältnisse aber doch noch sehr viele, meint Schockemöhle. Jahr für Jahr tragen die Institutionen die Schmuckstücke der Holzernte hier zusammen, um diese in einer verdeckten Auktion – einer sogenannten Submission – zu verkaufen. In diesem Jahr gab es die große Holzauktion bereits zum 40. Mal.

Das teuerste Holz kostet 5783 Euro

Trotz des regnerischen Winters und Sturmtief Friederike konnten Stämme aus privaten, kommunalen und staatlichen Wäldern zusammen getragen werden. »Das beste Gebot gab es für einen Baum, den Friederike schief gestellt hat«, erklärt Schockemöhle. Gefunden hat den 2,55 Kubikmeter großen Bergahorn der Förster Fabian Treyse in einem Forst bei Altenbeken (Kreis Paderborn). »Wir haben ihn gefällt und beim Aufladen wurde die Borke etwas abgetragen. Darunter kam eine Riegelung zum Vorschein. Das ist sehr selten«, erklärt er. Eine Riegelung ist eine wellenförmige Holzform, durch die eine bestimmte Maserung entsteht. Verwendet wird geriegeltes Holz zumeist für exklusive Jachten, Privatflugzeuge oder Instrumente. »Der Bieter wollte das Holz unbedingt haben. Er hat sehr hoch geboten, um sicher sein zu können, dass er es bekommt«, ergänzt Schockemöhle. Dieses Gebot beläuft sich auf 2268 Euro pro Kubikmeter, insgesamt kostet der Stamm somit 5783 Euro. Daneben gibt es einige skurrile Bäume: Eine Eiche hat beispielsweise eine Wucherung mit einer speziellen Maserung. Aus einem Privatbesitz in Schlangen (Kreis Lippe) wurde sogar ein Gebirgsmammut zum Verkauf angeboten. Der 98 Jahre alte Riese hat bereits einen Durchmesser von 180 Zentimeter. Auf dem Gelände ist er eine Seltenheit, insbesondere da die Baumart in Europa nicht weit verbreitet ist.

Weniger Bäume abgeholzt als 2017

In diesem Jahr hat der Landesverband Lippe weniger Bäume abgeholzt als in den vergangenen Jahren. »Wir sind sehr bodenschonend vorgegangen. Die Nässe hat die Böden durchweicht und wir haben uns – auch nach Friederike – beim Abholzen sehr zurückgehalten«, sagt Hans-Ulrich Braun, Leiter der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe. Insgesamt 82 statt den sonst bis zu 400 Kubikmetern haben sie geerntet und statt auf einen Platz nach Schieder jetzt nach Nieheim gebracht. Die Nässe hat auch im Kreis Höxter dafür gesorgt, dass gefällte Bäume teilweise nicht abtransportiert werden konnten. »Einige mussten wir liegen lassen, um die Böden nicht zu belasten«, sagt Schockemöhle. Zusammen kommt das Holz auf einen Wert von rund 330.000 Euro. Einige Bäume sind bis zu 280 Jahre alt. »Es ist auch immer etwas Demut dabei«, meint Braun.

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