Do., 04.07.2019

Grüne Vorgärten statt reine Steinwüsten: In Merlsheim setzen sich Bürger für Fauna und Flora ein Zu allen Jahreszeiten gibt es Futter für Insekten

Kerstin Wiehage-Mürmann hat die Patenschaft für diese Fläche vor ihrem Haus in Merlsheim übernommen.

Kerstin Wiehage-Mürmann hat die Patenschaft für diese Fläche vor ihrem Haus in Merlsheim übernommen. Foto: Sabine Robrecht

Merlsheim (sos). Im Amseldorf Merlsheim haben die Menschen ein Herz für Insekten. Diesen Eindruck gewinnen Bewohner und Gäste, wenn sie beispielsweise an der Blühwiese mitten im Ort vorbei gehen. Eine Familie hat dieses Kleinod vor ihrem Haus angelegt – sehr zur Freude der Passanten, die immer wieder gern den Anblick der Wiese genießen.

Die Blumenwiese im Herzen Merlsheims zieht bewundernde Blicke auf sich. Foto: Sabine Robrecht

Bienen und andere Insekten haben es von dieser Blütenpracht vor dem Haus aus nicht weit zu einem weiteren Paradies: Kerstin Wiehage-Mürmann gestaltet das Beet vor ihrem Haus, für das sie eine Patenschaft übernommen hat, insektenfreundlich um.

Dieses Ziel ist nicht leicht zu erreichen. Denn direkt unter der Oberfläche beginnt eine Schotterschicht, weil die ursprüngliche Dorfstraße unter dem Beet verläuft. »Das begrenzt die Auswahl an standortgerechten Pflanzen sehr.« Kerstin Wiehage-Mürmann weiß sich aber zu helfen: »Ich setze das Beet um mindestens 40 Zentimeter hoch.«

Zu allen Jahreszeiten möchte sie den Insekten auf mehreren Etagen Futter anbieten. Dazu nutzt sie alte Sandsteintröge des familieneigenen Hofes, die früher zur Schweinefütterung verwendet wurden. »Sie bilden eine Terrassenlandschaft und ergänzen das Paradies für Hummeln und Bienen.«

Der Gedenkstein zum 700-jährigen Bestehen Merlsheims ist von einer Blumenpracht umgeben. Foto: privat

Ringsherum baut die Merlsheimerin eine schmucke Natursteinmauer. Sie setzt Pflanzen in die Erde, »die alle Insekten mögen«. Die Kenntnisse darüber, welche das sein müssen, hat sich die Blumenfreundin angeeignet.

Beet mit »Hotel«

Ein Insektenhotel rundet die Neugestaltung des Beetes ab. Die Kleinsttiere können also auch bei Mürmanns vor dem Haus überwintern. Die große Info-Tafel aus Holz, die zu der Fläche dazu gehört, wurde im Zuge der Neugestaltung restauriert und wieder neu aufgebaut.

Blütenträume an einem Wanderparkplatz. Foto: privat

Mit ihrer Initiative möchte die 58-Jährige Nachahmer gewinnen. Sie ist eine von 16 Flächenpaten im Dorf, die sich um öffentliche Grünflächen der Stadt Nieheim kümmern.

Gemeinsam tragen diese Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Einsatz zu Merlsheims einladendem Ortsbild bei. Dieses liegt den Bewohnerinnen und Bewohnern am Herzen. »Wir müssen am Ball bleiben, wenn es darum geht, das Ortsbild so liebenswert zu erhalten«, betont Kerstin Wiehage-Mürmann.

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