„Winter Voices“: Gabriele Banko und Johannes Grundhoff ernten viel Beifall in Nieheim
Wechselbad aus Lust und Schmerz

Nieheim (WB). Die Veranstaltungsreihe „Wintervoices“ braucht den Vergleich mit ihrer etablierten Schwester („Voices“ in Holzhausen) im Sommer nicht zu scheuen. Weder von der Auswahl des Programms, noch von der Resonanz des Publikums, das in großer Zahl in die Aula der Grundschule Nieheim gekommen war.

Mittwoch, 29.01.2020, 07:17 Uhr aktualisiert: 29.01.2020, 07:30 Uhr
In der Aula der Grundschule brillierten Gabriele Banko und Johannes Grundhoff. Sie trugen „Winterlieder“ vor. Foto: Wolfgang Tilly
In der Aula der Grundschule brillierten Gabriele Banko und Johannes Grundhoff. Sie trugen „Winterlieder“ vor. Foto: Wolfgang Tilly

„Draußen ist es frostig – na und ?“ hieß es selbstbewusst vom Duo Gabriele Banko (Gesang) und ihrem Pianisten Johannes Grundhoff. Alle Songs und Balladen an diesem Abend fingen eine ganz besondere Stimmung ein. „Winterstimmung“ eben, wo man träumt, sich erinnert und nach Wärme sehnt.

Ein Abend, an dem das Leben und die Liebe gefeiert wurde. Für die Zuhörer sollte es ein Wechselbad aus Lust und Schmerz sein. Von großen Gefühlen und kleinen Niederlagen handelten die subversiven Erzählungen, mit denen Gabriele Banko ihre Zuhörer an die Hand nahm und in eine fremde und doch so vertraute Welt entführte.

Lieder und Chansons

Dabei begnügt sich Gabriele Banko nicht nur mit der Aneinanderreihung von einzelnen Nummern, sondern versucht die unterschiedlichen Lieder und Chansons von Friedrich Hollaender bis Hildegard Knef, von den Toten Hosen bis Georg Kreisler, durch launige oder spöttische Texte von Kästner, Tucholsky, Morgenstern oder Robert Gernhardt mit einem roten Faden zu verbinden.

Da erfährt der Zuhörer, dass Jeder „Eine kleine Sehnsucht“ braucht, oder große Erwartungen und Träume ans Leben haben darf: „Für mich soll’s rote Rosen regnen”. Mal poetisch, mal prosaisch – Gabriele Banko fügt sich flott und forsch in die diversen Rollenspiele und oft versucht sie, die in den Texten schlummernde Doppelbödigkeit zu entlarven – mit einer schönen tragenden Stimme und unverkrampfter Direktheit. Sie verbindet gekonnt Pathos und Poesie, leise und lustige Töne. Köstlich und „echt russisch“ ist der Song „Stroganoff“, eine blutrünstige Moritat aus der Feder Friedrich Hollaenders, der die Berliner Revue-Szene in den 192er-Jahren mit seinen klugen und bösartigen Chansons verzauberte. Das erfolgreiche Geheimrezept dieser Lieder liegt nicht nur in den Texten selbst, oder in ihrer Melodiösität, sondern eben auch in den Darstellungsmöglichkeiten ihrer Interpreten. Hier gelang dem Duo ein intensives und beeindruckendes Zusammenspiel.

Begleitet wird Gabriele Banko bei ihrem Konzert in Nieheim von Johannes Grundhoff am Klavier. Sein Klavierspiel verstärkt die Höhen und Tiefen der einzelnen Lieder mit professioneller Präsenz. Der Mann am Klavier ist ein adäquater Partner, spielt wohl dosiert und trägt seine Musikpartnerin auf Händen.

Ende der Saison am 16. Februar

Zum Abschluss der zweiten Saison von „Winter Voices“ wird am Sonntag, 16. Februar, um 17 Uhr das „Musikalische Soiree“ mit Katrin Müller-Höcker (Gesang) und Tizian Jost (Klavier) präsentiert – ebenfalls wieder in der Aula der Grundschule Nieheim. Karten können auch telefonisch unter 05274/952094 bestellt werden.

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