Finanzspritze aus dem „Bund-Länder-Förderprogramm“ für Pilotprojekt in Nieheim-Eversen
Aus Fußballplatz wird Sportanlage

Nieheim (WB/hai). Das ist eine gute Nachricht für die ganze Region: Die in Nieheim-Eversen geplante Mehrzweck-Sportanlage wird mit einem Fördersatz von 90 Prozent (626.000 Euro) aus dem Programm „Soziale Integration im Quartier 2020“ unterstützt. Laufbahn, Kugelstoß- und Weitsprung-Anlage sowie Fitness-Parcours sollen dort zusätzlich neben dem Fußballplatz entstehen.

Donnerstag, 26.03.2020, 07:10 Uhr
Der Tennenplatz in Eversen ist ganzjährig bespielbar – und wird von vielen Fußballmannschaften genutzt. Auf dem großen Areal soll eine moderne Mehrzweck-Sportanlage entstehen. Foto: Harald Iding
Der Tennenplatz in Eversen ist ganzjährig bespielbar – und wird von vielen Fußballmannschaften genutzt. Auf dem großen Areal soll eine moderne Mehrzweck-Sportanlage entstehen. Foto: Harald Iding

Eversen ist eine Ortschaft mit 480 Einwohnern, die sich durch einen außerordentlichen bürgerschaftlichen Zusammenhalt auszeichnet. Ein Sprecher der Stadt Nieheim: „Das wird unter anderem dadurch deutlich, dass es in dem kleinen Ort zwei Fußball-Seniorenmannschaften und eine Löschgruppe der Feuerwehr mit annähernd 40 aktiven Mitgliedern gibt.“ Eversen ist auch Standort der „Schule unterm Regenbogen“ – einer Förderschule in Trägerschaft der „Lebenshilfe“ für Kinder und Jugendliche mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung. Eversen sei daher schon immer ein Ort der Integration und des sozialen Zusammenhalts gewesen. Für alle Fußballmannschaften im Gebiet von Nieheim ist der bestehende Tennenplatz insbesondere im Winterhalbjahr aufgrund seiner fast ganzjährigen Bespielbarkeit der Ausweichplatz für den Trainings- und Spielbetrieb.

Jugendspielgemeinschaft

Allerdings seien während des Winterhalbjahres dort nicht nur die Seniorenmannschaften, sondern auch die Jugendmannschaften der Jugendspielgemeinschaft Kollerbeck-Nieheim beheimatet.

„Diese Jugendspielgemeinschaft ist insofern ein besonderes Beispiel für gelungene interkommunale Kooperation, weil dort Kinder aus den Stadtgebieten von Marienmünster und Nieheim gemeinsam Fußball spielen. Die Städte Marienmünster und Nieheim sind neben der Stadt Beverungen die einzigen Kommunen im Kreis Höxter, die noch nicht über eine Kunstrasensportfläche für den Jugend- und Seniorenspielbetrieb verfügen.“ Ausgehend von der Initiative des VfL Eversen sei nun der Umbau des Tennenplatzes hin zu einer Mehrzweck-Sportanlage vorgesehen. Diese Anlage zeichnet sich dadurch aus, dass es sich nicht um einen reinen Fußballplatz handelt – sondern dass die Spielfläche um eine Laufbahn, eine Kugelstoß- und Weitsprung-Anlage sowie einen Fitness-Parcours für einen Mehrgenerationenplatz erweitert wird.

Die Stadt teilt weiter mit: „Der VfL Eversen, dessen Vorstandsteam im Alter von Mitte 30 schon seit zehn Jahren erfolgreich den Verein weiterentwickelt, möchte sein Leistungsangebot im Breitensport bewusst erweitern. Deswegen hat sich vor etwa zwei Jahren eine Leichtathletikabteilung im Verein gegründet, die seitdem zunächst mit Angeboten für Kinder und Jugendliche diesen Breitensportaspekt weiter ausbauen möchte. Bisher fehlen dafür im Freiluftbereich allerdings die infrastrukturellen Möglichkeiten, so dass die Mehrzweck-Sportanlage erst die Voraussetzung dafür ist, dass sich dieses Angebot erweitert und noch mehr Everser, aber auch Bewohner der umliegenden Ortschaften der drei Städte Marienmünster, Nieheim und Steinheim zum Sporttreiben außerhalb des Fußballs animiert werden können.“

Auch außerhalb des organisierten Sports würde sich mit dem Fitness-Parcours gerade den älteren Mitbürgern eine Betätigungs- und Bewegungsmöglichkeit bieten, die eine altersangemessene Fitness sicherstellen kann.

Die Ortschaft Eversen, die 2019 im Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ einen tollen zweiten Platz belegt hat, könne mit diesem Pilotprojekt und der Initiative beispielgebend für andere Städte in OWL und NRW sein.

Nähe zu Nachbarstädten

Die Stadt Nieheim wolle bewusst einen wichtigen Teil ihrer sozialen Infrastruktur außerhalb ihres Zentrums platzieren, um das Engagement und die Bedeutung intakter Dorfgemeinschaften zu würdigen.

Um dieses Projekt zum Erfolg zu führen, habe der Verein einen Großteil der Planungsleistungen selbst erbracht. Bürgermeister Rainer Vidal lobt den Einsatz: „Darin spiegelt sich die Einzigartigkeit dieses Vorhabens wider, das mit zeitgemäßem bürgerschaftlichen Engagement erhebliche Kosten einspart. Wo früher Maurer Stein auf Stein setzten und so die Baukosten für Infrastruktureinrichtungen reduzierten, sind es heute Ingenieure und Projektentwickler, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu Kostenreduktionen beitragen.“

Der Umbau des Tennenplatzes in Eversen habe Signalwirkung für die Bedeutung auch der kleineren Ortschaften in der Großgemeinde Nieheim. Eine für den Sport so wichtige Infrastruktur werde bewusst nicht in der Kernstadt angesiedelt, sondern an der Stelle, wo der soziale Zusammenhalt besonders ausgeprägt ist.

Außerdem überzeuge Eversen durch die Nähe zu den Nachbarstädten Marienmünster sowie Steinheim und lässt damit auch eine Mitnutzung der Vereine aus umliegenden Ortschaften anderer Stadtgebiete bewusst zu. Das sei auch eine Stärke dieses Projekts.

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