Bundesliga: Topspielerin des TuS Bad Driburg wechselt zum Deutschen Meister
Eerland blickt mit Freude nach Berlin

Bad Driburg  (WB). Von Bad Driburg nach Berlin: Britt Eerland wechselt von der Kurstadt im beschaulichen Kreis Höxter in die Hauptstadt Deutschlands zum Deutschen Tischtennis-Meister TTC Eastside Berlin.

Dienstag, 21.04.2020, 18:58 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 19:00 Uhr
Britt Eerland schaut bereits in Richtung Berlin und freut sich auf die Herausforderung beim Deutschen Meister. Foto: Jürgen Drüke
Britt Eerland schaut bereits in Richtung Berlin und freut sich auf die Herausforderung beim Deutschen Meister. Foto: Jürgen Drüke

„Ich freue mich auf die neue Aufgabe bei eine der besten Mannschaften in der Welt“, hebt die Niederländerin hervor. Leider   könne wegen des Corona-Virus niemand sagen, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden könne. „Die Ausbreitung des Virus muss zunächst einmal eingedämmt werden. Die Gesundheit hat absoluten Vorrang.“

Nummer eins ist unter der Haube

Die Nummer eins des TuS Bad Driburg, der sich aufgrund finanzieller Probleme in Folge der Corona-Pandemie Ende März aus der Bundesliga zurückgezogen hat, ist nun unter der Haube. „Eastside Berlin steht seit Jahren für Weltklasse“, stellt Eerland heraus. Die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf 2021 und der Rückzug des TuS Bad Driburg aus der Beletage des deutschen Tischtennis erfolgten Ende März fast zeitgleich. Eerland hatte sich für Olympia qualifiziert und schrieb vor drei Wochen auf Facebook: „An einem Tag kam das Aus bei meinem Verein und für Olympia. Das war mehr als bitter.“ Die Rechtshänderin, die neben ihrer Klasse und spielerischen Eleganz mit einem großen Kämpferherzen ausgestattet ist, steht bei Eastside Berlin hoch im Kurs. Bei der Topspielerin aus den Niederlanden haben die Hauptstädter, die sich in Zeiten von Corona und den aufgrund des Virus verbundenen Reisebeschränkungen ausschließlich auf deutsche Spitzenspielerinnen und Talente konzentrieren wollten, eine Ausnahme gemacht: „Klar, Britt ist keine deutsche Spielerin. Allerdings ist ihr Weg von den Niederlanden nach Berlin nicht weit. Ihre enorme Leistungsstärke und die langjährige Erfahrung in der Bundesliga sprachen für ihre Verpflichtung“, stellte TTC-Präsident Alexander Teichmann heraus. Eerland spreche zudem perfekt Deutsch.

Wunschspielerin

 

Geeinigt haben sich die Verantwortlichen des TTC Eastside Berlin und die Powerspielerin bereits am Sonntagabend: „Wir wollten Britt Eerland, weil sie bestens in unser Konzept und Anforderungsprofil passt. Zudem hatte sie erheblichen Anteil daran, dass der TuS Bad Driburg in der Bundesliga bis zum Abbruch hinter uns den zweiten Platz belegt hat“, sagt Alexander Teichmann.

Eerland, die seit Sommer 2018 beim TuS Bad Driburg spielt und damals die Nachfolge von Nina Mittelham angetreten ist, belegt in der Weltrangliste aktuell den 30. Rang und ist momentan im Ranking die fünftbeste Europäerin. Die damalige Nummer eins Mittelham spielt bei Eastside Berlin und hat sich dort weiterentwickelt. Die Niederländerin will in der Hauptstadt ebenfalls den nächsten Schritt machen.

DeNutte in Frankreich

Der Deutsche Meister TTC Eastside Berlin, dem der Titel nach Abbruch der Saison wegen der Corona-Krise als souveräner Tabellenführer der Bundesliga vom Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) zuerkannt wurde, hat seine Personalpolitik verändert: Spitzenkräfte aus dem Ausland haben das Bild der Mannschaft in den vergangenen Jahren geprägt. „Eastside holt Ausnahespielerinnen. Berlin ist eben etwas Besonderes“, freut sich Britt Eerland auf die Herausforderung. Sarah DeNutte, die Nummer zwei des TuS Bad Driburg, hat bereits Anfang April ihren Wechsel nach Frankreich bekanntgebeben.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Der Trost ist angesichts von 23 Jahren Tischtennis-Bundesliga schwach: Beim TuS Bad Driburg werden sie trotzdem wohlwollend registrieren, dass nach Sarah DeNutte, die zum französischen Spitzenteam Saint-Quentinois gewechselt ist, nun auch Britt Eerland einen neuen Verein gefunden hat. Die 30. der Weltrangliste stellt sich beim Deutschen Meister TTC Berlin der nächsten großen Herausforderung.

Die Nummer zwei und die Nummer eins der Kurstädterinnen sind wieder unter der Haube. Die Luxemburgerin DeNutte und die Niederländerin Eerland stehen stellvertretend für die Weltklasse, die sich mehr als zwei Jahrzehnte unter der Iburg präsentiert hat. Der TuS Bad Driburg hat Geschichte geschrieben. Manager Franz-Josef Lingens hielt dabei alles zusammen. Der Macher kämpfte unermüdlich, wenn es wirtschaftlich eng wurde. Lingens putzte sogar Klinken, damit heimische Sponsoren den Profi-Spielbetrieb in Bad Driburg weiterhin erfolgreich unterstützten.

Sponsoren mussten sich nun zurückziehen. Die Corona-Krise hat die Tischtennis-Hochburg Bad Driburg außer Betrieb gesetzt. Der Trost ist geblieben.

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