Apotheken können Patienten jetzt schneller und einfacher versorgen
Flexible Regelungen ersparen Wege

Nieheim (WB). Blutdruckmedikamente, Schmerzmittel, Antidepressiva – die Liste der häufig nicht lieferbaren Medikamente ist schon vor der Corona-Krise lang gewesen. Häufig mussten die Apothekerinnen und Apotheker im Kreis Höxter ihre Kunden dann für ein neues Rezept zurück zum Arzt schicken und sie bitten, danach ein zweites Mal in die Apotheke zu kommen.

Montag, 27.04.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 27.04.2020, 05:03 Uhr
Die Teams in den Apotheken können nun schneller und einfacher reagieren. Foto: Apothekerkammer Westfalen-Lippe
Die Teams in den Apotheken können nun schneller und einfacher reagieren. Foto: Apothekerkammer Westfalen-Lippe

„Schon in Zeiten vor Corona ist das für alle Beteiligten ärgerlich und aufwendig gewesen. Jetzt aber birgt jeder weitere Gang die Gefahr, das Corona-Virus zu verbreiten oder sich anzustecken“, sagt Apotheker Björn Schmidt, Sprecher der Apothekerschaft im Kreis Höxter. Jetzt können die Apotheken ihre Patienten nun schneller und einfacher mit wichtigen Arzneimitteln versorgen. Dafür sorgen mehrere für die Zeit der Corona-Krise getroffene Neuregelungen. Bei Lieferengpässen kann die Apotheke leichter Alternativpräparate abgeben, ohne dass den Patienten dabei Mehrkosten entstehen.

Ausnahmeregelungen

„Die Ausnahmeregelungen geben uns mehr Handlungsfreiheit. Wir können auch bei Lieferengpässen viele Patienten direkt versorgen, die sonst noch mal in die Apotheke kommen müssten“, erläutert Schmidt. Von nun an könnten Patienten bei Lieferengpässen von Rabattarzneimitteln ein vorrätiges, wirkstoffgleiches Alternativmedikament sofort bei Vorlage des Rezeptes in der Apotheke erhalten.

Die vom Bundesgesundheitsministerium erlassene Arzneimittelversorgungsverordnung ermögliche auch einen erweiterten Austausch: Nach Rücksprache mit dem Arzt könne nicht nur ein wirkstoffgleiches, sondern auch ein ähnliches Arzneimittel abgegeben werden – also eines, das mit einem anderen Wirkstoff eine vergleichbare Wirkung erziele.

Risikopatienten schützen

„Um Risikopatienten vor dem Virus zu schützen, bringen Apothekenmitarbeiter die Medikamente gegebenenfalls sogar bis nach Hause“, verspricht der Fachmann. Zum Beispiel telefonisch werde dann erklärt, wie das Medikament eingenommen werde und worauf zu achten sei.

„Das Personal der Apotheke vor Ort verstärkt in Zeiten von Corona die Betreuung vor allem von chronisch kranken und älteren Patienten bis an die Haustür, weil diese Bevölkerungsgruppe weiterhin eines besonderen Schutzes vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus bedarf“, betont Schmidt.

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