Haus der Generationen ausgezeichnet – Fertigstellung noch in diesem Jahr
Richterhaus nutzt die letzte Chance

Nieheim (WB). Das „Richter-Haus der Generationen“ wurde nun als erstes Vorhaben aus dem Kreis Höxter als Regionale 2022-Projekt ausgezeichnet. Die Leiterin der Regionale in der Ostwestfalen-Lippe GmbH, Annette Nothnagel, übergab nun Bürgermeister Rainer Vidal die offizielle Urkunde. Neben der Tagespflege des Sozialdienstes „Jung und Alt“ werden nach Fertigstellung auch die neuen Räumlichkeiten des Jugendtreffs „Timeout“, Räume für die Volkshochschule und für die Begegnung aller Generationen bezogen. Das Mehr-Generationen Konzept hat die Ostwestfalen-Lippe GmbH, als Förderin der Region, überzeugt. „Wir wollen Stadt und Land im Gleichgewicht halten und zukunftsfähig machen“, erklärt Annette Nothnagel die Ziele. Das Richterhaus sei dafür so etwas wie ein Signalprojekt und schaffe gleichzeitig mitten im Zentrum der Stadt eine neue Nutzung für ein historisches Gebäude, lobt Nothnagel.

Mittwoch, 27.05.2020, 23:19 Uhr aktualisiert: 28.05.2020, 05:05 Uhr
Das Richterhaus in Nieheim ist neues „Regionale 2022-Projekt“ der Ostwestfalen-Lippe GmbH. Für sie überreicht Annette Nothnagel die Urkunde an Bürgermeister Rainer Vidal. Ausgezeichnet werden Projekte, die auf die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land zielen. Vom Baufortschritt im Herzen der Weberstadt überzeugten sich unter anderem auch die künftigen Nutzer, und Vertreter der drei Parteien aus dem Rat der Stadt. Fotos: Ralf Brakemeier

Viel Schutt aus dem Gebäude entfernt

„Für das Richterhaus war das die letzte Chance“, stellt Architektin Susanne Krekeler bei einem Rundgang im Anschluss an die Urkundenübergabe fest. Erst die Entkernungs- und Baumaßnahmen hätten aufgedeckt, in welch schlechten Zustand das Richterhaus gewesen sei, so Krekeler. „Es ist unglaublich, wie viel Schutt wir aus dem Gebäude entfernen mussten.“ Zahlreiche tragende Balken des Fachwerkkonstruktes seien gebrochen gewesen, das Holz zum Teil von Innen durchgefault, das Gebäude an einer Stelle abgesackt. Gut 15 Jahre stand das Richterhaus leer. In den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war es zum letzten Mal notdürftig saniert worden. In den historischen Mauern entstand Wohnraum für sozial Schwache.

Einblicke ins Nieheimer Richterhaus

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  • Foto: Ralf Brakemeier
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Nun wird das Gebäude Stück für Stück wieder in einen gebrauchbaren Zustand versetzt. Tragende Balken werden ausgetauscht, Wände entfernt, das Treppenhaus und ein Fahrstuhl, für den Barrierelosen Zugang zu allen Etagen installiert. Für die gesamte Südfassade musste eine neue Statik erstellt werden. „Das Dachgeschoss werden wir nicht nutzen. Die Dacheindeckung aus historischem Wesersandstein wird dadurch geschützt“, erklärt die Architektin. Die Gipskartonwände sind zum größten Teil entfernt worden. Sie werden durch Lehmwände ersetzt und anschließend verputzt. „Beim Rückbau konnten wir sehen, dass das Gebäude quasi aus Kaminen besteht“, lacht Susanne Krekeler, die im September 2019, nach der Entkernung, mit dem Neuaufbau des Gebäudes begonnen hat. „Noch in diesem Jahr wird das Richterhaus fertig“, verspricht sie. Angesichts des momentanen baulichen Zustands nur schwer vorstellbar. Susanne Krekeler beruhigt: „Das sieht nur so wild aus, ganz viel Arbeit wurde bereits erledigt.“

Kinder- und Jugendtreff mit Kino

Der Kinder- und Jugendtreff wird nicht nur eine eigene Küche, sondern darüber hinaus einen großen Raum, der als Kino genutzt werden kann, und eine tolle Dachterrasse oberhalb des neuen Anbaus bekommen. Insgesamt stehen für die unterschiedlichen Nutzungen im Richterhaus 750 Quadratmeter zur Verfügung. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme liegen bei zwei Millionen Euro.

Strukturschwache Ortskerne zu einer lebendigen und attraktiven Mitte zu machen, ist das Ziel des Regionale-Projekts. Das „RichterHaus der Generationen“ gehört zu den ersten sieben Projekten, die ausgezeichnet wurden, insgesamt seien 117 Ideen eingereicht worden, so Annette Nothnagel. Bürgermeister Rainer Vidal: „Ich freue mich riesig für die Stadt Nieheim. Für die zweitkleinste Stadt in OWL ist das eine bedeutende Auszeichnung. Das gesamte Quartier wird von der Strahlkraft des Gebäudes und seiner Nutzung profitieren.“

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