Bürgermeister Rainer Vidal möchte Nieheim auch durch die Corona-Krise bringen
„Ehrlichkeit kommt immer an“

Nieheim (WB). Das war ein echter Paukenschlag, als Nieheims Bürgermeister Rainer Vidal entgegen seiner ursprünglichen Pläne ankündigte, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. „Kaum zu glauben, welche Theorien über meine Beweggründe kursierten“, wundert sich Rainer Vidal. In Wahrheit gehe es ihm darum, den positiven Weg, den Nieheim eingeschlagen habe und die wichtigen Projekte, die auf dem Weg seien, trotz der Corona-Krise gut weiter zu führen.

Montag, 17.08.2020, 15:47 Uhr aktualisiert: 18.08.2020, 18:28 Uhr
Bürgermeisteramt und Familie vereinen – das ist ein Balanceakt, weiß Rainer Vidal. Seine Söhne Pablo (links, 8 Jahre) und Santiago (12) unterstützen ihn ebenso wie Ehefrau Maria-Dolores auch beim dritten Anlauf. Foto: Ralf Brakemeier
Bürgermeisteramt und Familie vereinen – das ist ein Balanceakt, weiß Rainer Vidal. Seine Söhne Pablo (links, 8 Jahre) und Santiago (12) unterstützen ihn ebenso wie Ehefrau Maria-Dolores auch beim dritten Anlauf. Foto: Ralf Brakemeier

„Jetzt, wo Verantwortung gefragt ist, möchte ich nicht einfach von der Bildfläche verschwinden“, sagt Vidal. Ein gutes und sicheres Jobangebot habe er deswegen ausgeschlagen.

Hier landen die Probleme

Vidal sorgt sich, dass ein Quereinsteiger in das Bürgermeister amt vielleicht falsche Entscheidungen fälle: „Jedem muss klar sein, beim Bürgermeister landen vor allem die Probleme.“ Ein Grundverständnis der Verwaltungsarbeit gehört für ihn dazu – und: sich gut beraten lassen. „Ich fühle mich sicherer, wenn ich ein Problem wirklich durchdringe, ich habe aber auch gutes Fachpersonal, mit dem ich mich austausche. Die Entscheidung liegt dann aber letztendlich beim Bürgermeister“, weiß Rainer Vidal aus nun elf Amtsjahren. Jeden Tag sei ein anderes Thema wichtig, immer müsse man sich den Herausforderungen des Moments stellen.

Familie unterstützt

Als 36-jähriger Verwaltungsfachmann von außen hatte er sich 2009 durchgesetzt. Sechs Jahre später sei man mit seiner Arbeit offensichtlich zufrieden gewesen. Es gab keinen Gegenkandidaten. Bei seinem dritten Anlauf auf das Amt des ersten Bürgers der Stadt Nieheim sind es nun gleich drei Mitbewerber. „Ich weiß aber, dass ich Unterstützer in allen Bevölkerungsschichten und aus allen Parteien habe. Auch meine Familie steht, wie seit elf Jahren, hinter mir“, freut sich Vidal.

In den ersten fünf Jahren seiner Amtszeit sei es vor allem darum gegangen, Probleme zu lösen. „In den letzten Jahren konnten wir aber anfangen, kreativ zu werden und etwas Neues zu schaffen – plötzlich konnten wir auch bauen“, zeigt sich Vidal begeistert. Kitas, Schulen oder auch das Richterhaus der Generationen – Projekte, die die Weberstadt fit für die Zukunft machen, habe man in Angriff genommen.

Auch für die Zukunft sieht Vidal viel Potenzial in „seiner Stadt“, auch wenn der gebürtige Altenbekener inzwischen in Bad Driburg wohnt. Modernen und energetisch effizienten Wohnraum schaffen, sowohl für immer mehr Senioren, als auch für junge Singles, das sieht Vidal als eine der wichtigen künftigen Aufgaben für die Kernstadt und auch für die Ortschaften an.

„Gute Stube“ erhalten

Auch zur Zukunft des Westfalen Culinariums hat Rainer Vidal Vorstellungen. Als gemeinsames Museum, das stehe schon jetzt fest, sei das Culinarium nicht zu halten. Im kommenden Jahr fällt die Zweckbindung der Zuschüsse für Bier- und Käsemuseum weg. Im Biermuseum habe die Bürgerbierbrauzunft eine Heimat gefunden. Sie habe auch zugesagt, das Gebäude zu unterhalten. Für das Käsemuseum wünscht sich Vidal, dass eine tägliche- oder zumindest eine Event-Gastronomie das Haus als „gute Stube der Stadt Nieheim“ erhält.

Nur gemeinsam

Alleine, das betont Bürgermeister Vidal im WB-Gespräch immer wieder, könne man gar nichts erreichen. Besonders stolz ist er, dass alle wichtigen Entscheidungen in den vergangenen Jahren einmütig getroffen worden seien. „Das war immer eine Teamleistung. Von mir gibt es in der Presse nur Gruppenaufnahmen“, so Vidal. Auch seinen Wahlkampf 2020 habe er deshalb unter das Motto „Gemeinsam für Nieheim“ gestellt. Ortschaften und Stadt, Vereine und Einzelpersonen, Politik und Verwaltung oder auch Bürger und Parteien, das alles muss für Rainer Vidal gemeinsam unter einen Hut passen. Als „Geschenk“ bezeichnet Vidal die Zusammenarbeit mit seinem Allgemeinen Vertreter Dietmar Becker. „Unsere Stärken ergänzen sich perfekt“, so Vidal.

Ein Bürgermeister, das hat Vidal gelernt, muss immer viele Interessen im Auge behalten, auch wenn er sich auf einzelne Projekte konzentriert. „Als ich mein Amt 2009 antrat, sagte mein Vorgänger, Bürgermeister Kröling, zu mir: ‚Ein Bürgermeister ist wie ein Jongleur. Er muss vieles im Blick behalten und dabei nichts zerdeppern.‘ Daran versuche ich mich seither zu halten“, beschreibt Rainer Vidal seine schwierige und gleichzeitig reizvolle Aufgabe, die er „zum Wohle der Stadt Nieheim“ auch weiterführen möchte.

Verantwortung übernehmen

Eigentlich wollte Rainer Vidal nach seiner zweiten Amtszeit „eine gut bestellte Stadt Nieheim“ übergeben. Corona stelle nun viele gute Entwicklungen in Frage. Vidal: „Deshalb möchte ich weiter Verantwortung übernehmen.“ Als Bürgermeister müsse man über Wahlperioden hinweg denken. „Bei meinen zahlreichen auch kontroversen Gesprächen in den vergangenen elf Jahren habe ich eines festgestellt: Ehrlichkeit kommt immer am besten an – das ist und bleibt meine Devise“, sagt der aktuelle Nieheimer Bürgermeister.

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