Kreis gibt steigende Kosten in den Verbrennungsanlagen weiter
Müllabfuhr soll teurer werden

Kreis Höxter (WB). Für die Entsorgung ihres Restmülls müssen die Menschen im Kreis Höxter vom kommenden Jahr an voraussichtlich tiefer in die Tasche greifen. Die Kreisverwaltung schlägt der Politik eine Erhöhung je nach Behältergröße zwischen vier und sieben Prozent vor. Grund sind steigende Entsorgungskosten bei den Müllverbrennungsanlagen in Hameln und Bielefeld.

Samstag, 29.08.2020, 03:01 Uhr aktualisiert: 29.08.2020, 03:30 Uhr
Die Abfuhr der Restmülltonnen soll im kommenden Jahr teurer werden. Diesen Vorschlag macht die Kreisverwaltung den politischen Gremien. Hintergrund sind gestiegene Kosten für die Verbrennung des Abfalls in Hameln und Bielefeld. Foto: dpa
Die Abfuhr der Restmülltonnen soll im kommenden Jahr teurer werden. Diesen Vorschlag macht die Kreisverwaltung den politischen Gremien. Hintergrund sind gestiegene Kosten für die Verbrennung des Abfalls in Hameln und Bielefeld. Foto: dpa

Wie Hubertus Abraham, Abfallexperte bei der Kreisverwaltung, in einer Sitzungsvorlage für den Kreisumweltausschuss erläutert, sollen die Entsorgungskosten für Restabfälle in der Müllverbrennung von 100 auf 130 Euro pro Tonne steigen. „Das führt bei einer Jahrestonnage von 12.200 Tonnen zu einer Kostensteigerung von 366.000 Euro“, erläutert er die Zahlen für den Kreis Diese würden nach einem bestimmten Volumenschlüssel auf die Behälter umgelegt.

42.000 Restmülltonnen

Kreisweit gibt es rund 42.000 Restmülltonnen. Den größten Anteil hat mit rund 15.000 Stück die 120-Liter-Tonne. Bislang mussten Haushalte für die Leerung dieser Tonnen 112,80 Euro pro Jahr bezahlen. Ab Januar 2021 sollen es sechs Euro mehr sein. Die Besitzer von 60-Liter-Tonnen sollen statt 92,40 Euro von Januar an 96 Euro bezahlen. Bei wem ein 80-Liter-Gefäß vor dem Haus steht, muss künftig mit 103,20 Euro planen, also 3,60 Euro mehr. Bei der 180-Liter-Tonne steigen die Entsorgungskosten von 134,40 auf 142,80 und bei der 240-Liter-Tonne von 154,80 auf 166,80.

Unveränderte Tarife

Die Preise für die Entsorgung der übrigen Müllarten (Bio, Wertstoffe und Papier) sollen sich nach den Vorstellungen der Kreisverwaltung nicht ändern. Ebenfalls unverändert bleiben sollen die Gebühren für die Sammlung von Elektrogroßgeräten (kostenlos), Sperrmüll (20 Euro pro Kubikmeter) und Beistellsäcke (acht Euro pro Sack).

Tonnentausch

Teurer werden soll vom kommenden Jahr an auch der Tausch von Mülltonnen, beispielsweise dann, wenn sich Haushalte für eine größere oder kleinere Mülltonne entscheiden. Bislang mussten dafür einmalig 15 Euro gezahlt werden, 20 sollen es vom kommenden Jahr an sein. Hubertus Abraham berichtet, dass die Zahl der so genannten Behälterbewegungen in den vergangenen Jahren in „erheblichem Umfang“ zugenommen habe. In seiner Gebührenkalkulation geht er von rund 3500 im Jahr aus.

Darüber hinaus sei das Einsammeln alter und das Ausfahren neuer Mülltonnen organisatorisch sehr aufwändig und auch nicht billig. Kosten fielen bei der Kreisverwaltung (Telefonate, Termininformationen, neuer Gebührenbescheid) und beim Entsorgungsunternehmen (Disposition, Behälterlagerung, Lieferung und Abholung sowie Reinigung der Tonnen) an. „Die höhere Gebühr soll sicherstellen, dass die Gesamtkosten des Tauschvorgangs dem Verursacher zugerechnet werden und nicht – auch nicht teilweise – den Haushalten, die nie eine Behälterveränderung beantragen“, erläutert der Abfallexperte. Möglicherweise habe die höhere verursachergerechte Gebühr auch eine Lenkungswirkung.

Kreistag entscheidet

Über die Gebührenerhöhung muss der Kreistag entscheiden. Das wird voraussichtlich in der Sitzung am Donnerstag, 8. Oktober, geschehen. Zuvor befasst sich neben dem Umweltausschuss auch der Kreis- und Finanzausschuss mit dem Thema.

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