Volles Haus: Podium des WESTFALEN-BLATTES und der Werbegemeinschaft Nieheim mit den vier Bürgermeisterkandidaten
WB-Wahlforum: Ideen für die Käse-Metropole

Nieheim (WB). Nieheims gedeihliche Zukunft ist ihre Vision. An der Pole-Position im Rathaus wollen sie die Stadt und ihre Ortschaften nach vorne bringen. Wie – darauf sind 270 Gäste in der Stadthalle gespannt, als die vier Bürgermeisterkandidaten Jana Katharina Reineke, Elmar Kleine, Johannes Schlütz und Rainer Vidal beim Wahlforum des WESTFALEN-BLATTES und der Werbegemeinschaft auf dem Podium ihre Plätze einnehmen. WB-Redakteur Michael Robrecht führt durch den zweieinhalbstündigen Abend, an dem die Bewerber ihre Ideen für eine erfolgreiche Stadtentwicklung skizzieren und sich den Fragen der Bürgerinnen und Bürger stellen.

Mittwoch, 02.09.2020, 21:59 Uhr
WESTFALEN-BLATT und Werbegemeinschaft haben das Wahlforum organisiert: (von links) die Bürgermeisterkandidaten Johannes Schlütz und Rainer Vidal, Frank Filter (Vorsitzender Werbegemeinschaft), WESTFALEN-BLATT-Redakteur Michael Robrecht, Bürgermeisterkandidat Elmar Kleine und Bürgermeisterkandidatin Jana Katharina Reineke.Foto: Simon Rieks F
WESTFALEN-BLATT und Werbegemeinschaft haben das Wahlforum organisiert: (von links) die Bürgermeisterkandidaten Johannes Schlütz und Rainer Vidal, Frank Filter (Vorsitzender Werbegemeinschaft), WESTFALEN-BLATT-Redakteur Michael Robrecht, Bürgermeisterkandidat Elmar Kleine und Bürgermeisterkandidatin Jana Katharina Reineke. Foto: Simon Rieks

WB-Wahlforum mit den Nieheimer Bürgermeisterkandidaten

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Mit politischen Leichtmatrosen haben es die Wahlberechtigten in der kleinen, aber feinen Käse-Metropole nicht zu tun. Diesen Eindruck gewinnen die Besucher dieses einzigen großen Wahlforums im Kreis Höxter. Die vier Kandidaten haben klare Vorstellungen und untermauern ihre Thesen mit Hintergrundwissen. Angesichts der vertretbaren Redezeitbegrenzung auf drei Minuten pro Beitrag bleiben die Statements inhaltlich nicht an der Oberfläche – sodass die Zuhörer sich ein differenziertes Bild machen können. Jeder Bewerber bringt ein eigenes Profil mit. Und Jana Katharina Reineke einen Wunsch: „Wir Frauen sollten uns – was wir mit den Stadtratskandidatinnen ja auch schon tun – mehr ins politische Geschehen einbringen“, appelliert die 32-Jährige, die unabhängig antritt und von der SPD unterstützt wird.

Zusammen mit ihren Mitbewerbern Elmar Kleine aus Oeynhausen (52, selbstständiger Steuerberater, CDU), Johannes Schlütz aus Holzhausen (50, Führungskraft bei der „Bundesrepublik Deutschland-Finanzagentur GmbH“ in Frankfurt am Main, unabhängig) und Rainer Vidal (47, seit elf Jahren Bürgermeister in Nieheim, ebenfalls unabhängig) steht die bei Melitta in Minden als Teamleiterin tätige Kandidatin auf der Bühne zu den Zukunftsthemen Wirtschaft, Bildung, Stadtmarketing und Klimaschutz Rede und Antwort.

Wirtschaft

„Die Wirtschaft ist in den letzten 20 Jahren vernachlässigt worden“, hält Johannes Schlütz nicht in seinem Statement hinter dem Berg. „Wir haben ein Gewerbegebiet, das sich nicht weiterentwickelt. Wir müssen Familien nach Nieheim holen und erreichen, dass mindestens einer in der Familie vor Ort Arbeit hat.“ Schlütz will neue Netzwerke spinnen. In der von ihm initiierten Wasserstoffallianz habe es ein Treffen gegeben. Ziel sei, in Nieheim Wasserstoff zu produzieren.

Elmar Kleine setzt auf den Dialog mit den mittelständischen Unternehmen. „Als Steuerberater weiß ich, wo ihnen der Schuh drückt.“ Für sie gelte es die Rahmenbedingungen zu verbessern, wenn es um Expansionswünsche oder das Anwerben von Fachkräften geht. Und: „Wir müssen den Einzelhandel in der Innenstadt stärken und den Tourismus fördern, damit externe Kaufkraft nach Nieheim kommt.“

Jana Katharina Reineke plädiert für Wirtschaftsförderung in realistischem Rahmen. „Wir müssen uns fragen, wo wir mit Nieheim hinwollen.“ Das Thema Wasserstoff sei wichtig, dürfe aber nicht der einzige Plan sein. Die Bewerberin will sich auch dafür einsetzen, Gewerbeflächen in Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen zu erschließen.

Auf interkommunale Zusammenarbeit setzt auch Rainer Vidal. Er verweist darauf, dass die Gewerbesteuereinnahmen in Nieheim von etwa 900.000 vor elf Jahren auf 2,2 Millionen Euro 2019 gestiegen sind. „Wir müssen unterscheiden zwischen dem was wünschenswert und was machbar ist.” Den Kontakt zu jedem Unternehmer vor Ort will er verbessern.

Bildung

Beim Thema Schulen verkündet der Amtsinhaber stolz, dass mit Nieheim die fünftkleinste Stadt der modernste Bildungsstandort in NRW ist. Dieses Prädikat bezieht sich auf die Grundschule und die Realschule. „Ich möchte diese Spitzenstellung, die sich alle gemeinsam erarbeitet haben, verteidigen.“

Die Vernetzung der Kitas und der Schulen ist Elmar Kleine ein Anliegen. In der Realschule, die auch von anderen Städten gut angenommen werde, sei der Träger auch im Hinblick auf die Schulsozialarbeit gefordert.

Jana Katharina Reineke bringt die Digitalisierung als wichtigen Kompetenzbereich in die Diskussion ein. Sie möchte in der Erwachsenenbildung ein breiteres Angebot auch für Senioren schaffen.

Johannes Schlütz richtet den Fokus auf die Berufsvorbereitung. Er habe eine Umfrage unter Jugendlichen gemacht und dabei festgestellt, dass mehr als die Hälfte in dieser Frage unsicher sei.

Stadtmarketing

„Wir haben den Tourismus trotz weggebrochener Infrastruktur nicht aufgegeben“, sagt Elmar Kleine. Die Stadt sei auf private Investoren angewiesen. Er wolle deren unternehmerische Bereitschaft fördern.

Jana Katharina Reineke setzt darauf, Nieheim für die Bewohner attraktiv zu halten. „Das zieht dann auch Neubürger und Touristen an. Wir sollten die Marke ‚Unser Nieheim‘ stärker nach außen tragen.“ Hoteliers anzuwerben, müsse professionell angegangen werden.

Ein großes Gästepotenzial im Tagestourismus sieht Johannes Schlütz in den E-Bikern. „Sie müssen wir nach Nieheim locken.“ Es fehle ein Platz für Wohnmobile, die in Nieheim Station machen.

„Wenn die touristischen Leistungsträger nicht verfügbar sind, muss das Stadtmarketing umgesteuert werden“, postuliert Amtsinhaber Vidal. Dann müsse auch das Budget ein anderes sein. „Wer A sagt, muss auch Euro sagen.“

Klimaschutz

Klimaschutz ist für Jana Katharina Reineke vom Bauprojekt bis zur Aufforstung regionaler Wälder und regenerativer Energie ganzheitlich anzugehen. In der Mobilität will sie On-Demand-Angebote ausbauen und eine Anregung aus einem ihrer Haustürgespräche aufgreifen: in den Ferien Kleinbusse für den Transport von Kindern zu Ferienangeboten einzusetzen.

„Wir haben den Kurpark vor der Haustür und können ihn in einen Klimapark umgestalten“, schlägt Elmar Kleine vor. „Unsere Flechthecken verdienen auch Aufmerksamkeit.“ Bei der Windkraft gelte es die Interessen der Bürger und das Landschaftsbild mit in den Blick zu nehmen.

Johannes Schlütz möchte die Nitratbelastung des Wassers unter die Lupe nehmen. „Wir müssen das Wasser schützen.“ Die Aufforstung des Waldes als CO2-Speicher sei ebenfalls wichtig. Wenn Probleme entstehen, müsse die Stadt auch darüber nachdenken, Waldflächen zu verkaufen.

„Die großen Räder drehen andere, die kleinen vorbildprägenden drehen wir“, ist Rainer Vidals Devise. Die Kinder und Jugendlichen „tragen den Klimawandel und seine Folgen in die Familien und damit in die Gesellschaft.“ Der Bürgermeister setzt auf den Dialog mit der Landwirtschaft.

Die Fragen der Zuhörenden reichen von der Windkraft über die Zukunft der Museen des Culinariums nach Ablauf der Zweckbindung bis hin zum Zustand von Straßen. Thema der Runde ist auch die Mobilität. Johannes Schlütz wünscht sich einen Bahnhof in Himmighausen. „Die Idee ist fantastisch, wäre aber ein Millionenaufwand für die Bahn.” Schlütz will trotzdem am Ball bleiben.

 

Kommentar

Rekordbeteiligung bei der Briefwahl, ein großes Auditorium beim Wahlforum in Nieheim: Das Interesse der Menschen an der Kommunalwahl ist rege. Dieser erfreuliche Eindruck manifestiert sich hoffentlich am Ende des (Wahl-)Tages in einer hohen Wahlbeteiligung. Bei der Diskussionsrunde in der Stadthalle haben die vier Bewerber der demokratischen Kultur einen Dienst erwiesen. Sachlich, fair und leidenschaftlich fächerten sie ihre Ideen für eine gedeihliche Zukunft der Stadt auf. Populismus Fehlanzeige, Bodenhaftung statt Luftschlösser: Auf der Bühne der Stadthalle gaben keine Plattitüden, sondern klare Überzeugungen und fundierte Argumentationen den Ton an. Ein konstruktives Klima im Diskurs bewegt Menschen hin zur Wahlurne und raus aus der Politikverdrossenheit. Das Wahlforum in Nieheim wird in diesem guten Sinn nicht nur zur finalen Meinungsbildung im Wahlkampf-Endspurt, sondern auch zum Urnengang mobilisieren. Der Ball liegt jetzt bei Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger und liebe Erstwählerinnen und Erstwähler: Zeigen Sie Flagge für die Demokratie. Gehen Sie wählen! Sabine Robrecht

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