Bundesmittel für Pilotprojekt „Kleinstadtentwicklung“ in Aussicht
Sechs Städte – ein Ziel

Nieheim/Marienmünster (WB). Sechs Städte – ein Ziel. Die Stadt Nieheim hat federführend für die ostwestfälischen Städte Marienmünster, Schieder-Schwalenberg und Vlotho sowie die Stadt Drebkau (Brandenburg) und die Hansestadt Seehausen (Altmark, Sachsen-Anhalt) die Antragstellung und die Bewerbung für den Projektaufruf „Kleinstadtentwicklung – vielfältig, innovativ und zukunftsfähig“ übernommen.

Dienstag, 13.10.2020, 20:55 Uhr aktualisiert: 13.10.2020, 21:00 Uhr
Für das Projekt einer gemeinsamen Kleinstadtentwicklung haben sich vier Städte aus OWL mit zwei ostdeutschen Kommunen beworben (von links): Rainer Vidal, Florian Greger (beide Nieheim), Stefan Niemann, Josef Suermann (beide Marienmünster), Michael Fißmer (Vlotho) und Jörg Bierwirth (Schieder-Schwalenberg), Foto: Heinz Wilfert
Für das Projekt einer gemeinsamen Kleinstadtentwicklung haben sich vier Städte aus OWL mit zwei ostdeutschen Kommunen beworben (von links): Rainer Vidal, Florian Greger (beide Nieheim), Stefan Niemann, Josef Suermann (beide Marienmünster), Michael Fißmer (Vlotho) und Jörg Bierwirth (Schieder-Schwalenberg), Foto: Heinz Wilfert

Zum zweiten Mal fördern das Bundesministerium des Innern, Bau und Heimat (BMI) und das Bundesinstitut für Bau- Stadt- und Raumforschung (BBSR) Kleinstadt-Verbünde, die mit innovativen Vorhaben an der Pilotphase der Kleinstadtakademie teilnehmen möchten.

Das Projekt steht unter dem Titel „Bündnis für Wohnen im ländlichen Raum – neue Instrumente für die Stärkung der Ortsmitte kleiner Städte und Gemeinden“. Städte ganz unterschiedlicher Größe und Struktur haben sich zu einem Projektverbund zusammengeschlossen, um tragfähige und zukunftsfähige Nutzungsmodelle für das Wohnen in Ortsmitten unter schwierigen immobilienwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu konzipieren und umzusetzen.

Mit Forschungsvorhaben und Förderprogrammen haben sich das BMI und BBSR in den vergangenen Jahren bereits der Stadtentwicklung kleinerer Städte und Gemeinden zugewandt.

Vertiefende Forschung

Mit der Kleinstadtakademie erfolgt eine vertiefende Forschung zur Unterstützung der zukünftigen Stadtentwicklung dieses besonderen Stadttyps. Gesucht werden kreative und innovative Projekte, deren Themen den Kleistadtverbünden freigestellt sind. Die Teilnahme erlaubt kleineren Städten und Gemeinden nicht nur, mit kreativen Methoden und strategischer Unterstützung an ihrer Zukunftsfähigkeit zu arbeiten. Sie ermöglicht zugleich den intensiven Austausch mit anderen Kleinstädten, den Zugang zu fachlichen Ressourcen, Wissenstransfer sowie eine Vernetzung zwischen den Akteuren vor Ort.

Die Städte, die in Workshops zusammenfinden wollen, werden von der Ruhr-Universität Bochum/InWIS (Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung) und der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld (Fachbereich Wirtschaft, Innovation & Raumentwicklung) wissenschaftlich begleitet.

Zusätzlich unterstützt die OWL GmbH die Kommunen im Projektmanagement. Bei der Vorstellung und dem Start der Öffentlichkeitsarbeit wiesen die Vertreter von Nieheim, Schieder-Schwalenberg, Marienmünster und Vlotho darauf hin, dass die Immobilien in den Ortskernen häufig an Bedeutung verlieren.

Es sei deshalb sehr wertvoll, dass unter wissenschaftlicher Begleitung modellhafte Nutzungskonzepte und Handlungsoptionen entwickelt werden könnten.

Schrottimmobilien im Fokus

Josef Suermann, der neu gewählte Bürgermeister von Marienmünster, verspricht sich von dem Projekt einiges. „Uns fehlen die Mittel, um eigene Städtebauförderung zu betreiben.“ Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Jörg Bierwirth (Schieder-Schwalenberg): „Das Wohnen im ländlichen Raum, wo immerhin ein Viertel der Deutschen leben, erfährt ein Umdenken.“ Mit den wichtigen Themen wie altersgerechtem Wohnen, Leerstand und dem Umgang mit Schrottimmobilien habe sich die lippische Stadt schon seit längerem auseinandergesetzt. Mit klaren Erwartungen beteiligt sich auch Vlotho an der neuen „Kleinstadtakademie“.

Stadtplaner Michael Fißmer sieht jetzt die große Chance, die Ergebnisse von der wissenschaftlichen auf die praktische Seite und damit auf die eigenen Maßstäbe herunterzubrechen, die vorhandenen Mittel effektiver einzusetzen und die Akteure zu motivieren. „Erstmals besteht damit die Möglichkeit, die Wissenschaft kontrollieren“, so Fißmer.

Interessant sei auch die Möglichkeit, mit Städten aus den neu-en Bundesländern in Kontakt zu treten und sich auszutauschen.

Die Teilnahme an der Pilotphase der Kleinstadtakademie erlaubt kleineren Städten und Gemeinden nicht nur, mit kreativen Methoden und strategischer Unterstützung an ihrer Zukunftsfähigkeit zu arbeiten, sie ermöglicht auch den Zugang zu fachlichen Ressourcen, Wissenstransfer und bietet eine Vernetzung der Akteure vor Ort.

Die Auswahl der geförderten Projekte erfolgt später über eine Jury. Das Volumen für das Projekt beläuft sich auf rund 420.000 Euro. An Fördermitteln sind 335.000 Euro zu erwarten.

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