Alltag in der „Schule unterm Regenbogen“ während der Pandemie - große Baustelle (Sportplatz) vor der Haustür
Gemeinsam erleben und erkunden

Nieheim-Eversen (WB/hai) -

Die „Schule unterm Regenbogen“ in der Nieheimer Ortschaft Eversen hat sich mit einem Anliegen an die Lokalredaktion gewandt.

Dienstag, 24.11.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 26.11.2020, 22:08 Uhr
Unterrichtseinheiten im Freien:
Unterrichtseinheiten im Freien:

Er liefert gleich das Beispiel einer etwas anderen Unterrichtsstunde: „Es klingelt. Nein, es ist nicht die Unterrichtsstunde vorbei, auch nicht die Pause. ‚Zeit zum Lüften‘ ruft Tom, Schüler an der Schule unterm Regenbogen mit dem Förderschwerpunkt ‚Geistige Entwicklung‘. Fenster werden aufgerissen, Jacken angezogen, der Wecker neu aufgezogen. Im Matheunterricht ist aktuell die Uhrzeit das Thema. 20 Minuten wird ein ganz neuer Zeitmesser.“

Schüler sind prima

Im Frühjahr sei lange gezögert worden, ob und wann Förderschulen für Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung oder Schwerstmehrfachbehinderung wieder öffnen. Conze: „Niemand wusste, ob und wie der Schulalltag mit den Corona-Regeln funktioniert. Nach einem halben Jahr Erfahrung und vielen Gedanken, die dazu gemacht wurden, hat sich gezeigt: Unsere Schülerinnen und Schüler sind prima! Die AHAL-Regeln (Abstand halten, Händewaschen, Alltagsmasken und Lüften) gehören zum Alltag und werden ohne viel Murren umgesetzt. Das Tragen der Mundnasenmasken klappt bei dem größten Teil der Schüler inzwischen viel besser als erwartet.“

Für die meisten Schüler sowie für die Lehrkräfte steht fest: „Klar – es nervt schon. Aber es ist besser, als wieder – wie im Frühjahr – wochenlang zuhause bleiben zu müssen!“ Deshalb versucht die Schule aus allem das Beste zu machen.

Ablauf des Tages

Conze erzählt vom Ablauf des Tages: „Wir sind viel draußen, nicht nur im Sportunterricht. Die ländliche Lage in Eversen ist ein großer Vorteil. Unterrichtssequenzen an der frischen Luft, Bewegungspausen und regelmäßige Unterrichtsgänge sind fester Bestandteil vom Stundenplan. Ein sehr beliebtes Ziel bei Großen und Kleinen ist aktuell der nahe gelegene Sportplatz, der vom Aschenplatz in einen Kunstrasenplatz umgewandelt wird. Da gibt es jede Menge Baufahrzeuge zu bestaunen. Und danke, dass gerade jetzt eine solche Bewegungslandschaft in unserer Nähe entsteht!“

Neben vielen Umstrukturierungen im Schulalltag und den zu befolgenden Hygienemaßnahmen würde es tatsächlich noch mehr positive Begleiterscheinungen geben: „Die digitale Ausstattung der Schule hat große Schritte nach vorne gemacht.“

Jede Klasse habe inzwischen einen großen Flachbildschirm im Klassenraum an der Wand. Über diesen könne endlich „digital“ unterrichtet werden – für alle deutlich sichtbar und weitgehend störungsfrei.

Die Motivation der Schülerinnen und Schüler sei seither kaum zu bremsen. „Können wir diese Rechenaufgaben auch beim Frühstück weitermachen?“ ruft zum Beispiel Max in den Raum. Und dank des Finanzierungspakets der NRW-Landesregierung werde weiter in Medien investiert, die auch für das digitale Lernen beim „Homeschooling“ notwendig werden, betont Schulleiter Conze.

Leider könne alles Digitale nicht den Laternenumzug mit Trompete und Gesang, den Besuch vom Nikolaus und die liebgewonnenen, vorweihnachtlichen Traditionen ersetzen.

„Die kommende Adventszeit wird sicherlich auch an unserer Schule eine ganz besondere Zeit werden. Im wahrsten Sinne eine Zeit des Wartens - des Wartens auf eine Zeit, in der das Corona-Virus und die Sorge nicht mehr unseren Alltag bestimmt. Aber bis dahin halten wir zusammen!“

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