Photovoltaik-Freiflächenanlage auf dem Nieheimer Stadtgebiet bei Himmighausen und Oeynhausen geplant
Energie reicht für 5000 Haushalte pro Jahr

Nieheim -

Die Planungen für eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage in Oeynhausen/Himmighausen (wir berichteten) stehen zwar erst ganz am Anfang und entschieden ist noch nichts. In einem weiteren Ausschuss, hier der Ortsausschuss Himmighausen, stellte am Mittwochabend Investor Georg von Puttkamer sein Projekt vor.

Donnerstag, 15.04.2021, 21:48 Uhr aktualisiert: 15.04.2021, 21:50 Uhr
Entlang der Bahnlinie soll im Bereich von Nieheim-Oeynhausen in einem 200 Meter Korridor oberhalb und unterhalb der Gleise eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage entstehen.
Entlang der Bahnlinie soll im Bereich von Nieheim-Oeynhausen in einem 200 Meter Korridor oberhalb und unterhalb der Gleise eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage entstehen. Foto: Heinz Wilfert

Der Besuch zahlreicher Zuhörer bei der konstituierenden Sitzung zeigte: Das Thema beschäftigt die Menschen. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Thomas Müther gewählt, sein Stellvertreter ist Benjamin Zell. Die gesetzliche Vorgabe erlaubt die Möglichkeit, PV-Freiflächenanlagen entlang eines beiderseitigen Korridors von 200 Metern an Autobahnen oder Bahnstrecken zu errichten.

Zur Bahn müsse ein Abstand von etwa 20 Metern eingehalten werden. Betroffen von der Anlage wäre vor allem die Ortschaft Oeynhausen, wo die Abstände des Solarfeldes zu Wohngebieten im südlichen Teil 135 Meter und im nördlichen Teil 355 Meter betragen. In der Nieheimer Ortschaft Oeynhausen, wo sich inzwischen massiver Widerstand formiert hat, tagte zu dem Thema am Donnerstagabend der Ortsausschuss. Geplant ist, die Module (insgesamt 53.000) in Ost-West-Richtung mit einem Neigungswinkel von 15 Grad zu installieren. Die Einspeisemöglichkeit ist gesichert, die Anbindung an das Mittelspannungsnetz möglich.

Der jährliche Energieertrag würde bei 17 Millionen Kilowattstunden liegen. Das reicht aus, um 5000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Wenn ein Bebauungsplan bis Ende 2021 aufgestellt wird, könnte der Bau der PV-Anlage bereits 2022 möglich sein. Als Sichtschutz ist die Anpflanzung von Hecken außerhalb des Zauns vorgesehen. Puttkamer: „Erst kommt zur Minderung der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes um das Solarfeld die Bepflanzung mit Hecken, was auch zur Vielfalt der Artenvielfalt beitragen soll. Dann kommt der Zaun.“

Derzeit würden die Flächen als Ackerböden mit niedriger Bodenqualität genutzt. Das wurde auch als Argument genannt, warum die Solaranlage näher an Oeynhausen liegt – denn in Richtung Himmighausen haben die Bodenflächen eine höhere Bewertung. Die Größe der PV-Fläche sei für eine wirtschaftliche Nutzung dringend erforderlich, so Puttkamer, der sich dennoch zu vertretbaren Kompromissen bereit erklärte. Auf Nachfrage stellte er klar: „Es wird keine Salamitaktik und keine schrittweise Ausweitung geben!“

Mit der Installation eines Solarfeldes würden die Bodenflächen einer intensiven Nitratausbringung entzogen, so der Investor. Durch die Einsaat von Gräsern und Blumen könnte sich unter den Modulen eine ökologische Nische für viele Tiere bieten. Aufgrund der Dimensionen würde eine flächige Wirkung entstehen, allerdings nicht in der Höhe. Puttkamer betonte außerdem, dass ein einfacher Rückbau nach Ende der Laufzeit gewährleistet sei, weil nur zwei Prozent der Fläche versiegelt würden. Damit könnten die Flächen danach wieder einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden.

Die Betriebsgesellschaft wird ihren Sitz in Nieheim-Himmighausen haben. Das garantiere der Stadt Nieheim im Verlauf von 20 Jahren Gewerbesteuereinnahmen von rund 600.000 Euro. Puttkamer stand Überlegungen positiv gegenüber, den betroffenen Bürgern Vergünstigungen beim Strompreis zu verschaffen. Darüber müssten aber noch Gespräche geführt werden, sagte er. Beispiele dafür gibt es bereits: In der Stadt Lichtenau würden die durch die vielen Windräder belasteten Bürger mit jeweils 22 Cent je Kilowattstunde den günstigsten Strompreis in ganz Deutschland erhalten.

Ausführlich stellte dann Nieheims Bürgermeister Johannes Schlütz das aufwändige Verfahren im Antrags- und Genehmigungsprozess zu Freiflächen-PV-Anlagen vom Bauleit- bis zum Genehmigungsverfahren samt frühzeitiger Beteiligung der Öffentlichkeit vor.

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