Ganz Steinheim mit der Emmer wird Teil des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge
»Der weiße Fleck ist weg«

Steinheim (WB). Nur um ein knappes Prozent hat sich die Fläche des »Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge« vergrößert. Für die Großgemeinde Steinheim sind diese 25,4 Quadratkilometer aber besonders wichtig – schließlich handelt es sich um den Bereich der Kernstadt samt den Emmer- auen, die nun Teil des schützenswerten Gebietes sind.

Donnerstag, 12.04.2018, 14:51 Uhr aktualisiert: 12.04.2018, 14:54 Uhr
Alles im Fluss: Die Emmer ist ein wichtiger Bestandteil der Region und prägt auch Steinheim in besonderer Weise. Die Emmerauen sind ein beliebtes Ziel. Foto: Dennis Pape
Alles im Fluss: Die Emmer ist ein wichtiger Bestandteil der Region und prägt auch Steinheim in besonderer Weise. Die Emmerauen sind ein beliebtes Ziel. Foto: Dennis Pape

Keine Einschränkungen bei Plänen für Gewerbegebiet

»Endlich ist der weiße Fleck weg«, freut sich die Geschäftsführerin des Naturparks, Birgit Hübner, angesichts der Naturpark-Freizeitkarte, die genau in der Mitte – zwischen Lipper Bergland im Norden und Warburger Börde im Süden – eine Leerstelle aufweist. Damit ist nun Schluss.

Mit dem Bescheid des Landesministeriums, den Birgit Hübner gestern offiziell an Bürgermeister Carsten Torke übergeben hat, ist die gesamte Großgemeinde ab sofort Teil des Verbandsgebietes – mehr als 50 Jahre nach dem Start des Naturpark-Projektes.

In der aktuellen Freizeitkarte ist der »Weiße Fleck« fast genau in der Mitte noch zu sehen (von links): Bürgermeister Carsten Torke, Birgit Hübner, (Naturpark) und Eberhard Fischer (Stadt)

In der aktuellen Freizeitkarte ist der »Weiße Fleck« fast genau in der Mitte noch zu sehen (von links): Bürgermeister Carsten Torke, Birgit Hübner, (Naturpark) und Eberhard Fischer (Stadt) Foto: Ralf Brakemeier

Hatte die Stadt Steinheim vor zehn Jahren bei der letzten Erweiterung des Naturparks angesichts eines geplanten Gewerbegebietes noch Einschränkungen befürchtet, sieht Bürgermeister Carsten Torke diesen Schritt inzwischen als »unbedenklich« an.

Neue Möglichkeiten für touristische Vermarktung

»Ich musste keine Überzeugungsarbeit leisten. Wir waren uns in unserem ersten Gespräch 2017 nach fünf Minuten bereits einig«, bestätigt auch Naturpark-Chefin Birgit Hübner. Als Teil des Naturparks kommt nun auch die Kernstadt in den Genuss, auf der neuen Karte des Freizeit-Führers mit Möglichkeiten und Aktivitäten dargestellt zu werden. Darüber hinaus gibt es fortan weitere Möglichkeiten der touristischen Vermarktung und Fördermöglichkeiten für Projekte.

»Ein komplettes Tourismus-Konzept fehlt uns aber noch«, gibt Carsten Torke auch angesichts des Ikek-Prozesses zu. »Wir müssen darstellen, wer wir sind und was wir zu bieten haben. Als ganz Steinheim, einschließlich der Ortschaften«, führte der Bürgermeister weiter aus.

Naturräume durch Abgrenzung durchschnitten

Vor drei Jahren wurde Birgit Hübner Geschäftsführerin des Verbandes. Der will die Natur nicht nur erhalten und schützen, sondern sie auch für die Menschen erlebbar machen. »Als ich zum ersten Mal die Karte des Parks sah, fiel mir gleich der weiße Fleck genau in der Mitte auf«, erinnert sich Birgit Hübner. »Wie ein Spiegelei sah das aus.«

Durch die Abgrenzung seien ganze Naturräume durchschnitten worden.

Wanderwege und Info-Tafeln werden aktualisiert

Über die Erweiterung des Naturparks freut sich auch Eberhard Fischer von der Stadt Steinheim. »Im Landschaftsschutz, bei Wanderwegen oder im Tourismus können wir jetzt noch besser zusammenarbeiten«, so Fischer. Im ersten Schritt werden nun Wanderwege katalogisiert und überprüft, ihre Ausschilderung und weitere Info-Tafeln aktualisiert.

Für den Bereich der Emmerauen kann sich Birgit Hübner auch eine umweltpädagogische Nutzung vorstellen. Bürgermeister Torke stellt sich außerdem eine stärkere Vernetzung von Bahn und Radwandern in der Stadt Steinheim vor.

Hübner will sich zudem am nächsten Donnerstag, 19. April, im Steinheimer Rathaus das neue Ikek-Konzept vorstellen lassen.

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