Neue Breitbandversorgung im Kreis Höxter: Experten informieren über aktuellen Stand
»Tiefbau beginnt noch im April«

Steinheim/Höxter/Beverungen (WB). Zu einer Informationsveranstaltung hatte der Kreisverband der SGK, der sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik, Vertreter aus allen Stadtparlamenten und interessierte Bürger eingeladen. »Wir wollen zeigen, wo die Entwicklung in Sachen Breitbandversorgung hingeht«, so SGK-Chef Andreas Suermann.

Donnerstag, 19.04.2018, 16:14 Uhr aktualisiert: 19.04.2018, 16:16 Uhr
Kai-Timo Wilke (von links, Sewikom-Geschäftsführer), Andreas Suermann (SGK-Vorsitzender) und Michael Stolte (GfW-Chef) informieren über den Breitbandausbau im Kreisgebiet. Foto: Heinz Wilfert
Kai-Timo Wilke (von links, Sewikom-Geschäftsführer), Andreas Suermann (SGK-Vorsitzender) und Michael Stolte (GfW-Chef) informieren über den Breitbandausbau im Kreisgebiet. Foto: Heinz Wilfert

Als Referenten stellte Michael Stolte (Höxter, GfW-Geschäftsführer) die Projektplanung aus kommunaler Sicht und die rechtlichen Rahmenbedingungen vor. Kai-Timo Wilke, Geschäftsführer der Sewikom aus Beverungen, erläuterte die technischen Zusammenhänge und die Umsetzung des Breitbandausbaus. »Der Kreis Höxter war schnell und hat als einer von zwei Kreisen in NRW ein ausbaufähiges Konzept für den Breitbandausbau von schnellem Internet in den unterversorgten Gebieten vorgelegt, wo die Nutzer nicht mit mindestens 30 Mbit/Sekunde versorgt wurden«, sagte Stolte.

»Weiße Flecken« beheben

Nur solche »weiße Flecken« wie sie für viele Dorflagen zutreffen, seien auch förderfähig. Für den Kreis Höxter bedeutet das: Es fließen 15 Millionen Euro an Fördermitteln, elf Millionen Euro für die Dörfer, vier Millionen Euro für die Gewerbegebiete.

Die Kommunen müssten dabei nur zehn Prozent an Eigenmitteln für den Ausbau aufbringen. Von Vorteil sei gewesen, dass Infrastrukturen wie 200 Kilometer von Energieversorgern genutzt werden können.

Einsparpotenzial

»Das Einsparpotenzial ist dadurch erheblich«, so Stolte, der auch deutlich machte, dass die ­Gigabitgesellschaft bis 2025 wohl nicht zu realisieren sei. Dazu bräuchte es klare Regelungen zur Überführung von FTTC-Netzen in FTTB-Netzwerke (ausschließlich Glasfaser). Dem stünden als »Knackpunkt« die Zweckbindungsfristen im Wege. Der technische Netzausbau im Kreis greift auf die FTTC- Technik zurück. Zu den Hauptverteilern und Kabelverzweigern werden Glasfaserkabel gelegt – der letzte Rest zu den Haushalten besteht aus Kupferleitungen (Vectoring). Möglich sollen dadurch Übertragungsraten von 50 Mbit/s werden.

Höhere Übertragungsraten

Aus dem Teilnehmerkreis der Veranstaltung wurde angeregt, besonderes Schulen mit deutlich höheren Übertragungsraten auszustatten. Insgesamt sieht der Breitbandausbau die Verlegung von 250 Kilometern neuer Leitungen und 60 Multifunktionsgehäusen vor. Wilke: »Noch in diesem Monat (April) startet der Tiefbau, die Leerrohrverlegung und Anschluss der Multifunktionsgehäuse. Im Juli beginnt das Einblasen der Glasfasern und die Inbetriebnahme der aktiven Komponenten.«

Bis Mitte 2019 laufen Maßnahmen

Bis Mitte 2019 sollen in den Ortschaften 50 Mbit zur Verfügung stehen. Für die Gewerbegebiete sollen es 100 Mbit (Minimum) sein. Dafür sollen die Vergaben noch im Mai erfolgen. Sewikom könnte den Kunden »Highspeedtarife« anbieten. In der Regel müssten aber geeignete Router zur Verfügung stehen.

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