Rat Steinheim debattiert über Standort - Was wird aus jüdischen Kultgegenständen?
Wird Hanebal-Büste aus Rathaus entfernt?

Steinheim (WB/rob). Der Rat Steinheim beschäftigt sich am Montagabend mit der umstrittenen Büste »Westfälischer Bauer« des bekannten Künstlers Will Hanebal (1905-1982). Wird sie aus dem Rathaus entfernt? Die Meinungen sind geteilt.

Montag, 07.05.2018, 20:13 Uhr aktualisiert: 07.05.2018, 20:20 Uhr
»Westfälischer Bauer« heißt diese Büste des Bildhauers Wilhelm Haneball. Sie steht im Rathaus in Steinheim. Kritiker Dr. Thomas Bauer (Bergheim) ist aufgestoßen, dass im Foyer des Rathaussaales in einer Vitrine Kultgegenstände aus den von den Nazis ermordeten jüdischen Familien gezeigt werden, während auf der gegenüberliegenden Seite die 1935 von Will Hanebal erstellte Büste “Westfälischer Bauer” (für Weltausstellung in Paris geschaffen) steht. Das Original des Bronze-Abgusses habe Diktator Adolf Hitler sogar für seine persönliche Kunstsammlung gekauft, schreibt Thomas Bauer. Foto: Stadt Steinheim
»Westfälischer Bauer« heißt diese Büste des Bildhauers Wilhelm Haneball. Sie steht im Rathaus in Steinheim. Kritiker Dr. Thomas Bauer (Bergheim) ist aufgestoßen, dass im Foyer des Rathaussaales in einer Vitrine Kultgegenstände aus den von den Nazis ermordeten jüdischen Familien gezeigt werden, während auf der gegenüberliegenden Seite die 1935 von Will Hanebal erstellte Büste “Westfälischer Bauer” (für Weltausstellung in Paris geschaffen) steht. Das Original des Bronze-Abgusses habe Diktator Adolf Hitler sogar für seine persönliche Kunstsammlung gekauft, schreibt Thomas Bauer. Foto: Stadt Steinheim

Im Februar hatte der gebürtige Bergheimer Dr. Thomas Bauer das räumliche Nebeneinander von jüdischen Kultgegenständen und der von Wilhelm Hanebal geschaffenen Skulptur »Westfälischer Bauer« im Vorraum des Rathaussaales als »ausgesprochen problematisch« bezeichnet. Der Künstler habe sich bei seiner Arbeit in den Dienst der NS-Ideologie gestellt und sogar eine Hitler-Büste geschaffen.

Die »Bauer«-Büste wurde 1935 aus Gips gefertigt und war bei der Weltausstellung in Paris zu sehen. Im Rathaus steht nicht das Original sondern ein Bronzeabguss. Die Stadt hat für die Entscheidung den Rat der Historikerin Dr. Alexandra Bloch Pfister eingeholt. Lösung 1: Die Büste wird mit einer Infotafel weiter im Rathaus gezeigt, die jüdischen Kultgegenstände gehen ins Kulturzentrum. Lösung 2: Die Büste mit Infotafel kommt an einen anderen Ort, die Vitrine mit jüdischen Gegenständen bleibt im Rathaus. Lösung 3: Die Büste geht an einen »Denkmalfriedhof« oder wird an ein Museum abgegeben.

Das Westfalen-Blatt wird über die Entscheidung des Rates, die sich in den Montagabend hineinzog, berichten.

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