2,4 Kilometer lange Strecke zwischen Steinheim und Billerbeck wird asphaltiert
Ein Radweg für die Geschichtsbücher

Steinheim (WB/nf). Beim Radweg zwischen Billerbeck und Steinheim wird inzwischen schon von einem »Jahrhundertbauwerk« gesprochen. Mit dem 2,4 Kilometer langen Lückenschluss besteht von Horn nach Steinheim eine durchgehende Radwegeverbindung abseits der kurvenreichen und viel befahrenen Landesstraße 823.

Freitag, 31.08.2018, 15:49 Uhr aktualisiert: 31.08.2018, 16:18 Uhr
Heute haben die Asphaltarbeiten am Radweg begonnen. Foto: Julia Heine
Heute haben die Asphaltarbeiten am Radweg begonnen. Foto: Julia Heine

Am Mittwoch sind die Lastkraftwagen angerollt, um mit den Asphaltierungsarbeiten zu beginnen, die schon in der kommenden Woche abgeschlossen sein sollen. Stolz berichteten Bauleiter Alfons Bödeker und Wolfgang Diekmann, Pressewart des Vereins »Ländlicher Raum aktiv«, dass die vorbereitenden Arbeiten seit dem Spatenstich am 26. Juni innerhalb von nur zwei Monaten mit den Bodenarbeiten, Abwassermulden, dem Schottereinbau, den Bordkanten samt Abwasserrinnen, den Ableitungen und dem Feinplanum fertiggestellt worden sind.

Die Gesamtkosten pendeln sich bei 697.000 Euro ein, 7000 Euro über dem bisherigen Ansatz. »Davon müssen 40.000 Euro zuzüglich 13.000 Euro für Planung und Bauleitung aufgebracht werden«, sagte Hubert Ebers, Kassierer des Vereins, für den deshalb jeder Euro willkommen ist. Dieses Gesamtziel sei zwar noch nicht ganz erreicht – noch fehlen 6000 Euro. Die sollen aber mit den Einnahmen aus verschiedenen Aktionen gedeckt werden. Dazu zählen die Pfandspende des Rewe-Marktes am Lipper Tor, ein Waffelbacken Ende September in diesem Markt und die Einnahmen aus dem Wohltätigkeitskonzert am 18. Oktober mit dem Heeresmusikkorps aus Hannover im Kurgastzentrum Bad Meinberg.

Sponsoren unterstützen Projekt

Besonderen Dank sprach der Vereinsvorsitzende Heribert Gensicki den Sponsoren aus: der Vereinigten Volksbank (3000 Euro), der Verbundvolksbank Höxter (2500 Euro), der Sparkasse Höxter (1500 Euro), dem Rechtsanwalt Bergschneider, der als aktiver Radfahrer 1000 Euro spendete, der Firma Schäfer Heizungsbau (3000 Euro), der Bürgerstiftung Steinheim (1500 Euro), der Stiftung Natur-Heimat-Kultur im Steinheimer Becken (1500 Euro), dem Heimatverein Steinheim (500 Euro), der ökumenischen Kleiderkammer (500 Euro) und der Firma Innogy (2000 Euro). Dazu kamen 131 Einzelspender, die Beträge zwischen 20 und 500 Euro gespendet haben.

Welchen Stellenwert für Bürger solche Projekte haben, zeigt eine Einzelspende aus Billerbeck über 10.000 Euro. Dieser Familie lag schon vor 30 Jahren, als die eigenen Kinder mit dem Fahrrad zur Schule nach Steinheim fuhren, ein sicherer Rad- und Fußweg sehr am Herzen. Die schmale, kurvenreiche und stark frequentierte L 823 zwischen Billerbeck und Steinheim war für Radfahrer gefährlich. Daher freut sich die Familie nun, dass sie den Bau unterstützen kann und künftige Generationen davon profitieren werden. Eine weitere private Einzelspende von 5000 Euro aus Billerbeck ist bei Fertigstellung zugesagt. »Besonders die Billerbecker haben neben vielen Steinheimer Bürgern und Geschäftsleuten für ein enormes Spendenaufkommen gesorgt. Dafür gilt ihnen unserer Dank«, betonte Heribert Gensicki.

Großer Wert für Tourismus

Auch allen Grundstückseigentümern sei man sehr dankbar – denn ohne deren Einwilligung zur Abgabe der Flächen wäre das Projekt gescheitert. Die Verhandlungen führte Karl-Heinz Huneke mit 58 Eigentümern zu einem erfolgreichen Ende. Die Gesamtbauleitung liegt in den Händen der Stadt Steinheim, sie wird von Therese Meier betreut. Steinheims Bürgermeister Carsten Torke und Dieter Krüger, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Horn-Bad Meinberg, konnten sich bei einer Baustellenbesichtigung von dem künftigen Bürgerradweg überzeugen. Krüger sprach dort von einem wegweisenden Projekt über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus, das ohne ehrenamtliche Unterstützung erst in vielen Jahren möglich geworden wäre: »Dieser Bürgerradweg wird in den Geschichtsbüchern einmal einen wichtigen Platz einnehmen.« Torke hob den Wert für den Tourismus hervor, lobte aber auch das Netzwerk aus Ehrenamt, Politik, Spendern und freiwilligen Helfern als Garanten für das Erfolgsprojekt Bürgerradweg.

Nach dem Einbau des Asphalts werden noch vier bis sechs Wochen für die Restarbeiten wie Sicherheitsgeländer, Bankette, Beschilderung und die Markierung benötigt. Bauleiter Alfons Bödeker spricht ein großes Lob an die Firma Reinhard Tiefbau und Transporte (Oeynhausen) aus, die die Arbeiten früher als geplant fertigstellt hatte. Mitte Oktober ist die Endabnahme mit Übergabe des Weges geplant. »Die offizielle Einweihungsfeier wird erst 2019 erfolgen«, gibt Gensicki bekannt.

Der Verein »Ländlicher Raum aktiv« hat zusammen mit den Heimatvereinen Ottenhausen, Billerbeck, Vahlhausen und Bad Meinberg die Pflege von sechs Kilometern Radwege für die Dauer von neun Jahren zugesichert. »Hierzu werden wir uns einen kleinen Maschinenpark anlegen müssen, denn mit den bisherigen privaten Maschinen ist das auf Dauer nicht zu leisten. Hierfür werden weitere 5500 Euro benötigt«, sagt Gensicki. Spenden seien willkommen.

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